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Die Firma Inovan hat den Abbau von 160 Vollzeitstellen an ihrem Hauptsitz in Baden-Württemberg angekündigt. Die IG Metall geht dagegen vor.
Birkenfeld (Enzkreis) - Aufgrund der anhaltenden wirtschaftlichen Herausforderungen greifen viele Unternehmen zu drastischen Maßnahmen, um Kosten zu senken. Die IG Metall kämpft derzeit gegen den Stellenabbau bei einem Elektronikkonzern in Baden-Württemberg und will auch gegen die am 23. Mai verkündeten Sparmaßnahmen bei einem Technologieunternehmen aus dem Südwesten vorgehen. Konkret geht es um die Firma Inovan, die am Stammsitz in Birkenfeld (Enzkreis) nahe der Großstadt Pforzheim rund 160 Arbeitsplätze abbauen will.
Das Unternehmen Inovan hat sich auf verschiedene Technikbereiche spezialisiert, darunter die Oberflächen-, Stanz- und Kunststofftechnik. Am Stammsitz in Baden-Württemberg gibt es insgesamt drei Werke. Seit einiger Zeit brodelt es bei der Firma aus dem Enzkreis: Bereits im Jahr 2020 wurde der Abbau von 200 Stellen angekündigt und nun stehen 160 Arbeitsplätze vor dem Aus. Die IG Metall Pforzheim bezeichnet die Ankündigung als „Schlag ins Gesicht der Beschäftigten“.
IG Metall will mit Inovan an Alternativen zum Stellenabbau arbeiten
Als Inovan Anfang 2020 einen Stellenabbau in Birkenfeld angekündigt hatte, wurde die Maßnahme damit begründet, dass künftig Konsequenzen aus Marktschwankungen besser kompensiert werden könnten. Seitdem hat sich die Wirtschaftslage trotz Ende der Corona-Pandemie nicht wirklich gebessert. Aktuell machen den Unternehmen weiterhin die hohen Kosten und die nachlassende Kaufkraft Probleme. Die IG Metall Pforzheim erklärte in einer Pressemitteilung vom 23. Mai, dass der nun angekündigte Abbau von 160 Stellen nicht alternativlos sei und man gerne bereit wäre, gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten.
| Name | Inovan GmbH & Co. KG |
|---|---|
| Gründung | 1952 |
| Hauptsitz | Birkenfeld, Baden-Württemberg |
| Mutterunternehmen | William Prym GmbH (seit 1994) |
| Branche | Metallverarbeitung |
| Mitarbeiter | über 700 weltweit |
„Personalabbau und Verlagerungen können nicht immer das einzige Mittel sein, das Managern einfällt, um schwierige, wirtschaftliche Herausforderungen zu bewältigen“, betonte Martin Kunzmann, der erste Bevollmächtigte der IG Metall Pforzheim. „So kann die Zukunft nicht positiv gestaltet werden.“ Die Arbeitnehmervertreter fordern deshalb, dass sich die Inovan-Geschäftsleitung mit dem Betriebsrat und der Gewerkschaft in Verhandlungen begibt, um den Stellenabbau abzuwenden und den Standort zukunftssicher zu machen.
Vorzeichen für Verhandlungen mit Inovan stehen nicht unbedingt schlecht
Eine ähnliche Forderung hatte die IG Metall bereits 2020 gestellt und konnte wenig später einen ersten Erfolg verbuchen. Neben der Reduzierung des angekündigten Stellenabbaus konnte beispielsweise auch die Schließung des Standorts Stolberg, wo das Mutterunternehmen Prym seinen Hauptsitz hat, verhindert werden. Aktuell stehen die Vorzeichen für eine erfolgreiche Verhandlung nicht unbedingt schlechter, da in jüngster Vergangenheit mehrere Unternehmen ihre Sparmaßnahmen zumindest abgemildert haben. Anfang Mai konnte der Standort eines Industriekonzerns aus Baden-Württemberg gerettet werden, einige Mitarbeiter mussten dennoch gehen.
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