Umfang ungewiss

Ab September führt Daimler in seinem größten Werk Kurzarbeit ein

  • schließen

Im größten Montagewerk von Daimler Truck in Wörth am Rhein wird ab September Kurzarbeit eingeführt. Dies ist eine Reaktion des Unternehmens auf sinkende Produktionszahlen.

Stuttgart/Wörth am Rhein - Aktuell schwächelt nicht nur der Autoabsatz, auch die Hersteller von großen Nutzfahrzeugen haben Probleme. Der Technologiekonzern ZF Friedrichshafen hat 1.500 Mitarbeiter über die Sommermonate in Kurzarbeit geschickt und reagiert damit auf deutlich reduzierte Abrufzahlen bei den Getrieben für große Sonderfahrzeuge. Wie aktuell mehrere Medien übereinstimmend berichten, schickt der weltgrößte Lkw-Hersteller Daimler Truck Teile der Belegschaft an seinem größten Standort ab September in Kurzarbeit, der Umfang der Maßnahme ist bislang noch nicht bekannt.

Die zehn größten Unternehmen aus Baden-Württemberg

Ein Schild weist auf eine Filiale des Lebensmitteldiscounters Lidl hin. Im Hintergrund befindet sich eine Filiale des Großflächen-Discounters Kaufland.
Die Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) ist mit weltweit rund 575.000 Mitarbeitern das größte Unternehmen aus Baden-Württemberg.  © Christian Johner/dpa
Das Logo des Technikkonzerns Bosch vor der Konzernzentrale
Technologiekonzern Bosch beschäftigt weltweit mehr als 420.000 Mitarbeiter.  © Inga Kjer/dpa
Beschilderung in der Zentrale der Mercedes-Benz Group AG in Stuttgart-Untertürkheim.
Beim Stuttgarter Autokonzern Mercedes-Benz sind mehr als 172.000 Mitarbeiter angestellt. © Corporate Communication (MS/CC)
Drei Fahnen mit dem Logo der ZF Friedrichshafen AG wehen vor dem Forum und der Verwaltungszentrale des Konzerns.
Autozulieferer ZF Friedrichshafen beschäftigt rund 164.000 Mitarbeiter weltweit.  © Felix Kästle/dpa
SAP-Unternehmenszentrale in Walldorf.
SAP ist das größte europäische Softwareunternehmen und hat rund 112.000 Angestellte.  © Uwe Anspach/dpa
Martin Daum, der Vorstandsvorsitzende des Nutzfahrzeugherstellers Daimler Truck, steht vor der Firmenzentrale bei Stuttgart vor einem eActros Lastwagen.
Daimler Truck hat fast 105.000 Mitarbeiter und gilt als Weltmarktführer im Bereich der Nutzfahrzeuge.  © Bernd Weißbrod/dpa
Eine Mitarbeiterin des Handelskonzerns Würth trägt in einem Gang eines Hochregallagers eine Palette auf einem Gabelstapler.
Die Würth-Gruppe ist Weltmarktführer im Bereich Befestigungs- und Montagetechnik und beschäftigt mehr als 85.600 Menschen.  © Marijan Murat/dpa
Das Logo des Autozulieferers Mahle ist an der Zentrale des Unternehmens zu sehen
Mahle ist mit rund 71.620 Mitarbeitern einer der größten Autozulieferer Deutschlands.  © Marijan Murat/dpa
Die Firmenzentrale der Drogeriemarktkette dm in Karlsruhe.
dm ist der größte Drogeriekonzern Deutschlands und beschäftigt rund 66.000 Mitarbeiter. © Uli Deck/dpa
Ein Schild mit dem Schriftzug "Freudenberg" hängt in Weinheim an einem Bürogebäude des Technologiekonzerns Freudenberg.
Mischkonzern Freudenberg ist gleich in mehreren wichtigen Branchen tätig und beschäftigt fast 51.500 Mitarbeiter.  © Uwe Anspach/dpa

Die Daimler Truck AG, die nach der Abspaltung von Mercedes-Benz aus dem Daimler-Konzern entstanden ist, spürt aktuell die schwächelnde Nachfrage nach Lastkraftwagen in den Märkten Europa und Asien. Weil das Unternehmen mit Hauptsitz in Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart deshalb die Produktionsmengen gedrosselt hat, muss es auch personell Anpassungen machen. Wie viele Mitarbeiter von Kurzarbeit betroffen sein werden, konnte Konzernchef Martin Daum am Donnerstag (1. August) bei der Vorstellung der Bilanz zum zweiten Quartal noch nicht sagen.

Daimler Truck schickt Mitarbeiter in Wörth am Rhein ab September in Kurzarbeit

Den Berichten zufolge ist die Maßnahme der Kurzarbeit bei Daimler Truck für den Standort Wörth am Rhein (Rheinland-Pfalz), dem größten Lkw-Montagewerk der Welt, vorgesehen, während das Werk in Mannheim (Baden-Württemberg) derzeit nicht betroffen ist. „Nachdem die Arbeitszeitkonten in Wörth bereits im Minus sind, ist Kurzarbeit der nächste logische Schritt“, erklärte Betriebsratschef Michael Brecht laut einem Bericht des Mannheimer Morgens. „Hier haben wir gute Regelungen mit dem Unternehmen vereinbart, sodass standortübergreifend für alle betroffenen Kolleginnen und Kollegen gleiche Konditionen gelten, falls auch andere Werke in die Kurzarbeit gehen müssen.“

Name Daimler Truck AG
Gründung 1896 (seit Anfang 2022 wirtschaftlich unabhängig)
Hauptsitz Leinfelden-Echterdingen, Baden-Württemberg
BrancheNutzfahrzeugbau
Produkte Lastkraftwagen, Omnibusse, Transporter, Spezialfahrzeuge
Leitung Martin Daum (Vorstandsvorsitzender)
Mitarbeiter 104.729 (2022)
Umsatz 55,9 Milliarden Euro (2023)

Am größten Produktionsstandort des schwäbischen Lkw-Herstellers wurden aufgrund der schwächelnden Nachfrage bereits im Frühjahr Schichten gekürzt und Arbeitszeiten gesenkt. Wie mehrere Medien berichten, soll es als Reaktion nun auch einen Einstellungsstopp in den Bereichen Logistik und Energie geben. Man könne „mit dem Ergebnis des 2. Quartals nicht zufrieden sein“, sagte CFO Eva Scherer in Bezug auf den Konzernumsatz, der leicht unter dem Vorjahresniveau liegt. „Es ist uns bewusst, dass wir weitere strukturelle Maßnahmen zur Optimierung unserer Kostenbasis definieren und umsetzen müssen, um widerstandsfähiger zu werden.“

Daimler Truck schickt einen Teil der Belegschaft in Wörth am Rhein ab September in Kurzarbeit. Der Umfang ist noch nicht bekannt.

Daimler Truck senkt Jahresprognosen – EBIT deutlich unter Vorjahresniveau erwartet

Daimler Truck macht derzeit vor allem das schwächelnde Geschäft bei den Lastkraftwagen zu schaffen, während der Konzern im Bussegment sowohl beim Absatz als auch beim Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich zulegen konnte. Dennoch hat der Hersteller aufgrund der aktuellen Entwicklung die Gesamtjahresprognose nach unten korrigiert und erwartet nach eigenen Angaben ein Konzern-EBIT (Überschuss vor Steuern und Zinsen), das deutlich unter dem Vorjahresniveau liegt. Das vergangene Geschäftsjahr hatte Daimler Truck allerdings mit einem Rekordergebnis beendet, wovon die Mitarbeiter profitierten.

Rubriklistenbild: © Daimler Truck AG Global Communications

Kommentare