VonPatrick Kuoltschließen
Landschaftlich hat Baden-Württemberg mit sagenumwobenen Seen, matschigen Mooren oder besonderen Bäumen eine Menge zu bieten. Das sind fünf der schönsten Naturwunder im Ländle.
Stuttgart - Global Player wie Mercedes-Benz, Porsche oder Bosch haben Baden-Württemberg zu einem starken und weltweit angesehenen Wirtschaftsstandort geformt. Das Bundesland im Südwesten nur auf seine ökonomische Stärke zu reduzieren, würde ihm jedoch nicht gerecht. Nicht umsonst heißt es in The Länd: „Wir können alles. Außer Hochdeutsch.“ Denn das Ländle kann nicht nur Wirtschaft, sondern auch Landschaft. BW24 listet fünf außergewöhnliche Naturwunder in Baden-Württemberg auf, die einen Besuch wert sind.
1. Der Blautopf
Das leuchtend blaue Wasser des Blautopfs wirkt beinahe unnatürlich. Die zweitwasserreichste Karstquelle Deutschlands befindet sich in Blaubeuren und zählt zu den beliebtesten Ausflugszielen auf der Schwäbischen Alb. Unter dem Blautopf befindet sich das riesige, aber für Besucher bis heute nicht betretbare Blauhöhlensystem. Um den Blautopf ranken sich zahlreiche Sagen und Legenden, unter anderem die „Historie von der schönen Lau“ des schwäbischen Lyrikers Eduard Mörike.
2. Die Triberger Wasserfälle
Die Triberger Wasserfälle zählen mit einer Fallhöhe von 163 Metern zu den schönsten in Baden-Württemberg. Wer über einen Besuch dieses badischen Naturwunders im Schwarzwald nachdenkt, sollte die folgende Textzeile eines sehr bekannten Weihnachtsliedes beherzigen: Denn ein Besuch in der Wasserfallstadt lohnt nicht nur zur Sommerzeit, sondern auch im Winter, wenn es schneit.
Die Wasserfälle sind täglich geöffnet und werden bis 22 Uhr beleuchtet. Wem die Lust am Sightseeing in dem 5000-Seelen-Örtchen danach noch nicht vergangen ist, der findet in Triberg neben dem kleinsten Standesamt Deutschlands auch den weltweit ersten und einzigen Männer-Parkplatz.
Triberger Wasserfälle
Haupteingang
Hauptstraße 85
78098 Triberg im Schwarzwald
Eintrittspreise Sommerzeit: Erwachsene ab 7,50 €, ermäßigt ab 7 €
Eintrittspreise Winterzeit: Erwachsene ab 5,50 €, ermäßigt ab 5 €
3. Das Urwelt-Museum Hauff in Holzmaden
Im Urwelt-Museum Hauff in Holzmaden im Landkreis Esslingen können Besucher Fossilien aus der Formation des Posidonienschiefer der Schwäbischen Alb besichtigen. Der Posidonienschiefer – auch als Schwäbischer Ölschiefer bekannt – stammt aus der Jura-Zeit und ist für seine einzigartige Fossilienerhaltung bekannt. In dem Museum in Holzmaden sind versteinerte Schätze wie Fischsaurier, Krokodile oder Seelilien ausgestellt und ermöglichen den Besuchern einen faszinierenden Einblick in die Geheimnisse des Lebens vor 180 Millionen.
Urwelt-Museum Hauff
Aichelberger Str. 90
73271 Holzmaden
Öffnungszeiten Dezember bis Februar: 9 bis 17 Uhr (Schließzeiten auf der Internetseite beachten)
Öffnungszeiten März bis Dezember: Montag: Ruhetag; Dienstag bis Sonntag: 9 bis 17 Uhr; Feiertage: 9 bis 17 Uhr
Eintritt: Erwachsene 8 €; ermäßigt, ab 4 €; Kinder 3 bis 5 Jahre, 3 €
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4. Die Wunderkiefer von Bad Herrenalb
Die Kiefer auf der alten Klostermauer des ehemaligen Zisterzienserklosters Bad Herrenalb im Landkreis Calw ist eine besonders kuriose Laune der Natur und ein echter Hingucker. Seit fast 200 Jahren residiert der stattliche Baum auf seinem ungewöhnlichen Platz auf dem historischen Gemäuer. Ohne sichtbaren Kontakt zum Erdreich fragt sich der geneigte Besucher, wie der Baum an diesem Ort gedeihen und wachsen kann.
Die Antwort ist so einfach wie beeindruckend: Die hartnäckigen Wurzeln der Kiefer haben sich mit der Zeit ihren Weg durch das Gemäuer bis in den Erdboden gebahnt. So versorgt sich das imposante Gewächs im historischen Stadtzentrum der Kurstadt mit überlebenswichtigen Nährstoffen und Wasser.
5. Das Hochmoor Kaltenbronn
Das Hochmoor Kaltenbronn befindet sich inmitten eines riesigen Waldgebietes in einer urwüchsigen Landschaft, in der es scheint, als würde die Zeit stillstehen. Es ist Teil des Waldgebiets der Stadt Gernsbach im Schwarzwald. Das auf über 900 Metern gelegene Hochmoor steht seit über 60 Jahren unter Naturschutz. Seine Entwicklung lässt sich 10.000 Jahre lang zurückverfolgen – ein beeindruckend großer Zeitraum.
Noch beeindruckender ist in diesem Zusammenhang nur, dass der Schwarzwald sich auch bei diesem Wunder der Natur nicht lumpen lässt und mit gleich zwei sumpfigen Superlativen aufwartet. Denn der Kaltenbronn beherbergt den Wildsee, der gleichzeitig eines der letzten intakten Hochmoorgebiete Europas und der höchstgelegene Hochmoorkolk (fachsprachlich für einen Moorsee) Deutschlands ist.
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