Weilheim

Ammerschule warnt vor Sperrung einer Zufahrt zu Groß-Parkplatz in Weilheim

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Die Parkplatz-Zufahrt hier bleibt, wie sie ist. Der AK „Verkehr“ der Agenda 21 hält sie für unnötig, doch ihr Antrag auf Sperrung für Kfz wurde abgelehnt.
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Die am Bahndamm liegende Zufahrt zum großen Parkplatz an der Ammerschule sollte gesperrt werden, meinen die Verkehrsspezialisten der Agenda 21 – und verweisen auf mehrere Vorteile. Doch nach einer Stellungnahme der Schulleitung lehnte die Stadt den Antrag jetzt ab.

Weilheim – Zum öffentlichen Parkplatz nahe der Ammerschule existieren zwei Zufahrten, kaum 60 Meter voneinander entfernt: Neben der Straße „In der Au“, die direkt an der Schule in die Lohgasse einmündet, gibt es am Bahndamm noch eine zweite Zufahrt als Einbahnstraße. Nur Fahrräder dürfen dort in beide Richtungen fahren. Und da es sich dabei um die Verlängerung eines Geh- und Radweges handelt, der eine wichtige Fahrradverbindung insbesondere zum Bahnhof darstellt, sollte diese Zufahrt für Kfz-Verkehr gesperrt werden, forderte der Arbeitskreis „Mobilität und Verkehr“ der Weilheimer Agenda 21.

Votum der Ammerschul-Leitung ist eindeutig

Diskutiert wurde dieser Antrag bereits im Herbst 2022 im Verkehrsausschuss des Weilheimer Stadtrates (wir berichteten). Durch eine Sperrung der Zufahrt könnten sogar drei bis vier neue Stellplätze geschaffen werden, hieß es dabei. Doch andere sahen den Vorschlag skeptisch, und eine Entscheidung wurde damals vertagt. Man wolle erst eine Stellungnahme der Ammerschulleitung dazu einholen, so war man sich einig.

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Die liegt nun vor, und sie ist eindeutig: Rektorin Ulrike Höß und Konrektorin Julia Schinzel sprachen sich klar gegen die Sperrung aus. Denn dadurch würde der Verkehr auf der Straße „In der Au“ direkt an der Schule zunehmen, so ihre Befürchtung – was insbesondere im morgendlichen Verkehr „die Unfallgefahr an einer von vielen Schülern frequentierten Stelle“ erhöhe. Auch im Zusammenhang mit der dort liegenden Bushaltestelle sei das zu gefährlich.

Grünen-Stadtrat: „Eine Gefahrenstelle würde komplett wegfallen“

Auf dieser Grundlage sei auch er gegen die beantragte Sperrung, sagte Ordnungsamt-Leiter Walter Weber, als sich der Verkehrsausschuss in der jüngsten Sitzung erneut mit dem Thema befasste. Dagegen blieb Manuel Neulinger (Grüne), der Verkehrsreferent des Stadtrates, bei seiner Haltung pro Sperrung: Denn die Kinder, die die Einmündung der Straße „In der Au“ direkt an der Schule queren, seien auch von der zweiten Zufahrt wenige Meter weiter östlich betroffen. Mit deren Sperrung würde also „eine Gefahrenstelle komplett wegfallen“, so der Grünen-Vertreter, „das ist eine Verbesserung der Sicherheit“.

„Die Meinung der Schule nicht ignorieren“

Klar gegen die Sperrung wandte sich Klaus Gast (CSU): „Es geht schlichtweg darum, nicht noch mehr Verkehr, noch mehr Gefahr unmittelbar vor die Schule hinzutun.“ Man sei mit der bisherigen Lösung „gut gefahren“, meinte Roland Schwalb (BfW): „Warum sollten wir das jetzt ändern?“ Nach Auskunft der Weilheimer Polizei gibt es bis dato an keiner der beiden Stellen eine Unfallhäufung.

Er selber glaube nicht, dass sich die Gefahrenlage durch die beantragte Sperrung erhöhen würde, sagte Rüdiger Imgart (AfD), der als Stadtratsreferent für Straßen und Gehwege an der Sitzung teilnahm: „Aber wenn man die Schule fragt, sollte man ihre Äußerung auch sehr deutlich gewichten.“ Auch Hans Vollmann (BfW) und Alfred Honisch (Grüne) warben dafür, „die Meinung der Schule nicht zu ignorieren“. Deshalb lehnte der Verkehrsausschuss den Antrag des Agenda-Arbeitskreises letztlich ab – gegen die Stimmen von Neulinger und Horst Martin (SPD).

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