VonChristina Jachert-Maierschließen
In den Becken des Badeparks schwimmt und planscht es sich bestens. Aber die Hülle des Flachbaus ist ebenso verbraucht wie die Technik im Keller. Wie geht es jetzt weiter?
Bad Wiessee – Großzügige Becken, sprudelndes Wasser, gepflegte Sauna. „Wenn man drinnen ist, könnte man meinen, es ist alles im grünen Bereich“, findet Wiessees Vize-Bürgermeister Robert Huber. Tatsächlich ist die 50 Jahre alte Anlage ein technischer Dinosaurier, dem jederzeit die Puste ausgehen kann. Um dies den Bürgermeistern und Fraktionssprechern der Nachbargemeinden vor Augen zu führen, hatte Bad Wiessee kurz vor den Sommerferien zu einem Info-Treffen ins einzige Hallenbad des Tegernseer Tals eingeladen.
„Wir wollten, dass alle die Komplexität des Badeparks einmal sehen“, erklärt Huber. Und die Defizite erkennen: „Die Problematik befindet sich im Untergeschoss.“ Dort hat die Technik ihren Platz. Die Belüftung macht Probleme, aber auch die Gebäudehülle ist marode. Möglicherweise kommt ein Abriss wirtschaftlicher als die Sanierung. Aber nicht nur dies ist zu klären. „Wir müssen auch über die Ausrichtung reden“, sagt Huber. Erst vor Kurzem hat sich der Arbeitskreis Badepark wieder getroffen. Aber noch ist man sich nicht darüber klar, ob der neue Badepark nur Schwimmbecken und Sauna bieten soll. Denkbar wären zusätzlich auch Wellness und Gastronomie. „Finanziell bewegen wir uns da aber in ganz anderen Dimensionen“, weiß Huber. Die einfachere Form ist auf 20 Millionen Euro kalkuliert. Die Luxus-Version würde deutlich darüber liegen.
Ortstermin im Badepark Bad Wiessee
Beim Treffen mit den Vertretern der Nachbargemeinden ging’s zunächst nur darum, den Ist-Zustand zu präsentieren und die Problematik aufzuzeigen. „Es ist zu früh, schon über eine Beteiligung zu sprechen“, weiß Huber. Aber klar ist: Bad Wiessee hofft auf Unterstützung.
Bei den Nachbarn kam die Einladung zum Ortstermin gut an. „Der Badepark ist für uns alle wichtig“, sagt der Rottacher Bürgermeister Christian Köck. Zum einen, um Schwimmunterricht anbieten zu können, zum andern aber auch als Freizeitangebot für Einheimische und Gäste. Auch in Rottach-Egern, wo es Hotels mit Hallenbad und Luxus-Spa gebe, lebten „ganz normale Leute“, die zum bezahlbaren Preis ins Hallenbad oder in die Sauna gehen wollten. Auf die solle man sich einstellen. „Wenn man etwas für erlesene Kreise macht, schließt man einen Großteil der Leute aus“, macht Köck klar.
Badepark Bad Wiessee: Zahlen die Nachbargemeinden mit?
Ob und unter welchen Konditionen Rottach-Egern sich am Badepark beteiligen würde, ist noch völlig offen. Man warte gespannt auf einen vernünftigen Vorschlag aus Bad Wiessee und belastbare Zahlen, erklärt Köck: „Es wäre verfrüht, Türen zu öffnen oder gar zuzuschlagen.“
Sein Kreuther Kollege Josef Bierschneider sieht die Dinge ähnlich. Das Tegernseer Tal brauche ein Hallenbad, damit Kinder schwimmen lernen können und Vereine, die Wasserrettung betreiben, eine Zukunft haben. Doch zur Ausrichtung gebe es unterschiedliche Ideen. „Uns ist es wichtig, dass wir frühzeitig in die Planungen eingebunden werden“, meint Bierschneider. Es könne nicht sein, dass Bad Wiessee am Ende etwas vorlege und die Nachbarn lediglich zur Mitfinanzierung auffordere.
Auch Tegernsees Bürgermeister Johannes Hagn sieht noch sehr viele offene Fragen. „Aber wir sind alle der Auffassung, dass der Badepark auf keinen Fall sterben darf.“ Gerade die Kinderbecken seien stets bestens genutzt und zeugten vom Bedarf. Denkbar sei eine Beteiligung der Nachbargemeinden am Defizit aus dem Schwimmbereich, erklärt Hagn. Doch zunächst brauche es ein Konzept.
Wo können Besucher des neuen Badeparks parken?
Für Peter Höß, Bürgermeister von Bad Wiessee, ist vor allen weiteren Überlegungen ein Punkt zu klären: Wo können die künftigen Badepark-Besucher parken? Früher einmal habe man das Jodschwefelbadgelände nutzen können, erinnert er. Dem sei nun nicht mehr so. Helfen könne ein Parkdeck. Den Antrag, eine Machbarkeitsstudie dazu in Auftrag zu geben, habe der Gemeinderat abgewiesen. Das Parkproblem müsse aber zuerst gelöst werden: „Sonst kommen wir nicht weiter.“
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