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Nach Stihl und Groz-Beckert schickt auch Maschinenbauer Liebherr seine Mitarbeiter an einem Standort in Baden-Württemberg zum Jahresbeginn in die Kurzarbeit.
Biberach an der Riß - Das Jahr 2023, das für viele Unternehmen aus Industrie und Handel große Herausforderungen mit sich brachte, ist zu Ende. Für manche Betriebe sieht der Januar allerdings auch nicht rosig aus. Maschinenbauer Stihl aus Waiblingen hatte für Teile der Belegschaft bereits vor einigen Wochen Kurzarbeit angemeldet und der Werkzeughersteller Groz-Beckert will seine Mitarbeiter am Hauptsitz in Albstadt zum Jahresanfang in die Kurzarbeit schicken. Als Gründe werden bei den Unternehmen die schwache Nachfrage, sowie die stark gestiegenen Preise genannt.
Wie mehrere Medien aktuell übereinstimmend berichten, sollen auch die Mitarbeiter des Maschinenherstellers Liebherr am Standort Biberach an der Riß in Baden-Württemberg zum Jahresbeginn in die Kurzarbeit geschickt werden. Die Unternehmensgruppe Liebherr, die unter anderem Werkzeugmaschinen, Fahrzeug- und Turmdrehkräne und Automationssysteme produziert, hat ihren Sitz in der Schweiz, ihren Ursprung aber in Kirchdorf an der Illner in Baden-Württemberg. Am Standort Biberach arbeiten derzeit rund 1.630 Mitarbeiter für den Konzern.
1.350 Mitarbeiter von Liebherr im Kreis Biberach in Kurzarbeit, weitere 1.000 sollen folgen
Aufgrund des hohen Kostendrucks und der daraus resultierenden schwachen Nachfrage hatten einige Unternehmen aus Baden-Württemberg im vergangenen Jahr erhebliche Probleme. Diehl Controls aus Wangen hat beispielsweise kurz vor Weihnachten angekündigt, rund die Hälfte seiner Mitarbeiter entlassen zu müssen. Wie die Schwäbische Zeitung berichtet, trifft die aktuelle wirtschaftliche Lage Liebherr gleich doppelt. Zum einen wirken sich die seit langem anhaltenden Probleme der Baubranche direkt auf den Standort Biberach aus, wo Turmdreh- und Mobilbaukräne gefertigt werden, und zum anderen auch auf andere Branchen des Konzerns.
| Name | Liebherr-Werk Biberach GmbH |
| Standort | Biberach an der Riß, Baden-Württemberg |
| Gesellschaft | Liebherr-International S.A. |
| Produkte | Turmdreh- und Mobilbaukräne |
| Mitarbeiter | 1.630 |
Liebherr hat deshalb bereits am Hausgeräte-Produktionsstandort Ochsenhausen im Landkreis Biberach am 6. Oktober für 1.350 Mitarbeiter Kurzarbeit angemeldet, die bis zum 31. März kommenden Jahres andauern soll. Im Werk in der Kreisstadt Biberach an der Riß selbst sollen rund 1.000 Angestellte betroffen sein, die zum 1. Januar in die Kurzarbeit geschickt werden sollen. „Der Umfang der Kurzarbeit variiert in beiden Werken je nach Auslastungsgrad der verschiedenen Produkt- und Fachbereiche“, teilte demnach der Konzern mit.
Liebherr geht an Standort Biberach von Kurzarbeit bis September 2024 aus
Die aktuellen Planungen bei Liebherr für den Standort Biberach sehen jedoch vor, dass die Kurzarbeit für rund 1.000 Mitarbeiter bis zu neun Monate – und damit bis Ende September 2024 – andauern könnte. Die Liebherr-Werk Biberach GmbH übt als Teilgesellschaft der Liebherr-Gruppe die Funktion einer Spartenobergesellschaft aus und zählt zusammen mit den Standorten in Spanien und Indien zu den größten Herstellern von Turmdrehkränen weltweit. Aufgrund der Bauflaute und den hohen Kosten für Rohstoffe und Material ist der Bedarf aber zurückgegangen.
Wie die Schwäbische Zeitung berichtet, haben die Geschäftsführungen, Personalabteilungen und Betriebsräte beider Gesellschaften der Liebherr-Gruppe im Kreis Biberach in Absprache eine Anpassung der Kapazität durch zeitlich begrenzte Kurzarbeit beschlossen. Autobauer Mercedes-Benz hatte im Frühjahr 2023 Kritik auf sich gezogen, da Mitarbeiter trotz eines Milliardengewinns in die Kurzarbeit geschickt wurden.
Rubriklistenbild: © Stefan Puchner/dpa

