20 Linden dürfen stehen bleiben

ALB-Fällungen: LfL macht Ausnahmen für Waitzinger Park in Miesbach

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Bleiben teils erhalten: Die Bäume im Waitzinger Park.
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Die Stadt Miesbach hatte Erfolg: Die Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) hat bei den Fällungen zur Bekämpfung des Asiatischen Laubholzbockkäfers (ALB) Ausnahmen für den Waitzinger Park vorgesehen.

Miesbach – Die Stadt Miesbach hat einen Erfolg errungen: Die Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) hat bei den Fällungen zur Bekämpfung des Asiatischen Laubholzbockkäfers (ALB) Ausnahmen für den Waitzinger Park vorgesehen. Dort dürfen 20 Linden stehen bleiben. Die Bäume erfüllten das Kriterium „besonderer kultureller Wert“, für das die EU-Regelung zur Fällung Ausnahmen ermöglicht, teilt LfL-Pressesprecherin Elke Zahner-Meike auf Nachfrage unserer Zeitung mit. Die Stadt war nicht zu einer Stellungnahme bereit.

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ALB-Fällungen: LfL macht Ausnahmen für Waitzinger Park in Miesbach

Wie berichtet, hatte die LfL ursprünglich geplant, auch im Waitzinger Park alle 16 bekannten Wirtsgewächse des ALB im Umkreis von 100 Metern um befallene Bäume zu entnehmen. Das hätte auch die jetzt begnadigten Linden eingeschlossen. Die Stadt hatte im Gegenzug Ausnahmen beantragt, die rund 30 Bäume vor den Fällungen geschützt hätten. Die Entscheidung nun ist ein Mittelweg zwischen beiden Ansätzen.

Keine Ausnahmen wird es indes für den Fritz-Freund-Park und die Riviera geben. Hier hatte die Stadt ähnliche Anträge wie für den Waitzinger Park gestellt. Diese wurden von der LfL nicht berücksichtigt, weil der besondere kulturelle Wert der Bäume dort nicht gegeben sei, teilt Zahner-Meike auf Nachfrage mit.

Die Entscheidungen sind in Fällbescheiden festgeschrieben, die der Stadt inzwischen zugegangen sind. Damit ist die Planung der Fällungen abgeschlossen. Wie berichtet, waren die übrigen Bescheide bereits vergangene Woche zugestellt worden. Die Maßnahmen können nun wie geplant am Montag beginnen.

Auch hierfür hat die LfL ihre Planungen konkretisiert. Die Fällungen sollen je nach Witterung sechs bis acht Wochen dauern, heißt es in der Pressemitteilung. Betroffen seien rund 4600 Gehölze. Etwas mehr als die Hälfte davon seien Sträucher und andere Gewächse „mit einem Brusthöhendurchmesser von unter sechs Zentimetern“.

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Die Fällungen werden im südlichen Bereich der Befalls-
zone beginnen. Zeitgleich wird die LfL Verdachtsbäume im gesamten Gebiet entnehmen. Danach wird sie die Maßnahmen im Fritz-Freund-Park fortsetzen und sich innerhalb der Befallszone in Richtung Süden vorarbeiten. Experten und ALB-Spürhunden werden die Bäume kontrollieren. Verdächtige Holzstücke werden in Quarantäneboxen sichergestellt und im Labor untersucht, das verbleibende Holz gehäckselt und innerhalb von 24 Stunden verbrannt. Nach Abschluss und Auswertung der Aktion wird die LfL über die Ergebnisse und das weitere Vorgehen informieren.

Davon wird viel abhängen. Sollte die LfL in Miesbach weitere vom ALB befallene Bäume finden, müsste sie, je nach deren Lage, die Fällzonen unter Umständen ausweiten und mehr Gewächse entnehmen. Dass die LfL in ihrer Pressemitteilung von Verdachtsbäumen spricht, die sie vorrangig entnehmen will, deutet darauf hin, dass sie den Befall bei einigen Bäumen zumindest nicht ausschließen kann.

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Weitere Informationen

gibt die LfL unter ALB@LfL.bay ern.de und von Montag bis Freitag, 9 bis 12 Uhr, sowie Donnerstag, 13 bis 16 Uhr, unter z 0 81 61 / 71 57 30.

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