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Der Rüstungskonzern Rheinmetall trennt sich von einem Geschäftsbereich mit Sitz in Neckarsulm. Was bedeutet das für die Mitarbeiter?
Neckarsulm/Düsseldorf - Die Rheinmetall AG mit Sitz in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen) ist der größte Rüstungskonzern Deutschlands, aber auch als Autozulieferer tätig. Die Automotive-Sparte produziert unter anderem Kolben für Verbrennungsmotoren. Bis jetzt zumindest, da das Unternehmen in einer Pressemitteilung erklärt, den Kleinkolbenbereich mit allen Produktionsstandorten an die Comitans Capital AG mit Sitz in München zu verkaufen. Der Stuttgarter Autozulieferer Mahle hatte bereits in diesem Jahr einen gesamten Geschäftsbereich mit rund 600 Mitarbeitern verkauft.
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Da die Autosparte von Rheinmetall, die Rheinmetall Automotive AG, ihren Sitz in Neckarsulm (Baden-Württemberg) hat, sind Mitarbeiter im Südwesten von dem Verkauf betroffen. In Neckarsulm hat auch die Schwarz-Gruppe ihren Sitz, das nach Mitarbeiterzahl größte Unternehmen Baden-Württembergs. Insgesamt betrifft der Verkauf nach Konzernangaben rund 3.650 Angestellte an sechs Standorten sowie an zwei Standorten des chinesischen Joint-Ventures KSHP. Zuvor hatte Rheinmetall bereits den Großkolbenbereich veräußert.
Rheinmetall verkauft Kleinkolbengeschäft – Standort Neckarsulm mit 460 Mitarbeitern bleibt erhalten
Rheinmetall hatte bereits vor einiger Zeit angekündigt, sich in der Automotive-Sparte von den Produktionsbereichen für Verbrennungsmotoren trennen zu wollen. Fortan soll der Fokus auf neuen Technologiefeldern und alternativen Antriebsarten liegen. Mit dem Verkauf aller Aktivitäten im Bereich der Herstellung von Kleinkolben folgt der Konzern nach eigenen Angaben „seiner strategischen Zielsetzung“ und trennt sich von einem weiteren Bereich des Geschäftsfeldes. Der Kleinkolbenbereich von Kolbenschmidt, wie der Standort Neckarsulm nach dem Ursprungsunternehmen landläufig genannt wird, beschäftigt 460 Mitarbeiter.
| Name | Rheinmetall Automotive AG |
| Gründung | 1997 |
| Sitz | Neckarsulm, Baden-Württemberg |
| Branche | Automobilzulieferer |
| Mutterkonzern | Rheinmetall AG |
| Mitarbeiter | 11.000 (2019) |
| Umsatz | 2,8 Milliarden Euro (2019) |
Diese 460 Angestellten in Neckarsulm und die weiteren 3.250 an den Standorten in Marinette (USA), Celeya (Mexico), Nova Odessa (Brasilien), Trmice (Tschechien) und Hiroshima (Japan) sowie den Standorten von KSHP in China sollen vom neuen Eigentümer übernommen werden. Zudem sollen laut der Mitteilung auch alle genannten Standorte bestehen bleiben und die Produktion sowie der Geschäftsbetrieb weitergeführt werden. Der Technologiekonzern Bosch überlegt offenbar ebenfalls, einen großen Geschäftsbereich zu verkaufen, was Folgen für mehr als 10.000 Mitarbeiter hätte.
Neuer Eigentümer will Rheinmetall-Sparte unter altem Namen fortführen
Die Automotive-Sparte von Rheinmetall produziert am Stammsitz im baden-württembergischen Neckarsulm und in den anderen Werken nicht ausschließlich Kolben. Der neue Eigentümer will den Bereich aber als selbständiges, unabhängiges Unternehmen weiterführen. „Mit der Unterstützung der Comitans Capital AG werden wir Kolbenschmidt Pistons als eigenständiges und profitables Unternehmen langfristig am Markt positionieren“, wird der zukünftige CEO von Kolbenschmidt Pistons zitiert. Demnach will die Münchner Beteiligungsgesellschaft den Bereich unter dem alten Namen fortführen.
Dieser geht auf Karl Schmidt zurück, der im Jahr 1910 in Heilbronn die spätere KS Kolbenschmidt GmbH gründete, die im Jahr 1997 mit der Pierburg GmbH in Neuss (NRW) zur Rheinmetall Automotive AG fusionierte. Die jetzige Transaktion ist laut dem Düsseldorfer Rüstungskonzern allerdings noch nicht abgeschlossen und wird zum 31. März 2024 angestrebt. Dass Autozulieferer sich zunehmend von der Produktion von Komponenten für den Verbrennungsmotor trennen, ist keine Seltenheit. Auch die ZF stellt ganze Sparten auf den Prüfstand, wovon ein Standort bei Stuttgart betroffen sein könnte.
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