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Die insolvente Modekette Peter Hahn hat eine Restrukturierungslösung gefunden und macht weiter. 400 Mitarbeiter müssen das Unternehmen dennoch verlassen.
Stuttgart/Winterbach - Das zurückliegende Jahr 2023 war für viele Unternehmen aus dem wirtschaftsstarken Baden-Württemberg alles andere als einfach. Laut dem Statistischen Landesamt hatten von Januar bis einschließlich Juli bereits knapp 1.100 Unternehmen Insolvenz angemeldet. Während viele Insolvenzverwalter noch auf der Suche nach Investoren sind, konnten manche Firmen zum Jahresende gerettet werden. Im Oktober stieg ein Investor bei Autozulieferer Ditter Plastic ein, rund die Hälfte der Mitarbeiter musste dennoch gehen. Ähnliche Nachrichten gibt es nun auch von einem insolventen Modeunternehmen aus Baden-Württemberg.
Mit Galeria Kaufhof, Peek & Cloppenburg und weiteren Modehändlern haben die Krisen im vergangenen Jahr auch die ganz großen in die Knie gezwungen. Auch das Versandhandelsunternehmen Peter Hahn mit Sitz in Winterbach (Rems-Murr-Kreis) hatte im Oktober einen Antrag auf ein Schutzschirm-Insolvenzverfahren gestellt. Wie das Unternehmen am Dienstag (2. Januar 2024) in einer Pressemitteilung erklärte, ist Peter Hahn eine Fortführungs- und Restrukturierungslösung gelungen. Ein nicht unerheblicher Teil der insgesamt 1.000 Mitarbeiter in Deutschland und der Schweiz müssen aber weiter bangen.
Modehändler Peter Hahn gerettet, doch nicht alle Mitarbeiter können bleiben
Der Mitteilung zufolge hat Peter Hahn in den vergangenen Wochen mit seinen Finanzierern ein Sanierungskonzept erarbeitet. Dieses sieht vor, dass das Unternehmen mit rund 600 Mitarbeitern im schwäbischen Winterbach bleibt, jedoch aus der bisherigen Gruppenstruktur herausgelöst und ein eigenständiges Unternehmen wird. „Mit dem neuen Konzept kann Peter Hahn dauerhaft weitergeführt werden und den Geschäftsbetrieb restrukturieren und fokussieren“, sagt Geschäftsführerin Daniela Angerer. „Peter Hahn wird auf eigenen Beinen stehen und nicht mehr in einen Konzern eingebunden sein.“
| Name | Peter Hahn GmbH |
|---|---|
| Gründung | 1964 |
| Hauptsitz | Winterbach, Baden-Württemberg |
| Branche | Versandhandel für Frauenmode im gehobenen Qualitäts- und Preissegment |
| Leitung | Daniela Angerer, Alexandra Kohnke, Jörg Max |
| Mitarbeiter | 1.000 |
Peter Hahn gehörte bislang zum Trismo-Konzern, zu dem unter anderem auch der Modehändler Madeleine aus Zirndorf (Bayern) gehört. Durch das Sanierungskonzept konnte der schwäbische Modehändler demnach 600 Arbeitsplätze retten, im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass 400 Mitarbeiter das Unternehmen verlassen müssen. „Die Entscheidung, dass wir uns im Zuge dieser Neuausrichtung von einem Teil unserer verdienten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter trennen müssen, ist uns nicht leichtgefallen“, sagt Geschäftsführerin Alexandra Kohnke. „Wir haben alles getan, um möglichst viele Beschäftigte an Bord zu halten.“
Sanierungskonzept soll ab Februar Schritt für Schritt umgesetzt werden
Der Schritt war aber offenbar notwendig, um das 1964 gegründete Unternehmen erhalten zu können. „Ich bin zuversichtlich, dass wir den verbleibenden Beschäftigten eine langfristige Perspektive bieten und mit dem Unternehmen zu nachhaltigem Wachstum zurückkehren können“, so Kohnke weiter. „Peter Hahn ist und bleibt eine Marke mit Ausstrahlung, hohem Qualitätsanspruch und vielen Inspirationen für die modebewusste Frau.“ Umgesetzt werden soll das Sanierungskonzept Schritt für Schritt ab dem 1. Februar, die Vertriebskanäle sollen beibehalten und noch deutlicher auf Digitalisierung gesetzt werden.
Kurz vor Ende des vergangenen Jahres wurde auch das Traditionsunternehmen BBS aus Baden-Württemberg von einem Investor übernommen, der den Erhalt der Arbeitsplätze garantierte.
Rubriklistenbild: © Dem insolventen Modehändler Peter Hahn ist eine Fortführungslösung gelungen. Von den 1.000 Mitarbeitern können aber nur 600 bleiben.

