Sinkende Nachfrage

Autozulieferer aus Baden-Württemberg kürzt Arbeitszeit von 1.360 Mitarbeitern an Standort

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Aufgrund der sinkenden Nachfrage hat Autozulieferer Mahle die Arbeitszeit für 1.360 Mitarbeiter eines Standorts gekürzt. Die Maßnahme gilt bis Jahresende.

Stuttgart/St. Michael ob Bleiburg - Aufgrund der sinkenden Nachfrage nach Komponenten für die Automobilindustrie haben in der jüngeren Vergangenheit mehrere große Zulieferer mit einer Anpassung der Kapazitäten reagiert. Bosch-Tochter Bosch Engineering senkte an allen deutschen Standorten beispielsweise die Arbeitszeit und damit die Gehälter von insgesamt 2.300 Mitarbeitern. Der Stuttgarter Autozulieferer Mahle hat nach einer langen Durststrecke im vergangenen Jahr zwar die Trendwende geschafft, kann sich den aktuellen Herausforderungen der Industrie aber auch nicht entziehen.

Wie unter anderem die Kleine Zeitung berichtet, hat Mahle am Standort St. Michael ob Bleiburg im österreichischen Bundesland Kärnten zu Beginn des Monats die Arbeitszeit der rund 1.360 Mitarbeiter gesenkt. Nach Konzernangaben ist das Werk, das rund 40 Kilometer von der Stadt Klagenfurt entfernt liegt, der größte europäische Filterstandort von Mahle und zudem der größte Arbeitgeber der Region Unterkärnten. Auch Siemens hatte vor wenigen Wochen die Arbeitszeit von rund 900 Mitarbeitern an einem Standort gekürzt.

Mahle reduziert bis Jahresende Arbeitszeit und Gehalt von 1.360 Mitarbeitern in Kärnten

Der ehemalige Kolbenspezialist Mahle mit Hauptsitz in Stuttgart ist einer der größten deutschen Automobilzulieferer und damit von der aktuellen Schieflage der Branche besonders betroffen. Konzernchef Arnd Franz hatte bereits in der Vergangenheit erklärt, dass die schwierige Transformation zur E-Mobilität Arbeitsplätze kosten wird. Einen Abbau von Stellen soll es in Kärnten zwar nicht geben, dafür wurde für die gesamte Belegschaft aufgrund der niedrigen Auftragslage aber die Arbeitszeit um zehn Prozent reduziert, wie eine Sprecherin der Kleinen Zeitung bestätigte.

Name Mahle GmbH
Gründung 1. Dezember 1920
Hauptsitz Stuttgart, Baden-Württemberg
Branche Automobilzulieferer
Produkte Motorenkomponenten, Filtersysteme, Klimatisierung, Elektrifizierungstechnik, Thermomanagement, Kolbentechnik, Ventilsteuerung, Motorsteuerung, Antriebsstrangtechnik, Prüfsysteme
Leitung Arnd Franz (CEO)
Mitarbeiter 72.373 (2023)
Umsatz 12,8 Milliarden Euro (2023)

Die Maßnahme, die bis zum 31. Dezember 2024 angesetzt ist, wurde mit den Arbeitnehmervertretern am Standort abgestimmt. Bis Jahresende erhalten die 1.360 Mitarbeiter demnach auch zehn Prozent weniger Gehalt; wie es über den Jahreswechsel hinaus weitergeht, werde aktuell „beobachtet“, so die Sprecherin. Autozulieferer ZF Friedrichshafen hatte die Kurzarbeit für 1.500 Mitarbeiter am Stammsitz im September ausgesetzt, behält sich eine eventuelle Rückkehr zu der Maßnahme aber vor.

Mahle reduziert am Standort St. Michael (Österreich) die Arbeitszeit der Belegschaft bis Jahresende um zehn Prozent.

Autoindustrie in der Krise: Zulieferer haben besonders mit Transformation zu kämpfen

Die Autoindustrie hat aktuell massiv zu kämpfen, was sich bei den großen Herstellern bemerkbar macht. Der VW-Konzern will nach Angaben des Betriebsrats drei Standorte schließen und zehntausend Mitarbeiter entlassen, und auch bei Mercedes-Benz ist der Gewinn im dritten Quartal deutlich eingebrochen. Das bekommen eben auch die Zulieferer zu spüren, die ohnehin noch deutlicher mit der Transformation zur E-Mobilität zu kämpfen haben. Die Betriebsräte von Bosch, ZF und Mahle hatten bereits im vergangenen Jahr beim Staat um finanzielle Unterstützung gebeten.

Rubriklistenbild: © Mahle GmbH

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