Kliniken Ostalb

Erhöhung der Kreisumlage: "... dann können wir den Laden dichtmachen"

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Finanzlage des Ostalbkreises: Die Rücklagen sind aufgebraucht.
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Das Defizit der Kliniken Ostalb in Höhe von 60 Millionen Euro setzt den Kreis unter Druck. Es gilt als sicher, dass die Kreisumlage deutlich angepasst wird. Eine Modell-Rechnung.

Aalen. Die Diskussionen um das Zukunftskonzept der Kliniken Ostalb reißen nicht ab. Nachdem jüngst der Landtagsabgeordnete Winfried Mack (CDU) offen Klinikchef Christoph Rieß an den Pranger gestellt hatte, richten sich die Augen auf die weiteren Informationsveranstaltungen, die Landrat Dr. Joachim Bläse und eben Rieß initiiert haben, um die neuen Kreistagsmitglieder bei der Klinik-Thematik fit zu bekommen.

Am Dienstag (9.7.) gab es eine "Druckbetankung" in Form einer Sondierungskonferenz mit Experten. In einer Woche steht dann der Fachgutachter Prof. Boris Augurzky Rede und Antwort. In einer Sondersitzung am 23. Juli soll der Kreistag dann "grünes Licht" geben für das Zukunftskonzept – so zumindest stellt sich das Bläse vor, um in 2025 nicht erneut mit einem 60-Millionen-Defizit bei den Kliniken klarkommen zu müssen.

Ob der straffe Zeitplan eingehalten werden kann, ist derzeit noch unklar. Denn die Meinungen gehen weiter stark auseinander. Am Verfahren beteiligte Personen stellen eine Entscheidung im Juli infrage, bringen unisono eine der ersten Kreistagssitzungen nach der Sommerpause ins Spiel. Zum Beispiel am 24. September.

Finanzlage des Ostalbkreises: Rücklagen sind aufgebraucht

Offiziell will sich Landrat Bläse zu diesen Spekulationen nicht äußern, er macht weiter Tempo, könnte aber vermutlich auch mit dem September-Termin leben, sofern am Ende das Zukunftskonzept eine Mehrheit findet.

„Ansonsten hätte nicht nur ich als Landrat ein Problem, sondern wir alle im Ostalbkreis“, hatte er in einem Interview mit unserer Redaktion erklärt. Zu groß ist der Finanzdruck. Die Rücklagen, die 2022 beim Ostalbkreis noch bei 76 Millionen Euro lagen, sind aufgebraucht. 2024 sind es noch 20,6 Millionen Euro, 2025 wären es -6,8 Millionen Euro.

Modellrechnung zur Erhöhung der Kreisumlage

Die Stadt Aalen müsste nach der Modellberechnung fast 9,6 Millionen Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen.
Die Stadt Aalen müsste nach der Modellberechnung fast 9,6 Millionen Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen. © Oliver Giers
Die Gemeinde Abtsgmünd müsste nach der Modellberechnung fast 1,8 Millionen Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen.
Die Gemeinde Abtsgmünd müsste nach der Modellberechnung fast 1,8 Millionen Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen. © Oliver Giers
Die Gemeinde Adelmannsfelden müsste nach der Modellberechnung fast 244.000 Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen.
Die Gemeinde Adelmannsfelden müsste nach der Modellberechnung fast 244.000 Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen. © Erik Roth
Die Gemeinde Bartholomä müsste nach der Modellberechnung fast 237.000 Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen.
Die Gemeinde Bartholomä müsste nach der Modellberechnung fast 237.000 Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen. © Jan-Philipp Strobel
Die Gemeinde Böbingen a. d. Rems müsste nach der Modellberechnung fast 546.000 Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen.
Die Gemeinde Böbingen a. d. Rems müsste nach der Modellberechnung fast 546.000 Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen. © Jan-Philipp Strobel
Die Stadt Bopfingen müsste nach der Modellberechnung fast 1,6 Millionen Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen.
Die Stadt Bopfingen müsste nach der Modellberechnung fast 1,6 Millionen Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen. © Oliver Giers
Die Gemeinde Durlangen müsste nach der Modellberechnung fast 325.000 Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen.
Die Gemeinde Durlangen müsste nach der Modellberechnung fast 325.000 Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen. © Anja Jantschik
Die Gemeinde Ellenberg müsste nach der Modellberechnung fast 211.000 Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen.
Die Gemeinde Ellenberg müsste nach der Modellberechnung fast 211.000 Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen. © Oliver Giers
Die Stadt Ellwangen müsste nach der Modellberechnung fast 3,51 Millionen Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen.
Die Stadt Ellwangen müsste nach der Modellberechnung fast 3,51 Millionen Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen. © Gerhard Königer
Die Gemeinde Eschach müsste nach der Modellberechnung fast 271.000 Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen.
Die Gemeinde Eschach müsste nach der Modellberechnung fast 271.000 Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen. © Anja Jantschik
Die Gemeinde Essingen müsste nach der Modellberechnung fast 896.000 Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen.
Die Gemeinde Essingen müsste nach der Modellberechnung fast 896.000 Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen. © Oliver Giers
Die Gemeinde Göggingen müsste nach der Modellberechnung fast 281.000 Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen.
Die Gemeinde Göggingen müsste nach der Modellberechnung fast 281.000 Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen. © Anja Jantschik
Die Gemeinde Gschwend müsste nach der Modellberechnung fast 579.000 Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen.
Die Gemeinde Gschwend müsste nach der Modellberechnung fast 579.000 Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen. © Archivfoto: SDZ
Die Stadt Heubach müsste nach der Modellberechnung fast 1,2 Millionen Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen.
Die Stadt Heubach müsste nach der Modellberechnung fast 1,2 Millionen Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen. © Oliver Giers
Die Gemeinde Heuchlingen müsste nach der Modellberechnung fast 208.000 Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen.
Die Gemeinde Heuchlingen müsste nach der Modellberechnung fast 208.000 Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen. © Jan-Philipp Strobel
Die Gemeinde Hüttlingen müsste nach der Modellberechnung fast 711.000 Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen.
Die Gemeinde Hüttlingen müsste nach der Modellberechnung fast 711.000 Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen. © Gemeinde Hüttlingen
Die Gemeinde Iggingen müsste nach der Modellberechnung fast 296.000 Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen.
Die Gemeinde Iggingen müsste nach der Modellberechnung fast 296.000 Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen. © Anja Jantschik
Die Gemeinde Jagstzell müsste nach der Modellberechnung fast 275.000 Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen.
Die Gemeinde Jagstzell müsste nach der Modellberechnung fast 275.000 Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen. © Achim Klemm
Die Gemeinde Kirchheim a. R. müsste nach der Modellberechnung fast 196.000 Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen.
Die Gemeinde Kirchheim a. R. müsste nach der Modellberechnung fast 196.000 Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen. © Oliver Giers
Die Stadt Lauchheim müsste nach der Modellberechnung fast 514.000 Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen.
Die Stadt Lauchheim müsste nach der Modellberechnung fast 514.000 Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen. © Oliver Giers
Die Gemeinde Leinzell müsste nach der Modellberechnung fast 221.000 Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen.
Die Gemeinde Leinzell müsste nach der Modellberechnung fast 221.000 Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen. © Archivfoto: SDZ
Die Stadt Lorch müsste nach der Modellberechnung fast 1,3 Millionen Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen.
Die Stadt Lorch müsste nach der Modellberechnung fast 1,3 Millionen Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen. © Jan-Philipp Strobel
Die Gemeinde Mögglingen müsste nach der Modellberechnung fast 470.000 Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen.
Die Gemeinde Mögglingen müsste nach der Modellberechnung fast 470.000 Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen. © Oliver Giers
Die Gemeinde Mutlangen müsste nach der Modellberechnung fast 816.000 Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen.
Die Gemeinde Mutlangen müsste nach der Modellberechnung fast 816.000 Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen. © Oliver Giers
Die Stadt Neresheim müsste nach der Modellberechnung fast 1,1 Millionen Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen.
Die Stadt Neresheim müsste nach der Modellberechnung fast 1,1 Millionen Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen. © Oliver Giers
Die Gemeinde Neuler müsste nach der Modellberechnung fast 391.000 Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen.
Die Gemeinde Neuler müsste nach der Modellberechnung fast 391.000 Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen. © Oliver Giers
Die Gemeinde Obergrönningen müsste nach der Modellberechnung fast 49.000 Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen.
Die Gemeinde Obergrönningen müsste nach der Modellberechnung fast 49.000 Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen. © Archivfoto
Die Stadt Oberkochen müsste nach der Modellberechnung fast 6,8 Millionen Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen.
Die Stadt Oberkochen müsste nach der Modellberechnung fast 6,8 Millionen Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen. © Oliver Giers
Die Gemeinde Rainau müsste nach der Modellberechnung fast 362.000 Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen.
Die Gemeinde Rainau müsste nach der Modellberechnung fast 362.000 Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen. © Gerhard Königer
Die Gemeinde Riesbürg müsste nach der Modellberechnung fast 199.000 Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen.
Die Gemeinde Riesbürg müsste nach der Modellberechnung fast 199.000 Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen. © Oliver Giers
Die Gemeinde Rosenberg müsste nach der Modellberechnung fast 1,26 Millionen Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen.
Die Gemeinde Rosenberg müsste nach der Modellberechnung fast 1,26 Millionen Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen. © Tobias Dambacher
Die Gemeinde Ruppertshofen müsste nach der Modellberechnung fast 239.000 Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen.
Die Gemeinde Ruppertshofen müsste nach der Modellberechnung fast 239.000 Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen. © Anja Jantschik
Die Gemeinde Schechingen müsste nach der Modellberechnung fast 265.000 Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen.
Die Gemeinde Schechingen müsste nach der Modellberechnung fast 265.000 Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen. © Anja Jantschik
Die Stadt Schwäbisch Gmünd müsste nach der Modellberechnung fast 9,2 Millionen Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen.
Die Stadt Schwäbisch Gmünd müsste nach der Modellberechnung fast 9,2 Millionen Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen. © Tom Mayr
Die Gemeinde Spraitbach müsste nach der Modellberechnung fast 367.000 Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen.
Die Gemeinde Spraitbach müsste nach der Modellberechnung fast 367.000 Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen. © Anja Jantschik
Die Gemeinde Stödtlen müsste nach der Modellberechnung fast 242.000 Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen.
Die Gemeinde Stödtlen müsste nach der Modellberechnung fast 242.000 Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen. © Oliver Giers
Die Gemeinde Täferrot müsste nach der Modellberechnung fast 116.000 Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen.
Die Gemeinde Täferrot müsste nach der Modellberechnung fast 116.000 Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen. © Archivfoto
Die Gemeinde Tannhausen müsste nach der Modellberechnung fast 201.000 Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen.
Die Gemeinde Tannhausen müsste nach der Modellberechnung fast 201.000 Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen. © Archivfoto
Die Gemeinde Unterschneidheim müsste nach der Modellberechnung fast 535.000 Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen.
Die Gemeinde Unterschneidheim müsste nach der Modellberechnung fast 535.000 Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen. © Archivfoto
Die Gemeinde Waldstetten müsste nach der Modellberechnung fast 767.000 Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen.
Die Gemeinde Waldstetten müsste nach der Modellberechnung fast 767.000 Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen. © Tom Mayr
Die Gemeinde Westhausen müsste nach der Modellberechnung 783.000 Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen.
Die Gemeinde Westhausen müsste nach der Modellberechnung fast 784.000 Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen. © Oliver Giers
Die Gemeinde Wört müsste nach der Modellberechnung fast 296.000 Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen.
Die Gemeinde Wört müsste nach der Modellberechnung fast 296.000 Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen. © Gemeinde Wört

Kämmerer Karl Kurz schenkt bei Hebesatz reinen Wein ein

Wie groß die Not ist, das hat vor knapp einer Woche (4. Juli) Kreiskämmerer Karl Kurz auch den Oberbürgermeistern und Bürgermeistern verdeutlicht. In einem Schreiben, das unserer Redaktion vorliegt, schreibt er: "Damit der Ostalbkreis handlungsfähig bleibt, ist eine Erhöhung der Kreisumlage im Haushalt 2025 unumgänglich."

Bedeutet: Der aktuelle Hebesatz in Höhe von 32,75 Prozent ist Geschichte. In einer Modellberechnung hat Kurz 40 Prozent angenommen. Ob die 40 Prozent so kommen, ist fraglich. Noch ist es ein Beispiel – aber eines, das bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der "Dienstbesprechung" Eindruck hinterlassen hat.

Modell-Szenario 40%: Stadt Aalen müsste fast 9,6 Millionen Euro mehr Kreisumlage zahlen

Die Stadt Aalen müsste in dem Szenario von Karl Kurz, das für knapp 50 Millionen Euro Mehreinnahmen sorgen würde, fast 9,6 Millionen Euro mehr für die Kreisumlage aufbringen, Schwäbisch Gmünd fast 9,2 Millionen Euro und Ellwangen 3,5 Millionen. Für die meisten Kommunen, die allesamt nicht dafür bekannt sind, das Geld zum Fenster herauszuwerfen, undenkbar.

"Wenn es so kommt, dann können wir den Laden dichtmachen", sagt eine Person, die an dem Treffen teilgenommen hat, leicht geschockt. Klar ist: Die Einschnitte wären für jede Stadt und Gemeinde immens, die Handlungsfähigkeit massiv eingeschränkt. Möglicherweise sogar zu sehr.

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