Kommentar

Was das Demonstrieren für Demokratie und Menschenrechte bringt

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Klares Bekenntnis einer ehemaligen Lehrerin, die den NS-Terror noch erlebt hat.
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Die Proteste gegen Rechtsextremismus in Ellwangen und ganz Deutschland fördert Solidarität und die Kraft der Vernunft. Gerhard Königer meint in seinem Kommentar: Wenn sie anhalten, darf man sich auf den AfD-Niedergang freuen.

Viele fragen sich, ob die Demonstrationen gegen Rechtsextremismus wie in Ellwangen oder Proteste in Schwäbisch Gmünd wirklich helfen, den Aufstieg der AfD zur Regierungspartei zu stoppen. Zunächst sollte man sich bewusst machen, dass der wachsende Zuspruch für die Extremisten kein Naturgesetz ist. Er hat viel damit zu tun hat, dass die demokratischen Parteien sich den Brandstiftern nicht entschlossen genug entgegenstellten.

Wer mit dem extremen Rand der Gesellschaft laviert, polemisch taktiert wie CDU-Chef Friedrich Merz und gezielte Grenzüberschreitungen toleriert, darf nicht verwundert sein, wenn sich die Grenzen verschieben.

Demos gegen Rechts: Mitte der Gesellschaft nicht schwach und träge

Die aktuellen Proteste zeigen jetzt, dass die Mitte der Gesellschaft nicht schwach, träge und orientierungslos ist, wie die AfD den Menschen einzureden versucht. Wenn sie diese Bewegung unterstützen, können alle demokratischen Parteien bei den anstehenden Wahlen profitieren und die kommunalen Gremien sichern.

Das Schöne bei den rechtsextremen Parteien und Gruppierungen ist, dass sie sich, wenn die Umfragewerte wieder zurückgehen, gerne selbst zerfleischen. Bruchstellen öffnen sich schnell, wenn sicher geglaubte Mandate plötzlich wieder unwahrscheinlich werden. Und dabei sieht man als Demokrat doch immer wieder gerne zu.

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