Geschäftsfeld Power Tools

Bosch konkretisiert Stellenabbau in Geschäftssparte – so viele Arbeitsplätze sollen wegfallen

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Der Technologiekonzern Bosch hatte im Frühjahr einen Stellenabbau in mehreren Sparten angekündigt. In einem Geschäftsfeld liegt nun die konkrete Zahl vor.

Leinfelden-Echterdingen - Für die Mitarbeiter des Stuttgarter Traditionskonzerns Bosch begann das Jahr 2024 mit einer ganzen Reihe von Hiobsbotschaften. Zunächst hatte Bosch einen Stellenabbau in der Automotive-Sparte angekündigt, der vorrangig Standorte im heimischen Baden-Württemberg betreffen sollte. Anschließend folgten ähnliche Ankündigungen in mehreren weiteren Geschäftsfeldern des Weltkonzerns. Im Februar hieß es, dass am Hauptsitz der Elektrogerätesparte Bosch Power Tools in Leinfelden-Echterdingen (Kreis Esslingen) etwa ein Viertel der Arbeitsplätze vor dem Aus stehen.

Die zehn größten Unternehmen aus Baden-Württemberg

Ein Schild weist auf eine Filiale des Lebensmitteldiscounters Lidl hin. Im Hintergrund befindet sich eine Filiale des Großflächen-Discounters Kaufland.
Die Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) ist mit weltweit rund 575.000 Mitarbeitern das größte Unternehmen aus Baden-Württemberg.  © Christian Johner/dpa
Das Logo des Technikkonzerns Bosch vor der Konzernzentrale
Technologiekonzern Bosch beschäftigt weltweit mehr als 420.000 Mitarbeiter.  © Inga Kjer/dpa
Beschilderung in der Zentrale der Mercedes-Benz Group AG in Stuttgart-Untertürkheim.
Beim Stuttgarter Autokonzern Mercedes-Benz sind mehr als 172.000 Mitarbeiter angestellt. © Corporate Communication (MS/CC)
Drei Fahnen mit dem Logo der ZF Friedrichshafen AG wehen vor dem Forum und der Verwaltungszentrale des Konzerns.
Autozulieferer ZF Friedrichshafen beschäftigt rund 164.000 Mitarbeiter weltweit.  © Felix Kästle/dpa
SAP-Unternehmenszentrale in Walldorf.
SAP ist das größte europäische Softwareunternehmen und hat rund 112.000 Angestellte.  © Uwe Anspach/dpa
Martin Daum, der Vorstandsvorsitzende des Nutzfahrzeugherstellers Daimler Truck, steht vor der Firmenzentrale bei Stuttgart vor einem eActros Lastwagen.
Daimler Truck hat fast 105.000 Mitarbeiter und gilt als Weltmarktführer im Bereich der Nutzfahrzeuge.  © Bernd Weißbrod/dpa
Eine Mitarbeiterin des Handelskonzerns Würth trägt in einem Gang eines Hochregallagers eine Palette auf einem Gabelstapler.
Die Würth-Gruppe ist Weltmarktführer im Bereich Befestigungs- und Montagetechnik und beschäftigt mehr als 85.600 Menschen.  © Marijan Murat/dpa
Das Logo des Autozulieferers Mahle ist an der Zentrale des Unternehmens zu sehen
Mahle ist mit rund 71.620 Mitarbeitern einer der größten Autozulieferer Deutschlands.  © Marijan Murat/dpa
Die Firmenzentrale der Drogeriemarktkette dm in Karlsruhe.
dm ist der größte Drogeriekonzern Deutschlands und beschäftigt rund 66.000 Mitarbeiter. © Uli Deck/dpa
Ein Schild mit dem Schriftzug "Freudenberg" hängt in Weinheim an einem Bürogebäude des Technologiekonzerns Freudenberg.
Mischkonzern Freudenberg ist gleich in mehreren wichtigen Branchen tätig und beschäftigt fast 51.500 Mitarbeiter.  © Uwe Anspach/dpa

Nach massiven Protesten hatte Bosch vor wenigen Wochen angekündigt, dass der geplante Stellenabbau in den verschiedenen Bereichen weniger drastisch ausfallen soll. Auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) konkretisierte der Konzern die Anzahl der bis Ende 2026 wegfallenden Arbeitsplätze bei Power Tools in Leinfelden-Echterdingen. Demnach wird die Zahl zwar geringer ausfallen, betroffen sind aber nach wie vor hunderte Angestellte. Bosch hatte jüngst trotz Sparmaßnahmen und Kostendruck die größte Übernahme der Firmengeschichte eingetütet.

Bosch will in Elektrogerätesparte bis Ende 2026 480 Stellen abbauen – 80 weniger als angekündigt

Der 1886 in einem Stuttgarter Hinterhof gegründete Bosch-Konzern ist vor allem als weltgrößter Automobilzulieferer bekannt, bedient aber zudem viele weitere Bereiche. Der Geschäftsbereich Power Tools, der Elektrowerkzeuge und -zubehör sowie Messtechnik und Gartengeräte produziert, beschäftigt weltweit rund 19.500 Mitarbeiter, davon 3.100 in Deutschland und davon wiederum 2.000 am Hauptsitz in Leinfelden-Echterdingen. Davon sollten ursprünglich 560 Mitarbeiter bis Ende 2025 ihren Arbeitsplatz verlieren; diese Zahl wurde nun aber um 80 auf 480 gesenkt.

Name Robert Bosch Power Tools GmbH
Sitz Leinfelden-Echterdingen, Baden-Württemberg
Konzern Robert Bosch GmbH
Leitung Thomas Donato
Branche und Produkte Elektrowerkzeuge, Zubehör, Messtechnik, Gartengeräte
Mitarbeiterzahl 19.500 davon 3.100 in Deutschland
Umsatz 5,9 Milliarden Euro (2022)

Die Gründe für den Stellenabbau in der Werkzeugsparte von Bosch sind vielfältig. Unter anderem wurden im Februar veränderte Markt- und Kundenbedürfnisse vom Unternehmen als ein Faktor genannt. Durch den Personalabbau sollen zudem Kosten einspart werden. Obwohl demnach in Leinfelden-Echterdingen weniger Stellen wegfallen als bislang gedacht, ist noch immer etwa ein Viertel der Belegschaft betroffen. Wie auch in den anderen Sparten will Bosch den Abbau allerdings sozialverträglich gestalten und hat betriebsbedingte Kündigungen durch eine Vereinbarung bis Ende 2028 ausgeschlossen.

Interne Vermittlung, Abfindungsprogramm und Vorruhestandsregelungen bei Bosch

„Nach intensiven und anspruchsvollen Verhandlungen haben wir nun eine Vereinbarung erzielt, die wirtschaftlich tragfähig und zugleich sozialverträglich ist“, erklärte Thomas Donato, Vorsitzender des Bereichsvorstands von Bosch Power Tools zur Vereinbarung. Ziel ist es, den betroffenen Mitarbeitern nach Möglichkeit andere Positionen innerhalb des Konzerns zu vermitteln. Zudem will Bosch mit einem freiwilligen Abfindungsprogramm und Vorruhestandsregelungen Stellen abbauen. Auch Softwarekonzern SAP setzt für einen Stellenabbau auf ein Abfindungsprogramm, das einen regelrechten Hype ausgelöst hat.

Der Stellenabbau bei Bosch Power Tools am Hauptsitz in Leinfelden-Echterdingen soll geringer ausfallen.

Neben der Automotive-Sparte Bosch Mobility, bei der nach ursprünglichen Ankündigungen allein in Baden-Württemberg rund 3.000 Stellen entfallen sollen, ist die Haushaltsgerätetochter BSH von den Sparmaßnahmen betroffen. Nach aktuellem Stand sollen dort bis Ende 2027 etwa 3.500 Arbeitsplätze im indirekten Bereich wegfallen. Ob diese Zahl ebenfalls noch abgemindert werden kann, wird sich zeigen.

Rubriklistenbild: © Franziska Kraufmann/dpa

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