AWO-Seniorenzentrum in Penzberg

Mehr „Betreutes Wohnen“: Noch in der Schwebe - aber die Tagespflege kommt

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AWO-Seniorenzentrum in Penzberg: Im Haupthaus, das derzeit saniert wird, entsteht eine Tagespflege.
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Noch in der Schwebe ist es, ob im Penzberger AWO-Seniorenzentrum tatsächlich weitere Zimmer für „Betreutes Wohnen“ umgebaut werden. Zwölf derartige Apartments könnten es im Haupthaus werden. Was dagegen sicher ist: Im Haupthaus, das derzeit saniert wird, entsteht eine Tagespflege. Sie soll heuer eröffnet werden.

Penzberg – Nach Fertigstellung des Neubaus läuft beim Penzberger AWO-Seniorenzentrum derzeit die Sanierung des Haupthauses. Entstehen soll dort – auf Wunsch der Stadt – unter anderem eine Tagespflege, in der Senioren tagsüber betreut werden und die für einen oder mehrere Tage gebucht werden kann. Nach aktuellem Stand sollen es zwölf statt der zuvor geplanten zehn Plätze werden. „Wir sind schon relativ weit“, sagt Hans Kopp, Geschäftsführer der AWO München Stadt, die das Seniorenzentrum an der Gartenstraße betreibt. Im September, so hofft er, könne die Tagespflege eröffnet werden, falls bis dahin ein Leiter oder eine Leiterin gefunden wird.

Im Neubau gibt es bereits zehn Apartments für „Betreutes Wohnen“

Noch in der Schwebe ist dagegen, ob im Haupthaus zusätzliche Apartments für „Betreutes Wohnen“ entstehen – im Neubau gibt es zehn solche Wohnungen. Ende 2022 hatte Kopp diese Möglichkeit gegenüber der Heimatzeitung angesprochen. Da es an Pflegekräften mangelt und deshalb ein Teil der Pflegezimmer nicht belegt werden kann, war die Idee, alternativ einige Zimmer im Haupthaus für „Betreutes Wohnen“ umzubauen.

Mehr „Betreutes Wohnen“ - Überlegung für weitere rund zwölf Apartments

Diese Überlegung gibt es immer noch, wie der Geschäftsführer auf Nachfrage bestätigt. So könnten – nach Fertigstellung der Tagespflege – im Obergeschoss des Hauptgebäudes um die zwölf kleinere Apartments für „Betreutes Wohnen“ entstehen, während es im ersten und zweiten Stockwerk bei den Pflegezimmern bleibt. Sicher ist das allerdings nicht. Kopp spricht von einer Option. Er könne sich dies grundsätzlich zwar vorstellen, festlegen wolle er sich aber noch nicht. Der Grund ist ihm zufolge, dass die Hoffnung wächst, weitere Pflegekräfte zu bekommen, die eine Voraussetzung sind, um Pflegeplätze belegen zu dürfen. Einige womöglich neue Pflegekräfte aus Ländern wie Tunesien, Albanien und Bosnien würden in diesem August mit ihren Anerkennungsprüfungen fertig, sagt er.

Mangel an Pflegekräften ist bundesweites Problem

Der Mangel an Pflegekräften ist ein bundesweites Problem. Zu wenige Menschen machen diese Ausbildung, andere werden wiederum von Krankenhäusern abgeworben, die einen besseren Tarif haben. Erschwerend kommt hinzu, dass viele Pflegekräfte vor dem Renteneintritt stehen. Den Seniorenzentren selbst ist eine Fachkräftequote von 50 Prozent vorgeschrieben. Haben sie nicht genug Pflegekräfte, können sie nicht mehr Menschen aufnehmen.

Das ist auch in Penzberg der Fall. Im AWO-Seniorenzentrum an der Gartenstraße stieg laut Kopp die Zahl der Senioren zuletzt wieder leicht. Im April seien es 72 Bewohner gewesen, es sollen nun 86 werden, bei eigentlich 130 Zimmern. Mit der Personalstärke, sagt er, gehe es Stück für Stück voran. Im Mai waren es 48 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in der Pflege (umgerechnet auf 37 Vollzeitplätzen).

164 Pflegeplätze - ursprüngliches Ziel ist unrealistisch

Ursprünglich war geplant, dass das Penzberger AWO-Seniorenzentrum nach der Fertigstellung des Neubaus und nach der Sanierung der Bestandsgebäude 164 Pflegeplätze hat. Geschäftsführer Kopp ist wegen der fehlenden Pflegekräfte allerdings skeptisch, dass dieses Szenario mit 164 Pflegeplätzen Realität wird. Selbst 150 Pflegeplätze hält er noch für zu hoch gegriffen. Deshalb, so Kopp, sei ein Angebot von zusätzlichem „Betreuten Wohnen“ realistisch. Man werde aber weiterhin alle Anstrengungen unternehmen, fügt er an, Pflegekräfte über die Ausbildung und durch Zuwanderung zu bekommen.

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