VonJulian Baumannschließen
Im größten Montagewerk von Daimler Truck in Wörth am Rhein wird ab September Kurzarbeit eingeführt. Dies ist eine Reaktion des Unternehmens auf sinkende Produktionszahlen.
Stuttgart/Wörth am Rhein - Aktuell schwächelt nicht nur der Autoabsatz, auch die Hersteller von großen Nutzfahrzeugen haben Probleme. Der Technologiekonzern ZF Friedrichshafen hat 1.500 Mitarbeiter über die Sommermonate in Kurzarbeit geschickt und reagiert damit auf deutlich reduzierte Abrufzahlen bei den Getrieben für große Sonderfahrzeuge. Wie aktuell mehrere Medien übereinstimmend berichten, schickt der weltgrößte Lkw-Hersteller Daimler Truck Teile der Belegschaft an seinem größten Standort ab September in Kurzarbeit, der Umfang der Maßnahme ist bislang noch nicht bekannt.
Die zehn größten Unternehmen aus Baden-Württemberg




Die Daimler Truck AG, die nach der Abspaltung von Mercedes-Benz aus dem Daimler-Konzern entstanden ist, spürt aktuell die schwächelnde Nachfrage nach Lastkraftwagen in den Märkten Europa und Asien. Weil das Unternehmen mit Hauptsitz in Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart deshalb die Produktionsmengen gedrosselt hat, muss es auch personell Anpassungen machen. Wie viele Mitarbeiter von Kurzarbeit betroffen sein werden, konnte Konzernchef Martin Daum am Donnerstag (1. August) bei der Vorstellung der Bilanz zum zweiten Quartal noch nicht sagen.
Daimler Truck schickt Mitarbeiter in Wörth am Rhein ab September in Kurzarbeit
Den Berichten zufolge ist die Maßnahme der Kurzarbeit bei Daimler Truck für den Standort Wörth am Rhein (Rheinland-Pfalz), dem größten Lkw-Montagewerk der Welt, vorgesehen, während das Werk in Mannheim (Baden-Württemberg) derzeit nicht betroffen ist. „Nachdem die Arbeitszeitkonten in Wörth bereits im Minus sind, ist Kurzarbeit der nächste logische Schritt“, erklärte Betriebsratschef Michael Brecht laut einem Bericht des Mannheimer Morgens. „Hier haben wir gute Regelungen mit dem Unternehmen vereinbart, sodass standortübergreifend für alle betroffenen Kolleginnen und Kollegen gleiche Konditionen gelten, falls auch andere Werke in die Kurzarbeit gehen müssen.“
| Name | Daimler Truck AG |
|---|---|
| Gründung | 1896 (seit Anfang 2022 wirtschaftlich unabhängig) |
| Hauptsitz | Leinfelden-Echterdingen, Baden-Württemberg |
| Branche | Nutzfahrzeugbau |
| Produkte | Lastkraftwagen, Omnibusse, Transporter, Spezialfahrzeuge |
| Leitung | Martin Daum (Vorstandsvorsitzender) |
| Mitarbeiter | 104.729 (2022) |
| Umsatz | 55,9 Milliarden Euro (2023) |
Am größten Produktionsstandort des schwäbischen Lkw-Herstellers wurden aufgrund der schwächelnden Nachfrage bereits im Frühjahr Schichten gekürzt und Arbeitszeiten gesenkt. Wie mehrere Medien berichten, soll es als Reaktion nun auch einen Einstellungsstopp in den Bereichen Logistik und Energie geben. Man könne „mit dem Ergebnis des 2. Quartals nicht zufrieden sein“, sagte CFO Eva Scherer in Bezug auf den Konzernumsatz, der leicht unter dem Vorjahresniveau liegt. „Es ist uns bewusst, dass wir weitere strukturelle Maßnahmen zur Optimierung unserer Kostenbasis definieren und umsetzen müssen, um widerstandsfähiger zu werden.“
Daimler Truck senkt Jahresprognosen – EBIT deutlich unter Vorjahresniveau erwartet
Daimler Truck macht derzeit vor allem das schwächelnde Geschäft bei den Lastkraftwagen zu schaffen, während der Konzern im Bussegment sowohl beim Absatz als auch beim Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich zulegen konnte. Dennoch hat der Hersteller aufgrund der aktuellen Entwicklung die Gesamtjahresprognose nach unten korrigiert und erwartet nach eigenen Angaben ein Konzern-EBIT (Überschuss vor Steuern und Zinsen), das deutlich unter dem Vorjahresniveau liegt. Das vergangene Geschäftsjahr hatte Daimler Truck allerdings mit einem Rekordergebnis beendet, wovon die Mitarbeiter profitierten.
Rubriklistenbild: © Daimler Truck AG Global Communications

