Auftragsrückgang

Maschinenbauer aus Baden-Württemberg schickt Teile der Belegschaft in Kurzarbeit

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Maschinenbauer Knoll reagiert auf einen Auftragsrückgang und schickt Teile der Belegschaft in Kurzarbeit. Kündigungen soll es aber nicht geben.

Bad Saulgau - Die Auftragsflaute im Maschinenbau macht den Unternehmen in Baden-Württemberg seit Jahresbeginn Probleme. Mehrere Maschinenbauer hatten Teile der Belegschaft in Kurzarbeit geschickt; bei Groz-Beckert ist die Maßnahme vorerst bis Ende April angesetzt, beim Liebherr-Standort in Biberach sogar bis Ende September. Das teilten die Unternehmen auf BW24-Anfrage mit. Das Maschinenbauunternehmen Knoll mit Sitz in Bad Saulgau (Kreis Sigmaringen) hat dagegen ab April beziehungsweise Mai Kurzarbeit für einen Teil der Belegschaft angemeldet und reagiert damit auf die Rezession.

Das Familienunternehmen Knoll Maschinenbau gilt als ein führender Hersteller von Werkzeugmaschinen und beschäftigt weltweit mehr als 1.000 Mitarbeiter. Wie viele andere Unternehmen hatte Knoll im vergangenen Geschäftsjahr mit großen Herausforderungen zu kämpfen, deren Einfluss sich weiterhin bemerkbar machen, heißt es in einer Pressemitteilung. Wie Geschäftsführer Matthias Knoll auf Anfrage der Schwäbischen Zeitung bestätigte, soll deshalb ein Drittel der Belegschaft in Kurzarbeit geschickt werden. Auch das Familienunternehmen Lapp hatte Teile der Belegschaft in Kurzarbeit geschickt.

Maschinenbauer Knoll ergreift wegen Auftragsrückgang mehrere Maßnahmen

Knoll Maschinenbau gibt als Hauptpunkte für die derzeitige Lage hohe Energiekosten und den Fachkräftemangel an. Zudem würde die Inflation das Familienunternehmen weiterhin belasten. Obwohl das Unternehmen aus dem Kreis Sigmaringen im vergangenen Jahr ein deutliches Umsatzplus erzielte, musste Knoll aufgrund des Auftragsrückgangs bereits erste Maßnahmen ergreifen. Dazu gehörten laut dem Bericht der Schwäbischen Zeitung etwa der Abbau von Stunden auf Zeitkonten und auch eine Reduzierung von Leiharbeitern ist vorgesehen.

Maschinenbauer Knoll reagiert mit Kurzarbeit auf eine Auftragsflaute.
Name Knoll Maschinenbau GmbH
Gründung 1970
HauptsitzBad Saulgau, Baden-Württemberg
Branche Maschinenbau
Mitarbeiter 1.089
Umsatz 180,56 Millionen Euro

Als nächste Maßnahme gegen die Konsumflaute ist beim Maschinenbauer aus Baden-Württemberg Kurzarbeit angedacht, die sowohl Mitarbeiter in der Produktion als auch in der Verwaltung betreffen soll. Die Maßnahme der Kurzarbeit ist ein oft genutztes Instrument zur Kostenreduktion, von der im besten Fall beide Parteien profitieren. Während die Mitarbeiter durch das Kurzarbeitergeld weiterhin Lohn erhalten, umgeht das Unternehmen einen Stellenabbau und muss die Angestellten beim Eintreten einer besseren Auftragslage nicht neu einarbeiten.

Kurzarbeit bei Knoll, aber keine betriebsbedingten Kündigungen

Durch die Kurzarbeit verspricht sich Knoll Maschinenbau eine Kosteneinsparung, Kündigungen soll es dagegen nicht geben. „Wir wollen die Stammbelegschaft halten“, machte Matthias Knoll, der das Unternehmen gemeinsam mit seinem Bruder Jürgen Knoll leitet, deutlich. „Es soll deshalb keine betriebsbedingten Kündigungen unserer wertvollen und gut ausgebildeten Fachkräfte geben.“ In den vergangenen großen Krisen sei dieses Vorgehen erfolgreich gewesen. Knoll ist zudem weit über die Grenzen der Region für die Leistungen in der Ausbildung bekannt.

Maschinenbauer Knoll hat Kurzarbeit für Teile der Belegschaft angemeldet, Kündigungen soll es aber nicht geben.

Dass Unternehmen trotz einer Umsatzsteigerung aus Vorsicht Kurzarbeit anmelden, ist keine Seltenheit. Der bereits angesprochene Stuttgarter Kabelkonzern Lapp hat 2023 beispielsweise einen Umsatzrekord erzielt, Teile der Belegschaft am Stammsitz aber aufgrund der schwierigen Prognose in Kurzarbeit geschickt. Mercedes-Benz war im vergangenen Jahr deutlich dafür kritisiert worden, trotz eines Milliardengewinns Kurzarbeit für Teile der Belegschaft angemeldet zu haben.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Alexander Rochau

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