Stadtrat erfreut

Ansturm aufs Ehrenamt: 83 Weilheimer wollten Schöffen am Amtsgericht werden

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An der Seite eines Berufsrichters entscheiden Schöffen über den Prozessausgang mit.
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Mit so großem Interesse hat keiner gerechnet: 83 Weilheimer haben sich beworben, Schöffen am Amtsgericht zu werden. Das solle nicht ungenutzt bleiben, hieß es jetzt im Stadtrat.

Weilheim – Mindestens 13 Personen muss die Stadt Weilheim dem hiesigen Amtsgericht für die Wahl der ehrenamtlichen Schöffen vorschlagen. Dafür haben sich in der Kreisstadt überdurchschnittlich viele Bürgerinnen und Bürger beworben, wie es in der jüngsten Stadtratssitzung hieß: nämlich stolze 83.

Stadtrat wählte 21 Bewerber fürs Schöffenamt aus

Weil die Stadt gemäß ministerieller Bekanntmachung nicht wesentlich mehr als die geforderten 13 Namen nennen soll, hatte die Stadtverwaltung dem zuständigen Hauptausschuss einen Beschlussvorschlag vorgelegt, der 28 Bewerber beinhaltete. Dafür habe man sich an den Vorgaben orientiert, „dass alle Gruppen der Bevölkerung nach Geschlecht, Alter, Beruf und sozialer Stellung angemessen berücksichtigt werden sollen“.

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In nicht-öffentlicher Sitzung hat der Hauptausschuss – der nicht an diesen Vorschlag gebunden war – daraus insgesamt 21 Bewerber ausgewählt. Der Stadtrat hat diese Vorschlagsliste in öffentlicher Sitzung nun einstimmig abgesegnet. Damit geht diese Liste an das Amtsgericht Weilheim, das daraus und aus den Vorschlägen der anderen Kommunen im Gerichtsbezirk die Schöffen für die kommenden fünf Jahre bestimmt. Wer auf der Weilheimer Liste steht, wurde im Stadtrat nicht genannt.

Dem AfD-Stadtrat fehlen „Menschen mit Migrationshintergrund“

AfD-Vertreter Rüdiger Imgart bezeichnete es in der Sitzung als „bedauerlich“, dass sich auf der Liste „jedenfalls vom Namen her kaum oder eigentlich gar keine Menschen mit Migrationshintergrund“ fänden. Denn das wäre „ein wesentlicher Beitrag zur Integration“, wie er sagte. Dieses Thema sei „sehr wohl in die Entscheidungsfindung eingeflossen“, betonte dazu Petra Arneth-Mangano (SPD), die Stadtratsreferentin für Flüchtlinge, Asyl und Integration: Man habe darauf geachtet, „dass diese Personen in ordentlicher Weise berücksichtigt werden“.

Soll die Stadt jetzt Briefe an die Bewerber schreiben?

Erfreut über die hohe Bewerberzahl zeigte sich Roland Bosch (ÖDP). Das lasse „auf hohe Bereitschaft für ehrenamtliches Engagement schließen“. Deshalb solle die Stadt die Bewerber auf alternative Möglichkeiten hinweisen, sich ehrenamtlich zu betätigen – etwa bei der Weilheimer Agenda 21. Er müsse abklären, ob das möglich ist, antwortete Bürgermeister Markus Loth (BfW); eigentlich sei nicht vorgesehen, Briefe an die Bewerber zu schreiben. Das wäre jedoch angebracht, meinte auch Karl-Heinz Grehl (Grüne): „Nachdem Weilheim einzigartig viele Bewerber hat, sollte man das schon wenigstens in Form eines Schreibens mit Dank honorieren und nicht einfach im Sande verlaufen lassen.“

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