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Die Ermittlungen zum tragischen Surfunfall in München sind beendet. Die Staatsanwaltschaft hat am Montag Details bekanntgeben. Außerdem steht die Öffnung der Welle zur Debatte.
Update, 15.15 Uhr: Wie die Staatsanwaltschaft München nun bekanntgegeben hat, sind die Ermittlungen nach dem Tod einer Surferin auf der Eisbachwelle eingestellt worden. Es handele sich um ein äußerst tragisches Unglück, das trotz umfangreicher Ermittlungen nicht weiter aufgeklärt werden könnte, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft München I, Oberstaatsanwältin Anne Leiding laut Deutscher Presse-Agentur.
Ermittlungen nach Unfall an der Eisbachwelle eingestellt
Der tragische Unfall geschah in der Nacht zum 17. April: Die Frau war mit ihrem Lebensgefährten beim Surfen auf der Eisbachwelle, als der 35-Jährige Hilfeschreie hörte und sah, wie seine Freundin unter der Wasseroberfläche verschwand. Die Staatsanwaltschaft hält es für möglich, dass sich die an ihrem Knöchel befestigte Leine oder das Surfbrett selbst am Untergrund des Eisbaches verhakt haben. Erst die Feuerwehr konnte die Frau aus der Strömung retten. Einige Tage später starb die Münchnerin aber an ihren schweren Verletzungen.
Nun berät die Stadt über eine erneute Öffnung der Welle. „Das Ziel der Stadt ist jetzt, die Eisbachwelle so bald wie möglich wieder für die Surfenden freizugeben“, sagte der Zweite Bürgermeister Dominik Krause (Grüne) und kündigte ein neues Sicherheitskonzept an. Die Stadt will nun nach Angaben Krauses „auf dringenden anwaltlichen Rat hin“ die Ermittlungsakten einsehen. Sollten sich darin keine sicherheitsrelevanten Aspekte finden, stehe einer Öffnung grundsätzlich nichts im Wege, sagte Krause.
In den vergangenen Wochen habe die Stadt die Allgemeinverfügung angepasst, die das Surfen an der Eisbachwelle gestatte. Zudem habe man mit der Interessengemeinschaft Surfen in München (IGSM) ein Sicherheitskonzept erstellt, das derzeit noch in der Endabstimmung sei. Darin sollen die Surfer unter anderem verpflichtet werden, eine selbst lösende Fangleine zu benutzen. (leo/dpa)
Die Ermittlungen sind abgeschlossen – noch ist nicht klar, ob die Surfwelle in München wieder öffnet
Erstmeldung vom 23. Juni, 11 Uhr: München – Etwa zwei Monate nach dem tödlichen Unfall an der Eisbachwelle in München, bei dem eine junge Frau tragisch ums Leben kam, sind die Ermittlungen abgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft München plant, am Montagmittag (23. Juni) weitere Details bekanntzugeben. Dabei könnte auch die Frage behandelt werden, ob die berühmte Wasserwelle im Stadtzentrum wieder zugänglich gemacht wird. Nach dem Unglück am 17. April war sie gesperrt und mit Gittern abgesichert worden.
Frau (32) starb beim Surfen in München – Dramatische Rettungsaktion
Die 32-Jährige befand sich mit ihrem Surfbrett auf der Welle, als sich die an ihrem Knöchel befestigte Leine am Boden verfing. Sie konnte sich nicht selbst befreien, und auch andere Surfer waren aufgrund der starken Strömung nicht in der Lage, ihr zu helfen. Erst der Feuerwehr gelang es, die Frau aus dem kalten Wasser zu retten. In kritischem Zustand wurde sie in ein Krankenhaus gebracht, erlag jedoch einige Tage später ihren Verletzungen.
Die Ermittlungen umfassten auch die Frage, warum sich die Leine am Bachbett verfangen hatte. Zu diesem Zweck wurde der Wasserstand gesenkt und der Untergrund untersucht.
Sperrung der Eisbachwelle sorgte für Diskussionen
Die wochenlange Sperrung der bekannten Welle führte zu Diskussionen. Selbst der ehemalige Football-Star Tom Brady zeigte sich solidarisch mit den Surferinnen und Surfern, die eine Wiedereröffnung forderten. Einige Personen ignorierten das Verbot und surften dennoch an der Stelle.
Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) bat um Geduld und versprach, sich für eine baldige Wiedereröffnung einzusetzen. Auch das bayerische Kabinett beschäftigte sich mit dem Thema. Die Eisbachwelle ist seit Jahren eine Touristenattraktion in München und besonders bei jungen Menschen aus aller Welt beliebt. (leo/dpa)
