VonJulian Baumannschließen
Bei einem Geschäftsbereich des Ventilatorenspezialisten EBM-Papst besteht seit Oktober Kurzarbeit. Die Maßnahme soll deutlich verlängert werden.
Mulfingen/Landshut - Die Maßnahme der Kurzarbeit ist für Unternehmen eine Möglichkeit, um auf eine sinkende Nachfrage und damit auf einen niedrigeren Beschäftigungsbedarf zu reagieren, ohne Arbeitsplätze abbauen zu müssen. Mehrere Maschinenbauer aus Baden-Württemberg haben Teile der Belegschaft in Kurzarbeit geschickt und die Maßnahme kürzlich verlängert. Auch bei einem Geschäftsbereich des Elektromotoren- und Ventilatorenherstellers EBM-Papst besteht seit Oktober 2023 Kurzarbeit, die Maßnahme soll ebenfalls deutlich verlängert werden.
Die sich vollständig in Familienhand befindende EBM-Papst-Gruppe mit Sitz im baden-württembergischen Mulfingen (Hohenlohekreis) gilt als Weltmarktführer im Bereich der Ventilatorentechnik. Der Geschäftsbereich EBM-Papst Landshut in Niederbayern ist zudem Marktführer im Bereich der Heiztechnik, hat dadurch aktuell aber auch unter der anhaltenden Heizungsdebatte zu kämpfen. Da sich bereits Ende 2023 abgezeichnet hatte, dass der Umsatz im Geschäftsjahr 2023/2024 deutlich niedriger ausfallen werde, hat das Unternehmen einen Teil der Belegschaft in Landshut in Kurzarbeit geschickt.
Kurzarbeit bei EBM-Papst Landshut soll bis Ende September verlängert werden
Wie das Nachrichtenportal idowa berichtet, befindet sich der bayerische Geschäftsbereich des schwäbischen Familienunternehmens EBM-Papst derzeit mitten in der Transformation zu einer reinen Ausrichtung auf die Heiztechnik. Laut der Seite des Unternehmens produzieren in Landhut mehr als 900 Mitarbeiter „zukunftsorientierte Lösungen“ für alle Anwendungen der Wärmeerzeugung – darunter auch für die Wärmepumpen. Diese galten für eine gewisse Zeit als Zukunft der Heizlösung, inzwischen ist der Hype aber deutlich abgekühlt, was eben auch dem Geschäftsbereich Heiztechnik von EBM-Papst zu schaffen macht.
| Name | EBM-Papst-Gruppe |
|---|---|
| Gründung | 1963 |
| Hauptsitz | Mulfingen, Baden-Württemberg |
| Branche | Elektrogeräte |
| Unternehmensstruktur | Elektrobau Mulfingen GmbH (Mutterunternehmen), neun inländische und 36 ausländische Tochtergesellschaften |
| Mitarbeiter | 14.940 (2022/2023) |
| Umsatz | 2,540 Milliarden Euro (2022/2023) |
Wie Geschäftsführer Hannes Säubert auf Nachfrage des Portals erklärte, soll die seit Oktober 2023 geltende Kurzarbeit – die aktuell 400 von den über 900 Mitarbeitern betrifft – deutlich verlängert werden. Angemeldet worden sei die Maßnahme zunächst bis einschließlich März, sie werde nun aber bis Ende September 2024 verlängert. „Wir hoffen aber, dass wir früher aus der Kurzarbeit aussteigen können“, so Säubert. „Momentan können wir das aber noch nicht abschätzen.“ Auch der Maschinenbauer Heidelberger Druckmaschinen hat Teile der Belegschaft in Kurzarbeit geschickt.
EBM-Papst steht laut Standortleiter zum Standort im bayerischen Landshut
Die Kurzarbeit bei EBM-Papst in Landshut war dem Bericht zufolge nicht die einzige Maßnahme, die das Unternehmen als Reaktion auf die angespannte Marktlage im vergangenen Jahr ergriffen hatte. Konkret wurden am Standort demnach auch Leiharbeitskräfte und Stundenkonten abgebaut, sowie die Altersteilzeit gefördert. In der Belegschaft sei die Stimmung aber dennoch in Ordnung, es zeige sich eine große Loyalität für das Unternehmen, so Säubert gegenüber idowa. „EBM-Papst steht zum Standort Landshut“, machte der Standortleiter zudem deutlich.
Im vergangenen Geschäftsjahr 2022/2023, das bei EBM-Papst am 31. März 2023 zu Ende ging, verzeichnete das Familienunternehmen einen Umsatzrekord. Trotz eines schwierigen Marktumfeldes, geprägt von weltpolitischen Konflikten und Materialengpässen, habe das baden-württembergische Unternehmen erstmals in der Firmengeschichte die Marke von 2,5 Milliarden Euro Umsatz überschritten, hieß es in einer Pressemitteilung. Für das Geschäftsjahr 2023/2024 rechnet EBM-Papst aber mit einem niedrigeren Wachstum. EBM-Papst bekommt zudem auch den Fachkräftemangel zu spüren, weshalb der Elektrogerätebauer zunehmend auf Nachwuchskräfte aus dem Ausland setzt.
Rubriklistenbild: © Christoph Schmidt/dpa


