Lange war der Brauch des „Christkindlanschießens“ im Isarwinkel vergessen. Ein paar private Schützen aus Lenggries lassen ihn heuer wieder aufleben.
Lenggries – Die staade Zeit endet in Lenggries an Heiligabend genau um 15 Uhr. Dann laden einige private Schützen um Bürgermeister-Kandidat Wolfgang Morlang (Bayernpartei) ihre Vorderlader und Böller – und drücken mit jeweils drei Schüssen ihre Freude über die Geburt Jesu Christi.
„Christkindlanschießen“ heißt dieser uralte Brauch, der in den letzten Jahrzehnten im Isarwinkel in Vergessenheit geraten ist. Leider, findet Morlang, und belebte die Tradition bereits im vergangenen Jahr mit einigen Gleichgesinnten wieder. „Wir haben viele positive Rückmeldungen bekommen“, sagt Morlang. Auch heuer sind Zuschauer willkommen. Los geht es nach dem Läuten der Kirchenglocken um 15 Uhr hinter der Schule auf der Wiese oberhalb der Kirche, wo die Salutkanone der Gemeinde in einer Hütte steht.
Morlang zufolge ist der Brauch seit rund 100 Jahren im Isarwinkel in Vergessenheit geragten. Kurat Jakob Ostler, der damalige Seelsorger des Städtischen Krankenhauses in Bad Tölz (heute Rehazentrum Isarwinkel) beschrieb das Christkindlanschießen 1969 in seinem Buch „Isarwinkler Geschichten“. Ostler ist nicht der einzige. Auch Jakob Metz, damals Redakteur beim Tölzer Kurier, erwähnte in den 1920er-Jahren den Brauch, wie er auch im Berchtesgadener Land noch heute gepflegt wird. (sis)
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