VonSina Alonso Garciaschließen
Ein Gastronom in Waiblingen geht neue Wege: Er bietet alle Gerichte zum Einheitspreis an und sammelt Spenden für den guten Zweck. Das Ziel: Steuern sparen und ein Zeichen setzen.
Waiblingen – Die Erhöhung der Mehrwertsteuer in der Gastronomie hat dazu geführt, dass Essengehen in Deutschland 2024 deutlich teurer ist als noch im Vorjahr. Matthias Hönes, ein leidenschaftlicher Gastronom aus Baden-Württemberg, begegnet den steigenden Kosten mit einer ungewöhnlichen Maßnahme. In seinem Wirtshaus am Alten Postplatz in Waiblingen hat er einen Einheitspreis eingeführt. Im Zeitraum von vier Wochen können Gäste Gerichte auf der Speisekarte für schlappe 6,90 Euro genießen – ergänzt durch eine freiwillige Spende für einen guten Zweck.
Wie Hönes gegenüber den Stuttgarter Nachrichten erklärt, sei er, wie viele seiner Kollegen, verärgert über die Mehrwertsteuererhöhung für die Gastronomie gewesen. Die Branche leide bereits unter den Auswirkungen von Corona und Inflation. Die Tatsache, dass seit Januar wieder 19 statt sieben Prozent gelten, wollte Hönes, der auch die Restaurants CBC in Fellbach und Waiblingen sowie den CBC-Biergarten im Schützenhaus in Korb betreibt, nicht einfach hinnehmen. Er wollte die Teuerung nicht einfach an seine Gäste weitergeben. Seine Lösung bezeichnet er als „Win-Win-Situation“.
Wirt erklärt, was hinter der Rabatt-Aktion steckt
Auf Instagram kündigte das Restaurant die Aktion, die am 19. Februar startete und noch bis 17. März läuft, groß an. Es sei eine „Mega-Aktion, bei der jeder etwas richtig Tolles leisten kann“. Dort wird auch erklärt, dass die Spenden an das Kinderhospiz Pusteblume, den Tafelladen in Waiblingen sowie die Streunerfreunde Lugoj-Romania gehen. Doch was steckt – neben der Gemeinnützigkeit – noch hinter diesem Schritt?
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Um ein Zeichen gegen die gestiegene Mehrwertsteuer zu setzen, hat Hönes sich überlegt, wie er Steuern sparen kann. Wie die Stuttgarter Zeitung berichtet, hat er dafür den durchschnittlichen Warenwert der Speisen ermittelt. Seine Kalkulation ergab 6,90 Euro. Die Überlegung: In den Aktionswochen verdient er mit dem Essen allein zwar kein Geld, erzielt jedoch die notwendigen Einnahmen über die gestiegenen Gästezahlen sowie den höheren Konsum von Getränken. Bisher sei diese Rechnung aufgegangen.
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Seit der Bekanntgabe der Aktion steht bei Matthias Hönes das Telefon nicht still. Nicht selten erhält der Wirt 400 Anrufe in der Stunde und so viele Reservierungen wie aktuell hat er wohl lange nicht mehr gehabt. Persönlich vorbeikommen lohnt sich offenbar, da man laut des Gastronomen häufig telefonisch nicht durchkommt. Kunden zeigen sich, wie er sagt, begeistert von der Aktion sowie der Qualität des Essens. Die freiwillige Spendenabgabe läuft folgendermaßen ab: Nach dem Essen kommt mit der Rechnung auch eine Box an den Tisch, in die die Gäste nach eigenem Ermessen einen Geldbetrag hinein geben können. Die Spendensumme ist laut Hönes zu 100 Prozent absetzbar und senkt die Belastung durch die gestiegene Mehrwertsteuer.
Rubriklistenbild: © IMAGO/Zoonar.com/Bernd Juergens/wirtshaus_am_alten_postplatz/Instagram (Fotomontage BW24)

