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Durch den Einstieg von Investoren soll der angeschlagene Batteriekonzern Varta saniert und zukunftsfähig aufgestellt werden. Dabei gibt es allerdings einen gewissen Haken.
Stuttgart/Ellwangen - Beim Batteriekonzern Varta mit Sitz in Ellwangen (Ostalbkreis) brodelt es seit einiger Zeit gewaltig. Nachdem ein erstes großes Sanierungskonzept im vergangenen Jahr nicht ausreichend war, kündigte Varta kürzlich eine Neuaufstellung an, um eine drohende Insolvenz abzuwenden. Unterstützt werden soll dieser erneute Sanierungsversuch des schwäbischen Traditionsunternehmens von Investoren, was am Samstag, 17. August, konkretisiert wurde. Demnach soll eine Kapitalerhöhung durch eine Gesellschaft des Mehrheitseigners Michael Tojner sowie des Stuttgarter Autobauers Porsche den Finanzierungsbedarf der Varta AG langfristig sichern.
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Konkret ist laut einer Mitteilung von Varta ein Schuldenschnitt und die Verlängerung von Krediten geplant, die den angeschlagenen Batteriekonzern wieder in die richtige Richtung lenken sollen. Porsche und die von Tojner kontrollierte Gesellschaft MT InvestCo sollen insgesamt 60 Millionen Euro bezuschussen. Die Finanzspritze und das Sanierungsverfahren kommen allerdings nicht ohne Verluste aus, die zum einen die Gläubiger und in kleinerem Ausmaß auch die Belegschaft von Varta betreffen werden. Das schwäbische Traditionsunternehmen hatte bereits im Vorjahr 800 Vollzeitstellen abgebaut.
Sanierungskonzept für Varta umfasst „moderaten“ Stellenabbau und Enteignung von Kleinaktionären
Laut der Mitteilung ist der erste Schritt des Sanierungskonzeptes für die Varta AG der Schuldenschnitt. Dadurch sollen die Schulden des Konzerns von aktuell 485 Millionen Euro auf künftig 200 Millionen Euro gesenkt werden. Porsche, über eine Beteiligungsgesellschaft, und MT InvestCo werden insgesamt 60 Millionen Euro frisches Kapital zuschießen und dafür neue Varta-Aktien erhalten. Der Stuttgarter Sportwagenbauer hatte vor der Einigung am Samstag bereits die mehrheitliche Übernahme der Varta-Tochter V4Drive Battery GmbH bekanntgegeben und die Bereitschaft zu einer Beteiligung an der finanziellen Neuaufstellung des Mutterkonzerns bekundet. Voraussetzung dafür sei aber eine erfolgreiche Sanierung von Varta, teilte Porsche mit.
| Name | Varta AG |
|---|---|
| Gründungsjahr | 1887 |
| Hauptsitz | Ellwangen, Baden-Württemberg |
| Branche | Elektrotechnik |
| Produkte | Batterien, Akkus und Energiespeichersysteme |
| Umsatz | 806,9 Millionen Euro (2022) |
| Mitarbeiter | 4.498 (Ende 2022) |
Dem Rettungsschirm für den angeschlagenen Batteriehersteller aus Baden-Württemberg hatten am Samstag sowohl die bisherigen Mehrheitseigner und Porsche als auch die Banken zugestimmt. Leer gehen allerdings die Kleinaktionäre aus, da Varta das Grundkapital im Rahmen des Sanierungskonzeptes vollständig auf null herabsetzen will. Wie unter anderem die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, soll es im Personalbereich keine großen Einschnitte geben. „Wir wollen wachsen, sowohl mit Batteriespeichern für Photovoltaik-Anlagen als auch mit den Knopfzellen für die Apple-Kopfhörer“, erklärte Varta-CEO Michael Ostermann. „Dort suchen wir derzeit sogar Personal“. Vorgesehen sei jedoch ein „moderater“ Stellenabbau in der Verwaltung.
Finanzierungskonzept soll angeschlagenen Batteriekonzern bis Ende 2027 absichern
Durch das beschlossene Sanierungs- und Finanzierungskonzept soll Varta bis Ende 2027 finanziell abgesichert sein. „Die heutige wirtschaftliche Einigung stellt einen entscheidenden Wendepunkt für die Zukunft der Varta AG dar“, erklärt Michael Tojner, der auch Aufsichtsratsvorsitzender von Varta ist, in der Mitteilung. Trotz der aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen biete das Unternehmen großes Potenzial, um Europas Unabhängigkeit in der Batterieproduktion zu gestalten. „Gemeinsam mit Porsche wollen wir einen Beitrag dazu leisten.“ Mit der Einigung sei ein erster Schritt gelungen, um der Varta AG einen Weg für einen Neustart zu ebnen.
Porsche selbst erklärte, dass der im Frühjahr beschlossene und vom Sportwagenbauer auf den Weg gebrachte Bau einer Fertigungsanlage für Booster-Zellen am Varta-Standort in Nördlingen (Bayern) planmäßig fortgeführt werde. „Varta und Porsche arbeiten beim Thema Hochleistungs-Batteriezellen eng zusammen“, sagte Finanzvorstand Lutz Meschke. „Mit der geplanten Mehrheitsübernahme von V4Drive wollen wir das Unternehmen voranbringen und damit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt von Schlüsseltechnologien am Standort Deutschland leisten.“ Die eigene Batteriefabrik von Porsche könnte allerdings im Ausland entstehen, was ein „Rückschlag“ für Baden-Württemberg bedeuten würde.
Rubriklistenbild: © Stefan Puchner/dpa

