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Im Februar versuchte ein Großbrand auf dem Gelände von Autozulieferer Burgmaier einen Millionenschaden. Nun müssen die dort verbliebenen Mitarbeiter gehen.
Allmendingen - Zum Ende des sehr herausfordernden Jahres 2023 reißen die Hiobsbotschaften für die Industrie und die Arbeitnehmer in der Autoindustrie nicht ab. Der weltgrößte Autozulieferer Bosch hat angekündigt, rund 1.500 Stellen in Stuttgart streichen zu müssen und die ZF Friedrichshafen will einen kompletten Standort schließen. Beim Autozulieferer Burgmaier aus Allmendingen bei Ulm kam zu Beginn des Jahres ein erheblicher Schicksalsschlag hinzu, der das Unternehmen zehn Monate später zu drastischen Einsparungen zwingt.
Die besagten Probleme der Industrie in diesem Jahr waren vor allem die hohen Kosten für Energie, Rohstoffe und Personal sowie die anhaltende Transformation zur E-Mobilität, die hohe Investitionen erfordert. Dass im Februar Mitarbeiter von Burgmaier im wahrsten Sinne des Wortes ihren Arbeitsplatz verloren, lag nicht an hohen Kosten, sondern an einem Großbrand, der einen Millionenschaden nach sich zog. Weil dadurch ein Großteil der Produktion zum Erliegen kam, muss das Unternehmen nun mehr als 100 Mitarbeiter entlassen.
Autozulieferer Burgmaier kündigt nach Großbrand 106 Mitarbeitern „zum nächstmöglichen Zeitpunkt“
Demnach kündigt der Autozulieferer aus Baden-Württemberg rund zehn Monate nach dem verheerenden Brand den verbleibenden 106 Mitarbeitern am Standort Allmendingen zum nächstmöglichen Zeitpunkt, berichtet der SWR in Bezug auf eine Mitteilung. „Die verbleibenden 106 Mitarbeitenden werden in den nächsten Tagen zum nächstmöglichen Zeitpunkt unter Einbehaltung der vertraglichen Kündigungsfrist betriebsbedingt gekündigt“, heißt es darin. Die Mitarbeiter sollen eine Abfindung sowie Hilfe bei der Suche nach neuen Stellen und Arbeitgebern erhalten. Der Betriebsrat bezeichnete die Lösung in einer Stellungnahme als „fair“.
| Name | Burgmaier Technologies GmbH & Co. KG. |
|---|---|
| Gründung | 1931 |
| Hauptsitz | Allmendingen, Baden-Württemberg |
| Branche | Automobilzuliefererindustrie |
| Produkte | Präzisionsdrehteile und Baugruppen für die Automobilindustrie |
| Mitarbeiter | rund 800 (2023) |
| Umsatz | 39,4 Millionen Euro (Geschäftsjahr 2021/2022) |
Bei dem Großbrand im Februar 2023, nach dem zeitweise wegen fahrlässiger Brandstiftung gegen externe Mitarbeiter ermittelt wurde, war der Hauptsitz des Autozulieferers nahezu vollkommen zerstört worden. Vor dem Feuer hatte das Unternehmen rund 250 Mitarbeiter am Standort in Allmendingen beschäftigt, was anschließend nicht zu halten war. „Trotz der Tatsache, dass die Burgmaier-Gruppe durch den Brand um gut 30 Prozent geschrumpft ist, versuchen wir so viele Mitarbeitende wie möglich weiterzubeschäftigen“, hatte Burgmaier-Chef Karl-Hugo Schick in einer Mitteilung vom Juli erklärt.
Burgmaier beschäftigte vor dem Brand rund 250 Mitarbeiter in Allmendingen
Demnach konnten von den ursprünglich 251 Mitarbeitern in Allmendingen 108 an den Standorten in Laupheim (Kreis Biberach) und in der Slowakei weiterbeschäftigt werden. Rund 40 Angestellte hätten sich nach dem Brand entschieden, das Unternehmen freiwillig zu verlassen. Die übrigen Mitarbeiter von Burgmaier am Hauptsitz waren freigestellt und erhielten weiterhin ihr Gehalt, was sich der Autozulieferer aufgrund der Umsatzeinbußen von rund 30 Prozent offenbar nicht mehr leisten kann. Laut einem Firmensprecher stammten die Gehaltsfortzahlungen jedoch aus Versicherungsleistungen und hätten das Unternehmen selbst nicht belastet.
Wie eingangs erwähnt, haben die vielfältigen wirtschaftlichen Herausforderungen in diesem Jahr so einige Unternehmen in die Knie gezwungen. Autozulieferer Allgaier musste beispielsweise Insolvenz anmelden und ist aktuell noch immer auf der Suche nach einem Investor, die Lage sei laut dem Insolvenzverwalter aber stabil. Genauso lautet es auch von Burgmaier; die wirtschaftliche Lage des Unternehmens sei trotz der Umsatzeinbußen stabil, erklärte der Sprecher. Allmendingen soll pro forma Hauptsitz der Burgmaier-Gruppe bleiben und der Ort im Alb-Donau-Kreis erhält zunächst weiter Einnahmen aus der Gewerbesteuer.
Rubriklistenbild: © Burgmaier/Pressebild

