In einem offenen Brief wenden sich die beiden Kreisräte Volker Grab und Rainer Knecht im Vorfeld der anstehenden Kreistagssitzung mit einem langen Fragenkatalog an den Landrat.
Ellwangen. Die beiden Kreisräte Volker Grab und Rainer Knecht haben sich jetzt in einem offenen Brief an Landrat Bläse gewandt. Darin nehmen die beiden Kommunalpolitiker Bezug auf die anstehende Sitzung des Kreistags am Dienstag, 2. Juli.
In dieser Sitzung steht das „Zukunftskonzept der Kliniken Ostalb“ erneut auf der Tagesordnung. In diesem Zusammenhang fordern Grab und Knecht den Landrat dazu auf, zu diesem Tagesordnungspunkt neun Fragen zu beantworten.
Hier im Folgenden die neun Fragen im Wortlaut:
1. Frage (mit Teilfragen): Im Restrukturierungskonzept der Kliniken Ostalb ist geplant, die Urologie von Ellwangen nach Mutlangen zu verlagern. Mit welchen Kosten rechnen Sie allein für diesen Umzug?
Wie und wo sollen die Funktionsräume der Urologie angedockt werden und wie viele sind notwendig?
Wie viele Betten planen Sie für die Unterbringung ein?
Mit welchem Personal, ärztlich und auch pflegerisch, planen Sie?
Welche Ausstattung soll am neuen Standort aufgebaut werden?
Wie soll die urologische fachärztliche Versorgung im Raum Virngrund/Ellwangen ersetzt bzw. kompensiert werden?
Nach Fertigstellung des Zentralversorgers soll dann die Urologie von Mutlangen zum Zentralversorger umziehen. Mit welchen Kosten rechnen Sie dafür?
2. Frage: Staus in der ZNA in Aalen kommen aktuell immer wieder vor. Welche räumlichen Erweiterungen und welche Kosten sind eingeplant, um die Notfälle aus Ellwangen/Virngrund zusätzlich aufzunehmen?
3. Frage: Die Intensivkapazitäten sind bereits jetzt in Aalen eng. Reichen die Kapazitäten beim Wegfall der Ellwanger Intensivbetten aus? Welche Umbaumaßnahmen haben Sie für eine ausreichende Versorgung geplant? Welche Kosten für Erweiterung der Intensiv?
4. Frage: In welcher Höhe und in welchem Zeitraum sind Investitionen für die im Medizinkonzept vorgesehenen Umstrukturierungen in der Übergangsphase notwendig? Wie wirken sich diese Investitionen auf die Kreisumlage aus?
5. Frage: Erhöhen die geplanten Umstrukturierungen das Defizit der Kliniken in der Übergangsphase?
6. Frage: Wie wirkt sich die geplante Reduzierung der Pflegekapazitäten an der St. Anna-Virngrundklinik auf die Gesundheitsakademie des Ostalbkreises, die DRK-Landesschule BW gGmbH und die dreijährige Berufsfachschule für Pflege am Standort Ellwangen aus?
7. Frage: Können Sie in der Sitzung am 2. Juli die Höhe der Defizite bezogen auf die einzelnen Standorte der Kliniken Ostalb für die Jahre 2021, 2022 und 2023 darlegen?
8. Frage: Wie wird bei einer Umsetzung des Medizinkonzeptes die D-Arztversorgung und die nächtliche Versorgung der chirurgischen Fälle im Raum Ellwangen/Virngrund gesichert?
9. Frage: Wie soll sichergestellt werden, dass die orthopädischen Operationen der Belegärzte den Kliniken Ostalb erhalten bleiben? Welche Einnahmen wurden mit diesen OPs generiert und mit welchen Einnahmeausfällen wird gerechnet?