VonJulian Baumannschließen
Der Möbelhersteller Rauch muss aufgrund der schwierigen Wirtschaftslage ein Werk im Südwesten schließen und auch am Stammsitz in Baden-Württemberg soll Personal abgebaut werden.
Freudenberg am Main - Die aktuellen weltwirtschaftlichen Herausforderungen haben in mehreren Branchen zu einer erheblichen Auftragsflaute geführt. Mehrere Maschinenbauer in Baden-Württemberg haben Teile der Belegschaft deshalb in Kurzarbeit geschickt. Auch die Möbelbranche leidet derzeit massiv unter der Konsumflaute, weswegen auch die Rauch Möbelwerke mit Stammsitz in Freudenberg am Main, im nördlichen Baden-Württemberg reagieren müssen. Wie das Unternehmen auf BW24-Anfrage bestätigt, soll das Werk im pfälzischen Mastershausen bis spätestens Ende Januar 2025 geschlossen werden und auch am Hauptsitz sind personelle Einsparungen notwendig.
Die derzeitige Schieflage der Wirtschaft macht sich auch durch die vielen Insolvenzen bemerkbar. Erst vor wenigen Tagen meldete ein weiteres Traditionsunternehmen aus Baden-Württemberg Insolvenz an. „Jede Woche muss ein Wettbewerber, Zulieferer oder auch Händler Insolvenz anmelden“, erklärt auch Rauch im Namen von Geschäftsführer Rainer Hribar die aktuelle Lage. „Von einem Anziehen des Geschäftes ist nichts zu spüren und es wird nach neueren Prognosen auch auf absehbare Zeit ausbleiben.“ Stattdessen würde sich das wirtschaftliche Klima weiter eintrüben.
Standort von Rauch Möbelwerke in Mastershausen soll bis Ende Januar 2025 geschlossen werden
Das hat eben auch Auswirkungen auf das Werk der Rauch Möbelwerke in Mastershausen. „Die produzierten Mengen sind inzwischen unter den für eine industrielle Fertigung kritischen Wert gefallen“, erklärt das Unternehmen gegenüber unserer Redaktion. „Die vorherrschenden Gemeinkosten verteuern die in immer kleineren Stückzahlen produzierten Schränke derart, dass wir nicht mehr wettbewerbsfähig sind.“ Man habe zwar mit großem Aufwand neue Sortimente kreiert, die auch positiven Anklang fanden, das habe aufgrund der Konsumrückhaltung aber nicht ausgereicht, um die Auslastung im Werk zu verbessern.
| Name | Rauch GmbH & Co. KG (Rauch Möbelwerke) |
|---|---|
| Gründung | 1897 |
| Hauptsitz | Freudenberg am Main, Baden-Württemberg |
| Branche | Möbelindustrie |
| Produkte | Schlafzimmermöbel und Schrankprogramme, die ausschließlich in Deutschland gefertigt werden |
| Mitarbeiter | 1.420 |
| Umsatz | 294 Millionen Euro |
Deshalb sei die Aufrechterhaltung des Standorts Mastershausen nicht mehr länger möglich. „Die Produktion und der Betrieb in Mastershausen soll sukzessive, beginnend schnellstmöglich nach Abschluss des Interessenausgleichsverfahrens und spätestens zum 31. Januar 2025 vollständig eingestellt werden“, führt Rauch aus. „Damit entfällt schrittweise der Beschäftigungsbedarf für die in Mastershausen tätigen 164 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“ Europas größter Hersteller für Schlafzimmermöbel und Schrankprogramme muss aber auch am Stammsitz in Freudenberg am Main (Main-Tauber-Kreis) Anpassungen vornehmen.
Rauch muss auch am Stammsitz Personal abbauen – Stellen in Produktion und Verwaltung betroffen
Wie das Unternehmen auf BW24-Anfrage ebenfalls mitteilt, besteht auch im Werk Freudenberg aufgrund des zurückgegangenen Auftragsvolumens eine Überbesetzung. „Wir planen einen Personalabbau in zwei Stufen bis zum 30. Juni 2025 in Höhe von 90 FTE (FTE bezeichnet den Gegenwert einer Vollzeitstelle, Anm.d.Red)“, heißt es von Rauch. Derzeit gehe man davon aus, dass durch die natürliche Fluktuation betriebsbedingte Kündigungen zum Großteil vermieden werden können. Im Verwaltungsbereich sollen bei Rauch Möbelwerke in Freudenberg nach eigenen Angaben bis zum 30. Juni 2025 in zwei Schritten ebenfalls rund 60 FTE abgebaut werden.
Laut dem Unternehmen ist auch in diesem Schritt die Nutzung der natürlichen Fluktuation beabsichtigt, die aller Voraussicht nach aber nur einen geringen Effekt haben wird. „Deshalb werden auch Entlassungen erfolgen müssen.“ Die tiefgreifenden Maßnahmen zur Kosteneinsparung sind notwendig, um im „Ausscheidungsrennen“ der Schrank- und Schlafzimmermöbel-Hersteller bestehen zu können. Deshalb hat der Hersteller das Restrukturierungsprogramm verschärft, „welches die Schließung der Möbelwerke Mastershausen mit Teilverlagerung des Sortiments nach Freudenberg plus erhebliche Personalreduzierungen im Werk und in der Verwaltung Freudenberg vorsieht.“
Rubriklistenbild: © Rauch Möbelwerke GmbH

