VonConstantin Blaßschließen
Ungewöhnlich früh stellt Schwäbisch Gmünd nicht nur den Weihnachtsbaum auf, sondern schaltet auch schon die Beleuchtung ein.
Ja is' denn heut schon Weihnachten? Das könnte man zumindest meinen, wenn man am Gmünder Marktplatz steht und auf den 15 Meter hohen Weihnachtsbaum blickt. Die 2,5 Tonnen schwere Fichte, die am 8. November aufgestellt worden ist, leuchtet nämlich bereits in voller Pracht. Ein Versehen oder pure Absicht?
Dass Lichter an Weihnachtsbäumen leuchten oder Weihnachtsschmuck vor dem Totensonntag hängt, ist zumindest nicht alltäglich. Traditionell sollte ein Weihnachtsbaum, der preislich im Gmünder Raum im Gegensatz zu vielen anderen Regionen stabil bleibt, natürlich erst an Heiligabend leuchten. Durch die Kommerzialisierung des Weihnachtsfestes, die Einführung von Weihnachtsmärkten und weihnachtlich beleuchtete Einkaufsstraßen für den Einzelhandel wird schon seit Jahrzehnten ein Auge zugedrückt.
In christlich geprägten Regionen gilt in der Regel die Faustregel, dass vor Totensonntag auch keine Weihnachtsbeleuchtung aktiviert wird, selbst wenn zuvor bereits der Weihnachtsmarkt eröffnet wurde. In Schwäbisch Gmünd ist die Situation eine andere. Dort leuchtet die Fichte bereits seit Montag (13.11.), selbst für langjährige Gmünder war das überraschend früh.
Weihnachtsbaum in Schwäbisch Gmünd hat gut 6000 Lichter
Markus Herrmann, Pressesprecher der Stadt Schwäbisch Gmünd, erklärt auf Anfrage, dass sich das Anschalten der Weihnachtsbaum-Beleuchtung keinesfalls um einen Fehler handelt. "Nachdem der Baum aufgestellt worden ist, wurden Kabel gelegt und ca. 6000 LED-Lichter angebracht. Planmäßig sorgt er seit dieser Woche für vorweihnachtliche Stimmung", erläutert Herrmann, der allerdings zugab, dass es in diesem Jahr tatsächlich sehr früh gewesen sei.
Weihnachtsbaum in Schwäbisch Gmünd bleibt bis Mariä Lichtmess
Der Weihnachtsmarkt in Schwäbisch Gmünd öffnet am Donnerstag (23.11.) und dauert bis zum 21. Dezember. Der Weihnachtsbaum wiederum wird noch deutlich länger die Innenstadt verschönern und in der dunklen Jahreszeit durch sein Licht Bürgern, die über den Marktplatz flanieren, auch ein Gefühl der Sicherheit geben: Er steht bis Mariä Lichtmess (2.2.2024) - nach alter Tradition endet dann die Weihnachtszeit.
Ausgeschaltet wird die Weihnachtsbaum-Beleuchtung, die zu Weihnachten 2022 2110 Euro gekostet hat, allerdings am Totensonntag (26.11.).
