Sparmaßnahmen

Maschinenbauer Trumpf kürzt Arbeitszeit und Gehälter am Stammsitz – vorerst rund 500 Mitarbeiter betroffen

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Der Laserspezialist Trumpf hat mit einem Umsatzrückgang sowie einem schwachen Auftragseingang zu kämpfen und reagiert mit Sparmaßnahmen.

Ditzingen - Aktuell haben mehrere Maschinenbauer aus Baden-Württemberg mit einem deutlich zurückgehenden Auftragseingang zu kämpfen und müssen die Kapazitäten entsprechend anpassen. Ein Hightech-Maschinenbauer hat kürzlich an zwei Standorten im Südwesten Kurzarbeit angemeldet und der Laserspezialist Trumpf aus Ditzingen (Kreis Ludwigsburg) hat in einer Mitteilung Mitte Juli bereits „klare Maßnahmen zur Ergebnisverbesserung“ angekündigt, mit dem das Familienunternehmen auf die Konjunkturkrise reagieren will. Ab September soll eine Maßnahme umgesetzt werden, die konkret die Belegschaft des schwäbischen Traditionsunternehmens betrifft.

Die zehn größten Unternehmen aus Baden-Württemberg

Ein Schild weist auf eine Filiale des Lebensmitteldiscounters Lidl hin. Im Hintergrund befindet sich eine Filiale des Großflächen-Discounters Kaufland.
Die Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) ist mit weltweit rund 575.000 Mitarbeitern das größte Unternehmen aus Baden-Württemberg.  © Christian Johner/dpa
Das Logo des Technikkonzerns Bosch vor der Konzernzentrale
Technologiekonzern Bosch beschäftigt weltweit mehr als 420.000 Mitarbeiter.  © Inga Kjer/dpa
Beschilderung in der Zentrale der Mercedes-Benz Group AG in Stuttgart-Untertürkheim.
Beim Stuttgarter Autokonzern Mercedes-Benz sind mehr als 172.000 Mitarbeiter angestellt. © Corporate Communication (MS/CC)
Drei Fahnen mit dem Logo der ZF Friedrichshafen AG wehen vor dem Forum und der Verwaltungszentrale des Konzerns.
Autozulieferer ZF Friedrichshafen beschäftigt rund 164.000 Mitarbeiter weltweit.  © Felix Kästle/dpa
SAP-Unternehmenszentrale in Walldorf.
SAP ist das größte europäische Softwareunternehmen und hat rund 112.000 Angestellte.  © Uwe Anspach/dpa
Martin Daum, der Vorstandsvorsitzende des Nutzfahrzeugherstellers Daimler Truck, steht vor der Firmenzentrale bei Stuttgart vor einem eActros Lastwagen.
Daimler Truck hat fast 105.000 Mitarbeiter und gilt als Weltmarktführer im Bereich der Nutzfahrzeuge.  © Bernd Weißbrod/dpa
Eine Mitarbeiterin des Handelskonzerns Würth trägt in einem Gang eines Hochregallagers eine Palette auf einem Gabelstapler.
Die Würth-Gruppe ist Weltmarktführer im Bereich Befestigungs- und Montagetechnik und beschäftigt mehr als 85.600 Menschen.  © Marijan Murat/dpa
Das Logo des Autozulieferers Mahle ist an der Zentrale des Unternehmens zu sehen
Mahle ist mit rund 71.620 Mitarbeitern einer der größten Autozulieferer Deutschlands.  © Marijan Murat/dpa
Die Firmenzentrale der Drogeriemarktkette dm in Karlsruhe.
dm ist der größte Drogeriekonzern Deutschlands und beschäftigt rund 66.000 Mitarbeiter. © Uli Deck/dpa
Ein Schild mit dem Schriftzug "Freudenberg" hängt in Weinheim an einem Bürogebäude des Technologiekonzerns Freudenberg.
Mischkonzern Freudenberg ist gleich in mehreren wichtigen Branchen tätig und beschäftigt fast 51.500 Mitarbeiter.  © Uwe Anspach/dpa

Nach den Angaben von Trumpf-Personalvorstand Oliver Maassen sollen die Arbeitszeiten und damit die Gehälter am Stammsitz in Ditzingen ab September um zehn Prozent gekürzt werden, wie die Stuttgarter Zeitung berichtet. Zum Start der Maßnahme sind davon acht Prozent der 6.400 Mitarbeiter am Stammsitz betroffen, also 512 Angestellte. Diese Zahl soll in den kommenden zwölf Monaten aber sukzessive weiter steigen. Während in diesem Jahr bereits mehrere Maschinenbauer mit Kurzarbeit auf die Wirtschaftslage reagierten, wollte Trumpf diesen Schritt vermeiden.

Trumpf vermeidet Kurzarbeit und setzt stattdessen auf Arbeitszeitreduzierung

Mitte Juli hatte Trumpf die vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2023/2024 bekanntgegeben. Diese zeigen unter anderem einen Umsatzrückgang von rund vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr sowie einen deutlichen Rückgang des Auftragseingangs um zehn Prozent. „Die anhaltend schwache Nachfrage wird auch die kommenden Monate des laufenden Geschäftsjahrs prägen“, erklärte Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-Kammüller. Als Reaktion will das Familienunternehmen rund 300 Millionen Euro Kosten einsparen, was sich ab September konkret auf die Belegschaft in Ditzingen auswirkt.

Name TRUMPF SE + Co. KG
Gründung 1923 in Stuttgart, Baden-Württemberg
Sitz Ditzingen, Baden-Württemberg
Branche Maschinenbau
Mitarbeiter 18.550, davon 9.100 in Deutschland (Juli 2024)
Umsatz 5,2 Milliarden Euro (2023/2024)

Bei der Maßnahme wurde laut Personalchef Maassen darauf geachtet, die Auswirkungen für die Beschäftigten so gering wie nur möglich zu halten. Die Option Kurzarbeit, die einen deutlich höheren Teil der Belegschaft betreffen würde und offiziell angemeldet werden müsste, habe man vorerst ausgeschlossen. „Dazu hätten wir viel tiefere Einschnitte machen müssen“, sagt Maassen. Auch eine Bosch-Tochter hat jüngst die Arbeitszeit und Gehälter von rund 2.300 Mitarbeitern gekürzt.

Arbeitszeit- und Gehaltskürzung bei Trumpf: Anteil der betroffenen Mitarbeiter soll sukzessive steigen

Während bei Bosch Engineering eine Reduzierung der Arbeitszeit möglich ist, weil das Unternehmen nicht unter den Tarifvertrag der IG Metall fällt, ist die Arbeitszeitreduzierung bei Trumpf in einem ab September geltenden Tarifvertrag für 2.750 der insgesamt 6.400 Mitarbeiter in Ditzingen gilt, festgehalten. Dieser Vertrag hat das Ziel, „bei vorübergehenden Beschäftigungsproblemen betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden“ und die betroffenen Mitarbeiter bei Trumpf erhalten im Gegenzug eine Beschäftigungsgarantie bis Ende 2025.

Der Maschinenbauer Trumpf kürzt die Arbeitszeit und die Gehälter am Stammsitz um zehn Prozent. Die Anzahl der betroffenen Mitarbeiter soll sukzessive steigen.

Dass zunächst nur etwas über 500 Mitarbeiter von den Gehaltskürzungen betroffen sind, hat laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) den Hintergrund, dass Trumpf simultan noch weitere Maßnahmen zur Kostenreduktion verfolgt. In den kommenden Monaten soll die Anzahl der Mitarbeiter aber deutlich steigen: Bis Jahresende sollen demnach 44 Prozent der 2.750 Mitarbeiter (1.210 Beschäftigte) und bis Juni 2025 bis zu 69 Prozent (rund 1.787 Angestellte) von Arbeitszeit- und Gehaltskürzungen betroffen sein.

BW24 hatte zuletzt auch darüber berichtet, dass die Betriebsräte mehrerer großer Maschinenbauer aus Baden-Württemberg Alarm schlagen und angesichts von sinkenden Umsätzen und Gewinnen zum Handeln aufrufen.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Kuhnle

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