VonJulian Baumannschließen
Aufgrund eines deutlich reduzierten Auftragseingangs hat ein Maschinenbauer aus Baden-Württemberg für Teile der Belegschaft Kurzarbeit angemeldet.
Reutlingen - Aufgrund einer Auftragsflaute haben bereits im Frühjahr mehrere Maschinenbauer in Baden-Württemberg für Teile der Belegschaft Kurzarbeit angemeldet und bislang scheint sich die Lage nicht wirklich gebessert zu haben. Der Hightech-Maschinenbauer Manz mit Hauptsitz in Reutlingen hatte bereits Mitte Juli ein umfassendes Effizienzprogramm gestartet und angekündigt, im zweiten Schritt durch die Einführung von Kurzarbeit die Kapazitäten auf die zu erwartenden Auftragseingänge anzupassen. Wie eine Sprecherin des Unternehmens auf BW24-Anfrage bestätigte, tritt die Maßnahme ab Donnerstag (1. August) in Kraft.
Die Manz AG ist ein international tätiges Maschinenbauunternehmen, das Hightech-Produktionslösungen für unterschiedliche Branchen wie die Automobilindustrie oder die Medizintechnik herstellt. Von der Kurzarbeit betroffen sind nach Angaben der Unternehmenssprecherin die Standorte Reutlingen und Tübingen in Baden-Württemberg, an denen insgesamt rund 450 Mitarbeiter beschäftigt sind. Aktuell bereitet auch Daimler Truck an seinem größten Werk Kurzarbeit für Teile der Belegschaft ab September vor.
Manz AG schickt Teile der Belegschaft in Reutlingen und Tübingen in Kurzarbeit
Die Automobilindustrie steht aktuell deutschlandweit unter Druck, was sich bei den großen Unternehmen aus Baden-Württemberg bemerkbar macht. Diesen Druck bekommt unter anderem die Manz AG zu spüren. „Es ist eine deutliche Investitionszurückhaltung zu sehen, was sich in einem reduzierten Auftragseingang auch bei Manz widerspiegelt“, erklärt die Sprecherin auf Anfrage unserer Redaktion. Von der heute in Kraft tretenden Maßnahme sind nach Angaben des Unternehmens weniger als die Hälfte der Mitarbeiter in Reutlingen und Tübingen betroffen, die mit reduzierter Arbeitszeit weiterarbeiten.
| Name | Manz AG |
|---|---|
| Gründung | 1987 |
| Hauptsitz | Reutlingen, Baden-Württemberg |
| Branche | Sondermaschinenbau |
| Mitarbeiter | rund 1.500 |
| Umsatz | 251 Millionen Euro (2022) |
In den vergangenen Monaten haben viele Unternehmen aus verschiedenen Branchen auf die Kurzarbeit zurückgegriffen, um die Produktionskapazität auf die nachlassende Auftragslage anzupassen. Mit der Maßnahme können eventuell schlimmere Folgen für Unternehmen und Mitarbeiter vermieden werden und im Falle einer wieder steigenden Auftragslage schnell reagiert werden. „Die Kurzarbeit ist ein mögliches Instrument, um Auftragsschwankungen entgegenzuwirken“, heißt es von Manz. „So kann die Arbeitszeit sofort wieder erhöht werden, wenn sich die Auftragslage bessert beziehungsweise man wieder zur regulären Arbeitszeit zurückkehren kann.“
Kurzarbeit bei Manz: Situation wird Monat für Monat neu bewertet und mit Mitarbeitern abgesprochen
Je nach Auftragslage und Kapazitätsbedarf wird die Kurzarbeit für eine bestimmte Zeit angemeldet. Im Falle des Liebherr-Werks in Biberach an der Riß wurde die Maßnahme bereits im Januar bis Ende September beantragt, wie das Unternehmen im März gegenüber BW24 erklärte. Viele weitere Unternehmen, die im Frühjahr Kurzarbeit angemeldet hatten, haben die Maßnahme inzwischen dagegen wieder beendet. Beim Hightech-Maschinenbauer Manz wird Monat für Monat überprüft, ob die Kurzarbeit noch notwendig ist und das weitere Vorgehen mit den Mitarbeitern besprochen.
BW24 hatte jüngst auch darüber berichtet, dass die Betriebsräte mehrerer großer Maschinenbauer aus Baden-Württemberg Alarm schlagen.
Rubriklistenbild: © Manz AG

