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Der Technologiekonzern Bosch hatte im Frühjahr einen Stellenabbau in mehreren Sparten angekündigt. In einem Geschäftsfeld liegt nun die konkrete Zahl vor.
Leinfelden-Echterdingen - Für die Mitarbeiter des Stuttgarter Traditionskonzerns Bosch begann das Jahr 2024 mit einer ganzen Reihe von Hiobsbotschaften. Zunächst hatte Bosch einen Stellenabbau in der Automotive-Sparte angekündigt, der vorrangig Standorte im heimischen Baden-Württemberg betreffen sollte. Anschließend folgten ähnliche Ankündigungen in mehreren weiteren Geschäftsfeldern des Weltkonzerns. Im Februar hieß es, dass am Hauptsitz der Elektrogerätesparte Bosch Power Tools in Leinfelden-Echterdingen (Kreis Esslingen) etwa ein Viertel der Arbeitsplätze vor dem Aus stehen.
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Nach massiven Protesten hatte Bosch vor wenigen Wochen angekündigt, dass der geplante Stellenabbau in den verschiedenen Bereichen weniger drastisch ausfallen soll. Auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) konkretisierte der Konzern die Anzahl der bis Ende 2026 wegfallenden Arbeitsplätze bei Power Tools in Leinfelden-Echterdingen. Demnach wird die Zahl zwar geringer ausfallen, betroffen sind aber nach wie vor hunderte Angestellte. Bosch hatte jüngst trotz Sparmaßnahmen und Kostendruck die größte Übernahme der Firmengeschichte eingetütet.
Bosch will in Elektrogerätesparte bis Ende 2026 480 Stellen abbauen – 80 weniger als angekündigt
Der 1886 in einem Stuttgarter Hinterhof gegründete Bosch-Konzern ist vor allem als weltgrößter Automobilzulieferer bekannt, bedient aber zudem viele weitere Bereiche. Der Geschäftsbereich Power Tools, der Elektrowerkzeuge und -zubehör sowie Messtechnik und Gartengeräte produziert, beschäftigt weltweit rund 19.500 Mitarbeiter, davon 3.100 in Deutschland und davon wiederum 2.000 am Hauptsitz in Leinfelden-Echterdingen. Davon sollten ursprünglich 560 Mitarbeiter bis Ende 2025 ihren Arbeitsplatz verlieren; diese Zahl wurde nun aber um 80 auf 480 gesenkt.
| Name | Robert Bosch Power Tools GmbH |
|---|---|
| Sitz | Leinfelden-Echterdingen, Baden-Württemberg |
| Konzern | Robert Bosch GmbH |
| Leitung | Thomas Donato |
| Branche und Produkte | Elektrowerkzeuge, Zubehör, Messtechnik, Gartengeräte |
| Mitarbeiterzahl | 19.500 davon 3.100 in Deutschland |
| Umsatz | 5,9 Milliarden Euro (2022) |
Die Gründe für den Stellenabbau in der Werkzeugsparte von Bosch sind vielfältig. Unter anderem wurden im Februar veränderte Markt- und Kundenbedürfnisse vom Unternehmen als ein Faktor genannt. Durch den Personalabbau sollen zudem Kosten einspart werden. Obwohl demnach in Leinfelden-Echterdingen weniger Stellen wegfallen als bislang gedacht, ist noch immer etwa ein Viertel der Belegschaft betroffen. Wie auch in den anderen Sparten will Bosch den Abbau allerdings sozialverträglich gestalten und hat betriebsbedingte Kündigungen durch eine Vereinbarung bis Ende 2028 ausgeschlossen.
Interne Vermittlung, Abfindungsprogramm und Vorruhestandsregelungen bei Bosch
„Nach intensiven und anspruchsvollen Verhandlungen haben wir nun eine Vereinbarung erzielt, die wirtschaftlich tragfähig und zugleich sozialverträglich ist“, erklärte Thomas Donato, Vorsitzender des Bereichsvorstands von Bosch Power Tools zur Vereinbarung. Ziel ist es, den betroffenen Mitarbeitern nach Möglichkeit andere Positionen innerhalb des Konzerns zu vermitteln. Zudem will Bosch mit einem freiwilligen Abfindungsprogramm und Vorruhestandsregelungen Stellen abbauen. Auch Softwarekonzern SAP setzt für einen Stellenabbau auf ein Abfindungsprogramm, das einen regelrechten Hype ausgelöst hat.
Neben der Automotive-Sparte Bosch Mobility, bei der nach ursprünglichen Ankündigungen allein in Baden-Württemberg rund 3.000 Stellen entfallen sollen, ist die Haushaltsgerätetochter BSH von den Sparmaßnahmen betroffen. Nach aktuellem Stand sollen dort bis Ende 2027 etwa 3.500 Arbeitsplätze im indirekten Bereich wegfallen. Ob diese Zahl ebenfalls noch abgemindert werden kann, wird sich zeigen.
Rubriklistenbild: © Franziska Kraufmann/dpa

