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Der Laserspezialist Trumpf hat mit einem Umsatzrückgang sowie einem schwachen Auftragseingang zu kämpfen und reagiert mit Sparmaßnahmen.
Ditzingen - Aktuell haben mehrere Maschinenbauer aus Baden-Württemberg mit einem deutlich zurückgehenden Auftragseingang zu kämpfen und müssen die Kapazitäten entsprechend anpassen. Ein Hightech-Maschinenbauer hat kürzlich an zwei Standorten im Südwesten Kurzarbeit angemeldet und der Laserspezialist Trumpf aus Ditzingen (Kreis Ludwigsburg) hat in einer Mitteilung Mitte Juli bereits „klare Maßnahmen zur Ergebnisverbesserung“ angekündigt, mit dem das Familienunternehmen auf die Konjunkturkrise reagieren will. Ab September soll eine Maßnahme umgesetzt werden, die konkret die Belegschaft des schwäbischen Traditionsunternehmens betrifft.
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Nach den Angaben von Trumpf-Personalvorstand Oliver Maassen sollen die Arbeitszeiten und damit die Gehälter am Stammsitz in Ditzingen ab September um zehn Prozent gekürzt werden, wie die Stuttgarter Zeitung berichtet. Zum Start der Maßnahme sind davon acht Prozent der 6.400 Mitarbeiter am Stammsitz betroffen, also 512 Angestellte. Diese Zahl soll in den kommenden zwölf Monaten aber sukzessive weiter steigen. Während in diesem Jahr bereits mehrere Maschinenbauer mit Kurzarbeit auf die Wirtschaftslage reagierten, wollte Trumpf diesen Schritt vermeiden.
Trumpf vermeidet Kurzarbeit und setzt stattdessen auf Arbeitszeitreduzierung
Mitte Juli hatte Trumpf die vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2023/2024 bekanntgegeben. Diese zeigen unter anderem einen Umsatzrückgang von rund vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr sowie einen deutlichen Rückgang des Auftragseingangs um zehn Prozent. „Die anhaltend schwache Nachfrage wird auch die kommenden Monate des laufenden Geschäftsjahrs prägen“, erklärte Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-Kammüller. Als Reaktion will das Familienunternehmen rund 300 Millionen Euro Kosten einsparen, was sich ab September konkret auf die Belegschaft in Ditzingen auswirkt.
| Name | TRUMPF SE + Co. KG |
|---|---|
| Gründung | 1923 in Stuttgart, Baden-Württemberg |
| Sitz | Ditzingen, Baden-Württemberg |
| Branche | Maschinenbau |
| Mitarbeiter | 18.550, davon 9.100 in Deutschland (Juli 2024) |
| Umsatz | 5,2 Milliarden Euro (2023/2024) |
Bei der Maßnahme wurde laut Personalchef Maassen darauf geachtet, die Auswirkungen für die Beschäftigten so gering wie nur möglich zu halten. Die Option Kurzarbeit, die einen deutlich höheren Teil der Belegschaft betreffen würde und offiziell angemeldet werden müsste, habe man vorerst ausgeschlossen. „Dazu hätten wir viel tiefere Einschnitte machen müssen“, sagt Maassen. Auch eine Bosch-Tochter hat jüngst die Arbeitszeit und Gehälter von rund 2.300 Mitarbeitern gekürzt.
Arbeitszeit- und Gehaltskürzung bei Trumpf: Anteil der betroffenen Mitarbeiter soll sukzessive steigen
Während bei Bosch Engineering eine Reduzierung der Arbeitszeit möglich ist, weil das Unternehmen nicht unter den Tarifvertrag der IG Metall fällt, ist die Arbeitszeitreduzierung bei Trumpf in einem ab September geltenden Tarifvertrag für 2.750 der insgesamt 6.400 Mitarbeiter in Ditzingen gilt, festgehalten. Dieser Vertrag hat das Ziel, „bei vorübergehenden Beschäftigungsproblemen betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden“ und die betroffenen Mitarbeiter bei Trumpf erhalten im Gegenzug eine Beschäftigungsgarantie bis Ende 2025.
Dass zunächst nur etwas über 500 Mitarbeiter von den Gehaltskürzungen betroffen sind, hat laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) den Hintergrund, dass Trumpf simultan noch weitere Maßnahmen zur Kostenreduktion verfolgt. In den kommenden Monaten soll die Anzahl der Mitarbeiter aber deutlich steigen: Bis Jahresende sollen demnach 44 Prozent der 2.750 Mitarbeiter (1.210 Beschäftigte) und bis Juni 2025 bis zu 69 Prozent (rund 1.787 Angestellte) von Arbeitszeit- und Gehaltskürzungen betroffen sein.
BW24 hatte zuletzt auch darüber berichtet, dass die Betriebsräte mehrerer großer Maschinenbauer aus Baden-Württemberg Alarm schlagen und angesichts von sinkenden Umsätzen und Gewinnen zum Handeln aufrufen.
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