Überraschende Ankündigung

Bosch will mehr als tausend Stellen in Zukunftsbereichen abbauen

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Autozulieferer Bosch hat jüngst angekündigt, Stellen in der Dieselproduktion abbauen zu müssen. Nun trifft es auch den Softwarebereich.

Stuttgart - Kurz vor dem Jahreswechsel hatte der Technologiekonzern Bosch angekündigt, an zwei Standorten in Baden-Württemberg rund 1.500 Stellen abbauen zu müssen. Davon betroffen sind vor allem Bereiche in der Dieselproduktion. Wie das Handelsblatt aktuell berichtet, werden aber auch in Zukunftsfeldern Arbeitsplätze gestrichen. Konkret plant der größte Autozulieferer der Welt, bis 2026 1.200 Stellen in der Softwareentwicklung abzubauen, darunter 950 in Deutschland.

Die zehn größten Unternehmen aus Baden-Württemberg

Ein Schild weist auf eine Filiale des Lebensmitteldiscounters Lidl hin. Im Hintergrund befindet sich eine Filiale des Großflächen-Discounters Kaufland.
Die Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) ist mit weltweit rund 575.000 Mitarbeitern das größte Unternehmen aus Baden-Württemberg.  © Christian Johner/dpa
Das Logo des Technikkonzerns Bosch vor der Konzernzentrale
Technologiekonzern Bosch beschäftigt weltweit mehr als 420.000 Mitarbeiter.  © Inga Kjer/dpa
Beschilderung in der Zentrale der Mercedes-Benz Group AG in Stuttgart-Untertürkheim.
Beim Stuttgarter Autokonzern Mercedes-Benz sind mehr als 172.000 Mitarbeiter angestellt. © Corporate Communication (MS/CC)
Drei Fahnen mit dem Logo der ZF Friedrichshafen AG wehen vor dem Forum und der Verwaltungszentrale des Konzerns.
Autozulieferer ZF Friedrichshafen beschäftigt rund 164.000 Mitarbeiter weltweit.  © Felix Kästle/dpa
SAP-Unternehmenszentrale in Walldorf.
SAP ist das größte europäische Softwareunternehmen und hat rund 112.000 Angestellte.  © Uwe Anspach/dpa
Martin Daum, der Vorstandsvorsitzende des Nutzfahrzeugherstellers Daimler Truck, steht vor der Firmenzentrale bei Stuttgart vor einem eActros Lastwagen.
Daimler Truck hat fast 105.000 Mitarbeiter und gilt als Weltmarktführer im Bereich der Nutzfahrzeuge.  © Bernd Weißbrod/dpa
Eine Mitarbeiterin des Handelskonzerns Würth trägt in einem Gang eines Hochregallagers eine Palette auf einem Gabelstapler.
Die Würth-Gruppe ist Weltmarktführer im Bereich Befestigungs- und Montagetechnik und beschäftigt mehr als 85.600 Menschen.  © Marijan Murat/dpa
Das Logo des Autozulieferers Mahle ist an der Zentrale des Unternehmens zu sehen
Mahle ist mit rund 71.620 Mitarbeitern einer der größten Autozulieferer Deutschlands.  © Marijan Murat/dpa
Die Firmenzentrale der Drogeriemarktkette dm in Karlsruhe.
dm ist der größte Drogeriekonzern Deutschlands und beschäftigt rund 66.000 Mitarbeiter. © Uli Deck/dpa
Ein Schild mit dem Schriftzug "Freudenberg" hängt in Weinheim an einem Bürogebäude des Technologiekonzerns Freudenberg.
Mischkonzern Freudenberg ist gleich in mehreren wichtigen Branchen tätig und beschäftigt fast 51.500 Mitarbeiter.  © Uwe Anspach/dpa

Dem Bericht zufolge sind von dem angekündigten Stellenabbau bei Bosch größtenteils Standorte in Baden-Württemberg, nämlich Abstatt (Kreis Heilbronn), Leonberg, Renningen (beide Kreis Böblingen), Schwieberdingen (Kreis Ludwigsburg) sowie das Werk im niedersächsischen Hildesheim betroffen. Als Grund für die Sparmaßnahmen gibt der Weltkonzern mit Sitz in Stuttgart die unerwartet langsam verlaufende Entwicklung im Bereich des autonomen Fahrens an.

Stellenabbau bei Bosch soll sozialverträglich abgewickelt werden

Nach langen Verhandlungen hatten sich Bosch und die IG Metall 2023 auf einen Kündigungsschutz für die deutschen Mobility-Standorte geeinigt. Betriebsbedingte Kündigungen sind damit bis 2027 ausgeschlossen, sodass der Stellenabbau im Softwarebereich sozialverträglich umgesetzt werden muss. Entsprechende Benachrichtigungen seien bereits an die Belegschaft versandt worden, berichtet das Handelsblatt. Bosch will nun mit den Arbeitnehmervertretern Gespräche aufnehmen.

Bosch will bis 2026 mehr als 1.000 Stellen im Softwarebereich abbauen. Betroffen ist auch der Standort Renningen.

Bosch-Chef Stefan Hartung hatte in der Vergangenheit kein Geheimnis daraus gemacht, dass die Transformation zur E-Mobilität mit einer Reduzierung der Personalstärke einhergehen wird. Das „Ende des Verbrenners“ führt zu Einsparungen im Personal, erklärte der CEO kürzlich. Dass der weltgrößte Autozulieferer bis 2026 aber auch im Softwarebereich massiv Stellen abbauen will, verwundert. Hartung hatte nämlich erklärt, er hoffe, in Zukunftsbereichen weiter einstellen zu können.

Rubriklistenbild: © Arnulf Hettrich/Imago

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