VonDavid Wagnerschließen
Anwohner des potenziellen Geländes äußert Kritik. Welche Antwort er auf seine Frage nach möglichen Vorteilen für Mögglingen erhält. Bürgermeister verweist auf öffentliche Infoveranstaltung im Januar.
Mögglingen. Welche Folgen hätte ein Klinik-Neubau für Mögglingen? Darum ging es in der Bürgerfragestunde und bei den Anfragen der Gemeinderäte in der jüngsten Sitzung.
Rückblick: Mögglingen bewirbt sich als Standort für ein neues Zentralklinikum im Ostalbkreis. Diese Entscheidung traf der Gemeinderat im Oktober mehrheitlich - in nicht öffentlicher Sitzung und „bekräftigte“ diesen Entschluss nochmals öffentlich im November.
"Extrem brutal aus der Zeitung erfahren"
Timo Pfänder, als Anwohner der des Wohngebiets „Kreuzäcker“ Nachbar der angedachten Klinik-Fläche, hatte in der Bürgerfragestunde dazu mehrere Fragen. Er wollte wissen, ob dem Gemeinderat bewusst sei, dass es vom geplanten Klinik-Gelände „in zwölf Metern Luftlinie“ das Wohngebiet „Kreuzäcker“ gebe. Dessen Anwohner hätten von dem Bewerbungs-Beschluss „extrem brutal aus der Zeitung erfahren“, ohne zu wissen, dass dies überhaupt Thema in Mögglingen sei. Er könne nachvollziehen, dass manche Themen zunächst erst nicht öffentlich beraten werden müssten. „Das ist für uns aber gefühlt vom Himmel gefallen, das ist äußerst problematisch“, meinte Pfänder. Er frage sich, ob dem Gemeinderat bewusst sei, dass, sollte die Entscheidung pro Mögglingen falle, dies über viele Jahre eine Dauerbaustelle bedeute und danach der Betrieb einer Klinik „in einer Dimension, wie sie der Ostalbkreis vorher noch nie gesehen hat“.
Was bringt es Mögglingen?
Timo Pfänder wollte vom Bürgermeister wissen: Warum will die Gemeinde die Klinik? Auch in Anbetracht dessen, dass diese keine Vorteile für die Gemeinde in Form der Gewerbesteuer bringe? Darauf hatte Schlenker keine eindeutige Antwort. Es sei eine „vielschichtige Frage“, die man nicht in zwei, drei Sätzen beantworten könne. Der Gemeinderat habe dies eben mehrheitlich so beschlossen. „Wir werden das, auch unter Bürgerbeteiligung, nachschärfen“, so der Bürgermeister. Er müsse auf diese folgenden Abwägungen verweisen.
Timo Pfänder wollte wissen, in welchem Rahmen diese Öffentlichkeitsbeteiligung geplant sei und wo diese ansetze. „Die setzt am Grundsatz an“, bekräftigte Schlenker. Schließlich müsse es da ja auch noch „etwas zu besprechen geben“. Das Ganze soll wohl im Januar bei einer Einwohnerversammlung über die Bühne gehen.
Ein weiterer Bürger, Bernd Schweizer, meinte zu Timo Pfänder, es gebe in Mögglingen auch Befürworter eines Klinikums. Damit verbunden seien schließlich „Entwicklungsmöglichkeiten für die nächsten 80 bis 100 Jahre.“ Schweizer wollte wissen, wie die Verwaltungsgemeinschaft Rosenstein als Ganze zu dem Thema stünde und appellierte, hier müssten die VG-Gemeinden an einem Strang ziehen. Bürgermeister Schlenker sagte, es gebe seitens der VG „kein offizielles Bekenntnis“ zu Mögglingen. Die Bürgermeister-Kollegen stünden dem aber „grundsätzlich positiv“ gegenüber, dasselbe gelte ähnlich aber auch für Essingen.
15 Fragen an den Landkreis
Unter dem Punkt „Anfragen der Gemeinderäte“ verlas Bürgermeister Schlenker einen 15 Punkte umfassenden Fragenkatalog, den die Fraktion Aktive Mögglinger SPD vorgelegt habe. Bis Ende Januar soll dieser von der Landkreisverwaltung beantwortet werden. Die Fragen betreffen mögliche Konsequenzen eines Klinik-Baus in Mögglingen bis hin zur Frage, ob ein Hubschrauberlandeplatz und damit einhergehend Lärmschutzmaßnahmen geplant seien.
„Wir müssen das jetzt konkretisieren und Argumente sammeln. Es darf nicht alles so in der Luft hängen“, erläuterte Irmgard Sehner von der Fraktion Aktive Mögglinger SPD.
Friedrich Lange CDU) meinte, der Fragenkatalog beinhalte „gute Impulse“. Allerdings wäre es schön gewesen, die Fraktionen hätten das gemeinsam erarbeitet. „Mit dem Thema sollten man sich nicht profilieren wollen“, so Lange. Das, so Irmgard Sehner, sei nicht das Ansinnen ihrer Fraktion gewesen.
Felix Schweizer betonte, er sei gegen die Entscheidung einer Mögglinger Bewerbung als Klinik-Standort an dieser Stelle gewesen. Nun aber könne die Gemeinde nicht mehr zurück. „Jeder will fliegen, aber keiner will einen Flughafen“, verglich es Schweizer. Auch wenn er nicht dafür gestimmt habe, sei es nun eine „Verantwortungssache“, hier dran zu bleiben.
