Reichlich Müll an der Isar ließen am Freitag feiernde Abiturienten zurück. Auf Facebook beschuldigten viele „Fridays for Future“ dafür. Die Aktivisten wehren sich.
Bad Tölz – Voller Euphorie feierten die frischgebackenen Abiturienten am Freitag ihren Erfolg am Isarufer nahe dem Sportplatz. Dieser litt jedoch schwer unter den Festlichkeiten: Am Samstagmorgen glich es mehr einer Müllhalde als einem Naturschutzgebiet. Bierflaschen, Fast-Food-Verpackungen und Zigarettenstummel bedeckten den Isarstrand. In den sozialen Netzwerken wurde sogleich Kritik laut: Ob das die angeblich umweltfreundliche Generation sei, die regelmäßig für Klimaschutz auf die Straße gehe?
Agnes Eckstein, eine der Organisatoren von „Fridays for Future“ in Bad Tölz, weist das klar zurück. „Man kann uns nicht alle in eine Kategorie stecken“, betont sie und stellt klar: „Von den Schülern, die streiken, haben heuer kaum welche Abitur gemacht, und vor allem nicht an der Party teilgenommen.“ Die jährlichen Müll-Probleme nach Abifeiern an der Isar könne man nicht der „Fridays for Future“-Bewegung in die Schuhe schieben.
Future-Aktivisten wehren sich gegen Vorwürfe: Ramadama am Samstag
Im Gegenteil: Die Tölzer Ortsgruppe hatte am Samstag ein Ramadama organisiert. Am Isarufer sammelten die 30 Jugendlichen in Zweier- und Dreigruppen Unmengen an Glasscherben und Bierflaschen ein.
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Im gesamten Stadtgebiet kamen 16 Säcke mit Müll zusammen. „Dabei wäre es nun wirklich nicht so schwer, das wieder mitzunehmen“, kritisierte Helferin Jasmina Mokra. Die Karwendelsiedlung sei vor allem mit McDonald’s-Tüten übersät gewesen. Die Müllsäcke legten die Jugendlichen vor das Winzerer-Denkmal, „damit die Leute sehen, wie viel Müll hier anfällt“.
Auch zwei Schülerinnen der FOS zeigten sich verantwortungsbewusst und beseitigten am Samstag den Müll, den ihre Jahrgangsstufen-Kollegen hinterlassen hatten. „Wir hatten schon am Abend bereits aufgeräumt, aber am Samstag waren wir trotzdem schockiert von den Ausmaßen“, so Celina Sekelj, die zusammen mit Jessica Siegert und anderen aufräumte. Obwohl viele angekündigt hätten zu helfen, seien nur wenige erschienen. „Eigentlich war ausgemacht, dass sich die Schülermitverantwortung darum kümmert, weswegen wohl viele dachten, dass alles geregelt wäre“, erklärte Sekelj.
tpf/pr
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