Kommunalwahl

Gemeinderatswahl in Aalen: Freie Wähler mit eigener Kampagne für die Frauen

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Wollen in den Aalener Gemeinderat (v. l.): Verena Friedel, Silke Ilg, Stephanie Schappacher und Marita Hermann.
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Diese „starken Frauen“ wollen in den Aalener Gemeinderat. Bisher besteht die Freie-Wähler-Fraktion nur aus Männern.

Aalen. Die aktuelle Fraktion der Freien Wähler im Aalener Gemeinderat besteht nur aus Männern. Im künftigen Gemeinderat, der bei der Kommunalwahl am Sonntag, 9. Juni, gewählt wird, soll sich das ändern. Dafür steht eine eigene Kampagne der Kandidatinnen der Freien Wähler in der Kernstadt – der Freien Wählerinnen sozusagen.

Die Kandidatinnen sind auf Anzeigen und Großplakaten in der Stadt zu sehen. Die Kampagne ist überschrieben mit „sechs starke Frauen für die Kernstadt Aalen“. Vier der Frauen sind an diesem Nachmittag zum Gespräch mit der Redaktion gekommen, um über ihre Motivation und die Ziele zu sprechen.

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Ziel sei, dass die neue Freie-Wähler-Fraktion nicht mehr nur aus Männern besteht, bestätigt Marita Hermann. Dabei gehe es aber nicht um eine Frauenquote. Die Frauen, die sich bei den Freien Wählern engagieren, so Hermann, würden das nicht wegen einer Quote tun, sondern weil sie sich einbringen möchten.

Themen, die Männer nicht auf dem Schirm haben

„Frauen bringen eine andere Perspektive ein“, sagt Stephanie Schappacher. „Es gibt Probleme und Themen, die Männer nicht auf dem Schirm haben“, sagt Silke Ilg. Familie zum Beispiel, sagt Hermann. Die Frauen am Tisch sind sich einig, dass es auch heute überwiegend noch so ist, dass sich eher Frauen um die Familie kümmern.

Das schließe auch die Senioren ein, sagt Hermann. Frauen kümmerten sich oft um die Älteren oder Pflegebedürftigen in der Familie. Sie schlägt vor, noch mehr Netzwerke zu knüpfen, damit sich Senioren in Aalen wohlfühlen. „Wir hätten da schon Ideen“, sagt Hermann.

Weitere Themen, die den Freien Wählern wichtig sind

„Vom Kindergarten bis zum Pflegeheim sollte alles miteinander verknüpft werden“, sagt Ilg. Als Beispiel nennt sie ein Projekt, bei dem Kindergartenkinder ältere Menschen in der geriatrischen Klinik besucht haben. „Die Kinder und die Senioren haben sich darüber gefreut“, erzählt sie. In diese Richtung müsse man noch weiter denken. Verena Friedel spricht außerdem die ihrer Meinung nach zu hohen Elternbeiträge in der Kinderbetreuung an. Für manche Mütter lohne es sich daher nicht, zu arbeiten. Den Kandidatinnen – wie den Freien Wählern insgesamt – lägen noch viele weitere Themen am Herzen. Mehr bezahlbaren Wohnraum in Aalen zu schaffen, eine Verbesserung der ärztlichen Versorgung, die Sicherheit und Sauberkeit in der Stadt, den Zusammenhalt in der Stadtgesellschaft und Aalen noch attraktiver zu machen, nennen sie als einige Beispiele.

Auch Frauen aus den Stadtteilen haben Chancen

Beim Blick ins Wahlprospekt der Freien Wähler fällt auf, dass trotz Frauenkampagne die ersten drei Listenplätze in der Kernstadt an Männer vergeben worden sind. Nicole Felgenhauer folgt dann auf Platz 4, Verena Friedel auf 5, Marita Hermann auf 8, Loraine Hess auf 9, Silke Ilg auf 10 und Stephanie Schappacher auf Platz 13.

Bei der Wahl vor fünf Jahren haben die Freien Wähler fünf Sitze erobern können. Bei der kommenden Wahl dürften aber auch Frauen aus den Teilorten gute Chancen haben. Etwa die Fachsenfelder Ortsvorsteherin Sabine Kollmann, die Dewanger Ortsvorsteherin Andrea Zeißler oder Ute Lüdeking, die in Ebnat auf Listenplatz 1 kandidiert. Außerdem stehen zur Wahl: Doris Haßler für Dewangen, Nina Schaupp für Hofen, Nicole Fähnle für Unterrombach-Hofherrnweiler, Senta D'Onofrio, Lamia Fetzer und Sabrina Kienzl für Wasseralfingen, Anja Köder-Knaus und Erika Wiedenmann für Unterkochen.

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