Wie Bürgermeister Volker Grab den Ellwanger OP-Bereich retten will

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Die Virngrundklinik in Ellwangen: Wenn es nach Volker Grab geht, dann soll der OP-Bereich dort nicht abgewickelt werden. Einen entsprechenden Vorschlag hat er jetzt im Kreistag gemacht.
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Der Grünen-Fraktionssprecher hat im Kreistag einen alternativen Vorschlag zu den Plänen von Klinikchef Christoph Rieß. Dahinter steckt eine Idee zum Erhalt der OP-Säle in der Virngrundklinik.

Aalen/Ellwangen. Wer dieses Konzept nicht will, der muss heute eigene Vorschläge einbringen“, so leitete Volker Grab, Fraktionssprecher von Bündnis 90/Die Grünen, am Dienstag im Kreistag einen eigenen Vorschlag dafür ein, wie die Kliniken in der Zeit des Übergangs aufgestellt. Gemeint ist die Zeit, bis der Regionalversorger in Essingen gebaut ist.

Warum gespart werden soll

Hintergrund: Getrieben vor allem durch das große Defizit – in diesem Jahr sollen es 60 Millionen Euro sein – drängen Landkreisverwaltung, aber auch Klinikverwaltung und viele Kreisrätinnen und Kreisräte darauf, dass es rasch eine Entlastung gibt. Klinikchef Christoph Rieß verspricht sich viel davon, wenn die Virngrundklinik in Ellwangen rasch auf einen „sektorenübergreifenden Versorger“ geschrumpft wird, in dem stationäre und ambulante Leistungen verzahnt angeboten werden. Dort soll es aber zum Beispiel keinen OP-Bereich mehr geben.

Konzept "einfach über den Haufen geworfen"

Grab erinnerte im Kreistag daran, was aus seiner Sicht ausschlaggebend gewesen sei für die bisher im Kreistag getroffenen Entscheidungen: dass es ein Zentralklinikum gebe und zudem zwei Grund- oder Basisversorger mit Notfallversorgung. Dies werde nun durch ein neues Medizinkonzept „einfach über den Haufen geworfen“ und gesagt: „Aus drei OPs mach zwei“, womit man sich Einsparungen erhoffe in Höhe von 10 bis 14 Millionen Euro.

Drei OP-Säle in Ellwangen erhalten

Dies will Grab nicht akzeptieren – zumal es in Deutschland keine Notaufnahme ohne Chirurgie gebe. Grab schlägt daher vor, von den vier OP-Sälen in Ellwangen nur einen zu schließen. Dadurch stünden im Ostalbkreis drei Säle weiter zur Verfügung, die für das Konzept fehlten, betrachtet auf den gesamten Ostalbkreis. „Von daher gehe ich davon aus, dass wir in Aalen von den angedachten Erweiterungen einen oder zwei Säle streichen können“, denn es seien ja noch drei in Ellwangen vorhanden. Dennoch sollten die OP-Säle in Aalen saniert und zwei neue gebaut werden. Dies hält Grab für unerlässlich. Grab will für die Zeit des Übergangs die Urologie und die Unfallchirurgie in Ellwangen verorten und die Endoprothetik, die nach Rieß Konzept zunächst nach Mutlangen käme, komplett nach Ellwangen verlagern – auch die Aalener und Mutlanger Fälle. Einnahmeerhöhungen verspricht sich Grab zudem von einer Ausweitung der Akquise von Belegärzten. Durch eine enge Verzahnung der klinischen und belegärztlichen OPs komme man dann zu einer „ausreichenden Auslastung“. Mit dieser Konzeption sei auch eine Notfallversorgung rund um die Uhr, also 24/7, möglich.

Von der Versorgung abgehängt

Gleichzeitig, so Grab, müssten endlich die von der Verwaltung angedachten Zusammenlegungen von Fachabteilungen, „die wir zwei- oder dreimal vorhalten“ vorgenommen werden. Dies sei im Bereich der Geburtshilfe und auch im Bereich der Viszeralchirurgie möglich. „Wir aus dem Osten des Landkreises tragen dies auch mit“, sagte Grab. „Machen Sie das, was Sie umsetzen können, ohne eine Raumschaft komplett von der medizinischen Versorgung abzuhängen“, lautete Grabs Appel in Richtung der Klinikverwaltung.

Bläse dankt für Vorschlag

Landrat Dr. Joachim Bläse bedankte sich „für den Vorschlag, den wir aufnehmen und bewerten“ – und sagte in Richtung Grab: „Die Zielsetzung ist nicht 'Aus Drei mach Zwei'“, sondern die Zielsetzung sei es, einen Regionalversorger zu schaffen.

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