Neustrukturierung

Autozulieferer in Baden-Württemberg baut hunderte Stellen ab

  • schließen

Autozulieferer Valeo baut aufgrund einer Neustrukturierung weltweit Arbeitsplätze ab. Betroffen sind auch mehrere Standorte in Süddeutschland.

Bietigheim-Bissingen - Der französische Autozulieferer Valeo mit Deutschlandsitz in Bietigheim-Bissingen (Kreis Ludwigsburg) bei Stuttgart baut weltweit mehr als 1.000 Stellen ab, wie Pressesprecher Andreas vom Bruch auf BW24 -Anfrage erklärte. Während derzeit viele Autozulieferer aufgrund von Sparmaßnahmen Arbeitsplätze abbauen – bei der ZF Friedrichshafen steht der Abbau von 12.000 Stellen im Raum – liegt die Anpassung bei Valeo an einer Zusammenlegung zweier Geschäftsbereiche. In Deutschland sind 430 Stellen betroffen, wie zuvor mehrere Medien übereinstimmend berichtet hatten.

Das Unternehmen Valeo mit Hauptsitz in Paris hat in Deutschland 24 Standorte mit insgesamt rund 8.800 Mitarbeitern. Den Berichten zufolge, die Andreas vom Bruch im Gespräch mit unserer Redaktion bestätigte, sind von der Neustrukturierung vor allem Standorte in Süddeutschland betroffen. Besonders in Ebern und Erlangen in Bayern wird es Einschnitte geben, in geringem Ausmaß aber auch in anderen deutschen Werken.

Stellenabbau betrifft auch Valeo-Deutschlandzentrale in Bietigheim

Wie der Deutschlandsprecher von Valeo erklärt, sollen die beiden Geschäftsbereiche Antriebsstränge und Thermische Systeme zu einem neuen Geschäftsbereich zusammengelegt werden. Damit reagiert der Konzern auf die Marktbedingungen, die im Zuge der Elektrifizierung die beiden Bereiche nicht mehr getrennt, sondern als Einheit sehen. Durch die Zusammenlegung entstehen aber Redundanzen, sodass durch die Neustrukturierung weltweit 1.150 Arbeitsplätze entfallen. Rüstungskonzern Rheinmetall hatte dagegen kürzlich den Verkauf eines Geschäftsbereichs mit Sitz in Baden-Württemberg verkündet.

Name Valeo S.A.
Gründung 1923 (Vorgängerunternehmen), 1980
Hauptsitz Paris, Frankreich
Deutschlandzentrale Bietigheim-Bissingen, Baden-Württemberg
Branche Automobilzulieferer
Mitarbeiter weltweit 110.300
Mitarbeiter in Deutschland rund 8.800
Umsatz 20 Milliarden Euro (2022)

Der Abbau von 430 Stellen bei Valeo in Deutschland betrifft vor allem die Standorte Ebern, wo 280 Arbeitsplätze wegfallen sollen, und Erlangen, wo 90 Stellen betroffen sind. „Wobei im Falle des Standorts in Ebern noch weitere Faktoren wie die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit hinzukommen“, erklärte vom Bruch. Die restlichen 60 Stellen sollen auf die anderen deutschen Standorte verteilt werden. „Auch Bietigheim-Bissingen ist betroffen“, sagte der Sprecher. „Allerdings im ganz niedrigen Bereich.“ Genaue Zahlen habe er dazu nicht.

Autozulieferer Valeo will im Rahmen einer Neustrukturierung hunderte Stellen in Süddeutschland abbauen.

Deutschlandzentrale von Valeo war einst Sitz eines schwäbischen Autozulieferers

Die Deutschlandzentrale von Valeo in Bietigheim-Bissingen war zuvor der Sitz des im Stuttgarter Stadtteil Feuerbach gegründeten Autozulieferers SWF (Spezialwerkzeugfabrik). Seit 1999 gehört SWF zum französischen Konzern, unter dem Markennamen werden aber bis heute Wischerblätter produziert. Neben der Deutschlandzentrale betreibt Valeo in Hockenheim in Baden-Württemberg auch einen Windkanal, der zum Geschäftsbereich Thermische Systeme gehört. BW24 hatte vor einiger Zeit über die Gehälter beim Autozulieferer Valeo berichtet.

Rubriklistenbild: © Francois Lo Presti/dpa/AFP

Kommentare