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Nach Stihl, Trumpf und Groz-Beckert sind auch bei Maschinenbauer Heidelberg Druckmaschinen Teile der Produktion in Kurzarbeit.
Heidelberg - Die Industrie in Baden-Württemberg hat durch die weiterhin hohen Kosten für Rohstoffe, Energie und Personal mit einem deutlichen Auftragsrückgang zu kämpfen. Im Lauf der vergangenen Wochen hatten mehrere Maschinenbauer aus oder in Baden-Württemberg Teile der Belegschaft in die Kurzarbeit geschickt. Bei Stihl gilt diese Maßnahme am Hauptsitz in Waiblingen und in Weinsdorf (Rheinland-Pfalz). Maschinenbauer Trumpf schickt ab Februar 350 Mitarbeiter eines Standorts in die Kurzarbeit.
Wie ein Sprecher des Präzisionsmaschinenbauers Heidelberger Druckmaschinen (kurz HEIDELBERG) auf BW24-Anfrage bestätigte, setzt das Unternehmen am Stammwerk in Wiesloch-Walldorf (Rhein-Neckar-Kreis) in Teilen der Produktion ebenfalls Kurzarbeit um. „Aktuell ist die Kurzarbeit für drei Monate vorgesehen und bewilligt.“ Das Werk ist mit rund 4.500 Mitarbeitern die größte und modernste Druckmaschinenfabrik der Welt. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Maschinenbaukonzern aus Heidelberg erklärt, aufgrund der angespannten Wirtschaftslage weiter sparen zu wollen.
Mitarbeiter von Heidelberger Druckmaschinen wegen schwacher Auftragslage in Kurzarbeit
Wie bei Stihl, Trumpf oder auch dem Werkzeugkonzern Groz-Beckert, der für die Belegschaft am Stammsitz in Albstadt Kurzarbeit angemeldet hatte, wird die Maßnahme bei Heidelberger Druckmaschinen mit dem Rückgang der Aufträge begründet. „Grund dafür ist ein sich abschwächender Auftragseingang und die zunehmend angespannte Lage der Weltwirtschaft“, so der Sprecher. „Gerade in einer solchen schwierigen Auftragslage ist es wichtig, dass wir Kostensteigerungen mit Einsparmaßnahmen entgegenwirken.“ Die Maßnahme ist für drei Monate angemeldet. Über den Umfang und weitere Details werde man keine Auskunft erteilen, hieß es gegenüber unserer Redaktion.
| Name | Heidelberger Druckmaschinen AG |
|---|---|
| Gründung | 1850 in Heidelberg |
| Hauptsitz | Wiesloch-Walldorf, Baden-Württemberg |
| Branche | Maschinenbau |
| Mitarbeiter | 9.554 (Geschäftsjahr 2022/2023) |
| Umsatz | 2,4 Milliarden Euro (Geschäftsjahr 2022/2023) |
Der Maschinenbaukonzern aus Baden-Württemberg, der unter anderem auch Produktionsstandorte in Amstetten auf der Schwäbischen Alb sowie in Ludwigsburg betreibt, hatte bereits im Geschäftsjahr 2021/2022 weltweit rund 500 Stellen abgebaut. Darauf entfielen etwa 300 am Stammsitz in Wiesloch-Walldorf. Obwohl die Kurzarbeit oftmals in der Kritik steht, ist sie als Maßnahme deutlich sozialverträglicher als der Abbau von Arbeitsplätzen. Auf der einen Seite erhalten die Mitarbeiter Kurzarbeitergeld, wenn sie die Voraussetzungen erfüllen. Auf der anderen Seite muss das Unternehmen beim Eintreten einer besseren Auftragslage keine neuen Mitarbeiter einlernen.
Heidelberger Druckmaschinen zeigte sich zuletzt für das Geschäftsjahr 2023/2024 zuversichtlich
Trotz der angespannten Wirtschaftslage ist die Heidelberger Druckmaschinen AG nach eigenen Angaben auf einem guten Kurs. Im November 2023 hatte der Maschinenbaukonzern in einer Pressemitteilung erklärt, aufgrund einer leichten Verbesserung des Umsatzes im Geschäftsjahr 2023/2024 weiterhin mit einem Umsatz zu rechnen, der dem des Vorjahres entspricht. Voraussetzung sei jedoch, dass sich die Weltwirtschaftslage nicht weiter verschlimmere. Die Kurzarbeit in Teilen der Produktion zeigt allerdings, dass das Unternehmen derzeit Kostensteigerungen kompensieren muss. Auch Baumaschinenhersteller Liebherr hatte Mitarbeiter an einem Standort in Baden-Württemberg in die Kurzarbeit geschickt.
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