Am Hauptsitz in Zuffenhausen

Hunderte Porsche-Mitarbeiter müssen sich nach neuen Arbeitsplätzen umschauen

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Wenngleich Autobauer Porsche einer der beliebtesten Arbeitgeber ist, müssen sich Hunderte Mitarbeiter in den kommenden Monaten nach neuen Jobs umschauen.

Stuttgart - Der Stuttgarter Autobauer Porsche hat erneut den Krisen getrotzt und wird das durchaus herausfordernde Jahr aller Voraussicht nach sehr erfolgreich abschließen. Wie bereits in den vergangenen Jahren stockte Porsche das Weihnachtsgeld erneut auf bis zu 100 Prozent auf und ließ so die Belegschaft am Erfolg teilhaben. Für Hunderte weitere Mitarbeiter der Sportwagenschmiede in Stuttgart gibt es kurz vor Weihnachten allerdings weniger erfreuliche Nachrichten. Grund dafür sind nicht etwa Sparmaßnahmen, wie sie Autozulieferer Bosch jüngst angekündigt hat, sondern befristete Verträge, die nicht mehr verlängert werden können.

Nicht nur durch das großzügige Weihnachtsgeld gilt Porsche seit vielen Jahren als einer der beliebtesten Arbeitgeber überhaupt, die Gehälter beim Sportwagenbauer können sich ebenfalls mehr als sehen lassen. Wie viele andere Firmen haben allerdings auch die Schwaben Mitarbeiter in der Produktion zunächst befristet eingestellt und im besten Fall anschließend übernommen. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, ändert sich das jedoch, da viele Verträge nicht verlängert werden könnten. Autobauer Audi, der wie Porsche zum VW-Konzern gehört, hat jüngst angekündigt, sich von den Zeitarbeitern in Neckarsulm trennen zu müssen.

Da 2024 bei Porsche Hunderte befristete Arbeitsverträge auslaufen, müssen sich viele Mitarbeiter wohl nach neuen Jobs umschauen.

Im kommenden Jahr laufen laut dem Betriebsratschef rund 600 befristete Verträge bei Porsche aus

Durch die auslaufenden Verträge müssen sich in den kommenden Monaten wohl viele Mitarbeiter von Porsche am Hauptsitz in Stuttgart-Zuffenhausen nach einer neuen Stelle umschauen. „Im kommenden Jahr laufen schrittweise circa 600 befristete Arbeitsverträge aus, die nicht nochmals verlängert werden können“, sagte Betriebsratschef Harald Buck der dpa. Derzeit werde in Gesprächen mit der Unternehmensleitung versucht, einen Teil der Mitarbeiter, deren Verträge auslaufen, dauerhaft zu übernehmen. „Es zeichnet sich aber ab, dass nicht alle für immer übernommen werden können“, so Buck. „Die ersten Beschäftigungsverhältnisse enden zum Januar.“

Die zehn größten Unternehmen aus Baden-Württemberg

Ein Schild weist auf eine Filiale des Lebensmitteldiscounters Lidl hin. Im Hintergrund befindet sich eine Filiale des Großflächen-Discounters Kaufland.
Die Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) ist mit weltweit rund 575.000 Mitarbeitern das größte Unternehmen aus Baden-Württemberg.  © Christian Johner/dpa
Das Logo des Technikkonzerns Bosch vor der Konzernzentrale
Technologiekonzern Bosch beschäftigt weltweit mehr als 420.000 Mitarbeiter.  © Inga Kjer/dpa
Beschilderung in der Zentrale der Mercedes-Benz Group AG in Stuttgart-Untertürkheim.
Beim Stuttgarter Autokonzern Mercedes-Benz sind mehr als 172.000 Mitarbeiter angestellt. © Corporate Communication (MS/CC)
Drei Fahnen mit dem Logo der ZF Friedrichshafen AG wehen vor dem Forum und der Verwaltungszentrale des Konzerns.
Autozulieferer ZF Friedrichshafen beschäftigt rund 164.000 Mitarbeiter weltweit.  © Felix Kästle/dpa
SAP-Unternehmenszentrale in Walldorf.
SAP ist das größte europäische Softwareunternehmen und hat rund 112.000 Angestellte.  © Uwe Anspach/dpa
Martin Daum, der Vorstandsvorsitzende des Nutzfahrzeugherstellers Daimler Truck, steht vor der Firmenzentrale bei Stuttgart vor einem eActros Lastwagen.
Daimler Truck hat fast 105.000 Mitarbeiter und gilt als Weltmarktführer im Bereich der Nutzfahrzeuge.  © Bernd Weißbrod/dpa
Eine Mitarbeiterin des Handelskonzerns Würth trägt in einem Gang eines Hochregallagers eine Palette auf einem Gabelstapler.
Die Würth-Gruppe ist Weltmarktführer im Bereich Befestigungs- und Montagetechnik und beschäftigt mehr als 85.600 Menschen.  © Marijan Murat/dpa
Das Logo des Autozulieferers Mahle ist an der Zentrale des Unternehmens zu sehen
Mahle ist mit rund 71.620 Mitarbeitern einer der größten Autozulieferer Deutschlands.  © Marijan Murat/dpa
Die Firmenzentrale der Drogeriemarktkette dm in Karlsruhe.
dm ist der größte Drogeriekonzern Deutschlands und beschäftigt rund 66.000 Mitarbeiter. © Uli Deck/dpa
Ein Schild mit dem Schriftzug "Freudenberg" hängt in Weinheim an einem Bürogebäude des Technologiekonzerns Freudenberg.
Mischkonzern Freudenberg ist gleich in mehreren wichtigen Branchen tätig und beschäftigt fast 51.500 Mitarbeiter.  © Uwe Anspach/dpa

Ein befristeter Vertrag ist laut einem Unternehmenssprecher eine Chance auf eine Festanstellung und damit auf eine potenzielle Karriere bei Porsche. Im Gegensatz zu vielen anderen Unternehmen der Autoindustrie, die durch die vielfältigen Herausforderungen in den vergangenen Jahren Arbeitsplätze abbauen mussten, habe Porsche die Zahl der Belegschaft in den vergangenen zehn Jahren beinahe verdoppelt. Der Sportwagenbauer beschäftigt keine Leiharbeiter, wie beispielsweise Nachbar Mercedes-Benz, der im Jahr 2022 700 davon im Werk Sindelfingen übernommen hatte. Porsche schließt dagegen befristete Verträge mit Mitarbeitern, die von denselben Leistungen profitieren wie die unbefristeten Angestellten.

Bei Porsche laufen 2024 befristete Verträge in „größerem Umfang“ aus

In den vergangenen Jahren hat Porsche nach eigenen Angaben überproportional viele Mitarbeiter in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis genommen. Das lag auch an der natürlichen Fluktuation beim schwäbischen Autobauer. „Demographische Entwicklungen haben in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass zahlreiche Kollegen etwa über die Altersteilzeit aus dem Unternehmen ausgeschieden sind“, so der Sprecher. „Inzwischen haben wir wieder einen eingeschwungenen Zustand erreicht, sodass befristete Verträge in 2024 in größerem Umfang auslaufen.“

Name Dr. Ing. h.c. F. Porsche Aktiengesellschaft (Porsche AG)
Gründung 1931
Sitz Stuttgart, Baden-Württemberg
Leitung Oliver Blume (CEO), Wolfgang Porsche (Aufsichtsratsvorsitzender)
Branche Automobilindustrie
Produkte Sportwagen, SUV-Modelle
Mutterkonzern Volkswagen (seit 2009)
Mitarbeiter 36.095 (2022)
Umsatz 37,6 Milliarden Euro (2022)

Laut Porsche-Betriebsratschef Buck gelte die Standortsicherung für den Großraum Stuttgart bis 2030 und in das Stammwerk in Zuffenhausen werde aktuell ordentlich investiert. „So wird aktuell das Karosseriewerk erweitert und es entstehen auch zusätzliche Logistikflächen.“ Der elektrische Porsche Macan wird zwar in Leipzig produziert, der seit langem angekündigte E-Boxster soll künftig aber in Zuffenhausen montiert werden.

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

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