VonJulia Müllerschließen
Der 59-jährige Ortsvorsteher Johannes Weiß kandidiert nach 25 Jahren nicht mehr für den Ortschaftsrat. Er reagiert damit auf gesundheitliche Warnschüsse.
Schwäbisch Gmünd-Rehnenhof/Wetzgau. Ortsvorsteher Johannes Weiß kandidiert bei der Kommunalwahl im Juni 2024 nicht mehr für den Ortschaftsrat Rehnenhof/Wetzgau. Seine Gesundheit ist ein Grund dafür: „Im vergangenen Jahr gab es Warnschüsse, die eindeutig auf eine Überlastung hindeuten.“ An seiner beruflichen Situation könne er nichts ändern, sagt der 59-jährige Umzugsspediteur. Deshalb habe er entschieden, im Ehrenamt deutlich kürzer zu treten. Zumal er denke, dass er seinen Soll im Ehrenamt erfüllt habe.
Ortsvorsteher Johannes Weiß aus Rehnenhof/Wetzgau: besser ohne Vorgänger im Gremium
Vor 25 Jahren ist er erstmals in den Bezirksbeirat gewählt worden, der 2014 zum Ortschaftsrat wurde. Ab 2013 war er Bezirksbeiratsvorsitzender, ab 2014 Ortsvorsteher von Rehnenhof/Wetzgau. Zudem war er ab 1987 für 16 Jahre Kommandant der Feuerwehrabteilung, in der er heute in der Alterswehr sei. Will er sich weiter ehrenamtlich im Ort einbringen? „Wir werden sehen“, antwortet Johannes Weiß. Doch er werde sich ganz sicher nicht mehr im Ortschaftsrat einbringen. Er halte nichts davon, nach Jahren der Führung wieder ins Glied zurückzukehren. Ohne Vorgänger im Gremium könne die Person, die folgt, bestimmt einfacher ihren eigenen Stil finden, sagt der Ortsvorsteher, der die gute Zusammenarbeit im Team lobt. Er sei auch sehr zuversichtlich, dass eine gute Nachfolge für ihn gefunden werde, meint er, ohne konkreter werden zu wollen.
Ortsvorsteher Johannes Weiß aus Rehnenhof/Wetzgau bereut nichts
Höhepunkte seiner Amtszeit seien sicher die 750-Jahr-Feier des Ortsteils 2016 im Himmelsgarten gewesen, die Gartenschauen 2014 und 2019 sowie der Bau des Dorfgemeinschaftshauses im Himmelsgarten. Dieser Landschaftspark bringe den Menschen am Ort Lebensqualität, weil er eine Vielzahl an Freizeitaktivitäten biete. An den Wochenenden sei die große Zahl der Besucher von außerhalb allerdings sicher auch eine Belastung für die Anwohner. Unterm Strich sei er jedoch froh, den Himmelsgarten am Ort zu haben, der vor der Landesgartenschau 2014 entwickelt wurde. Wie er insgesamt auf die Frage antwortet, ob er aus heutiger Sicht etwas anders machen würde: „Nein.“
Kommunalwahl im Juni
Die nächste Kommunalwahl in Baden-Württemberg ist am Sonntag, 9. Juni 2024. Bei dieser wählen Bürgerinnen und Bürger den Gemeinderat, den Ortschaftsrat und den Kreistag für die nächsten fünf Jahre. Parteien und Listen suchen bereits seit Monaten nach geeigneten Kandidaten.
Nach der Kommunalwahl bestimmt der Gemeinderat auf Vorschlag des Ortschaftsrats den Ortsvorsteher oder die Ortsvorsteherin. Wie Johannes Weiß aus Rehnenhof/Wetzgau hat Bernhard Feifel aus Weiler bereits bekannt gegeben, dass er bei der anstehenden Wahl nicht mehr kandidieren wird.
