Von der Donau in die Weltmeere

Rüstungskonzern zieht Millionenauftrag der Marine an Land – produziert wird in Baden-Württemberg

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Das Rüstungsunternehmen Hensoldt hat einen weiteren Millionenauftrag der deutschen Marine erhalten. Davon profitiert ein Standort in Baden-Württemberg.

Ulm - In Sachen Rüstungsunternehmen kommt einem in Baden-Württemberg wohl zunächst das „tödlichste Unternehmen Europas“, Heckler & Koch, in den Sinn. Allerdings haben viele große Rüstungskonzerne wichtige Standorte im Ländle, darunter beispielsweise Diehl Defence in Überlingen am Bodensee. Auch die in Taufkirchen bei München ansässige Hensoldt AG betreibt gleich mehrere Standorte in Baden-Württemberg; einer davon profitiert von einem erneuten Millionenauftrag der deutschen Marine.

Wie das Unternehmen in einer Pressemitteilung erklärt, hat Hensoldt einen Auftrag für die Lieferung von TRS-4D-Marineradaren für die deutsche Marine vom französischen Rüstungsunternehmen Thalos erhalten. Gemeinsam mit dem Erstauftrag aus dem Jahr 2022 erhöht sich der Auftragswert auf über 200 Millionen Euro. Davon profitiert die „Radar-Hochburg“ Ulm, wie Hensoldt den Standort in der baden-württembergischen Großstadt auf seiner Seite bezeichnet, da dort produziert werden soll.

Auftrag für Hensoldt: In Ulm wird bereits täglich an den Radaren gearbeitet

Laut den Angaben auf der Unternehmensseite ist der Standort Ulm, der sich auf die komplexe Sicherheitselektronik spezialisiert hat, mit rund 3.000 Mitarbeitern der größte Standort von Hensoldt in Deutschland. Die dort produzierten TRS-4D-Marineradare wurden im Rahmen des Erstauftrags in vier Fregatten der Niedersachsen-Klasse verbaut; durch eine Erweiterung sollen nun zwei weitere Kriegsschiffe mit der Technologie ausgerüstet werden. Dadurch verlängert sich der bisherige Lieferzeitraum.

Die baden-württembergische Großstadt Ulm profitiert von dem Millionenauftrag, da dort produziert werden soll.

„Unser TRS-4D und seine High-End-Komponenten werden in Zukunft auf sechs Schiffen der Deutschen Marine eingesetzt und bieten dem Kunden ein hohes Maß an Gemeinsamkeiten“, sagte Markus Rothmaier, Leiter Naval & Ground Radars bei HENSOLDT. „Wir arbeiten bereits tagtäglich an den Radaren für die vier Fregatten und freuen uns, dass die Option auf zwei weitere gezogen wurde.“ Verbaut werden die in Ulm gefertigten Radare von Thalos.

In Ulm produzierte Radar-Systeme wurden jüngst auch nach Lettland und Slowenien geliefert

Wie die gesamte Rüstungsindustrie profitiert die „Radar-Hochburg“ in Ulm aktuell von der Lage der Welt. Erst vor etwas mehr als einem Monat hatte Hensoldt in einer Mitteilung erklärt, in Ulm hergestellte Hochleistungsradare im Auftrag von Diehl Defence an die europäischen Staaten Lettland und Slowenien zu liefern. Dort werden sie als Teil des Luftverteidigungssystems Iris-T SLM eingesetzt, das aktuell in der Ukraine zum Einsatz kommt.

Die am Hensoldt-Standort Ulm produzierten Hochleistungsradare wurden kürzlich auch nach Lettland und Slowenien geliefert.

Obwohl Hensoldt seinen Stammsitz in Taufkirchen bei München hat, ist die Unternehmensgruppe vor allem in Baden-Württemberg vertreten. Neben der „Radar-Hochburg“ Ulm betreibt das Unternehmen Standorte in Oberkochen (Ostalbkreis) und in Immenstaad bei Friedrichshafen. Zudem hat der Geschäftsbereich Avionik seinen Sitz in Pforzheim und in Aalen eröffnete Hensoldt 2021 ein Integrated Solution Center.

BW24 hatte zuletzt auch über eine mögliche Bundeswehr-Entscheidung berichtet, die gleich bei mehreren großen Unternehmen aus Baden-Württemberg Arbeitsplätze kosten könnte.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Alexander Rochau

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