„Fridays for Future“ breitet sich aus: Nun diskutierte Stadtwerke-Chef Walter Huber die Themen Photovoltaik und CO2 mit Schülern und „Parents for Future“.
Bad Tölz – Fast 100 Schüler aus vier Klassen hatten sich in der Garage der Stadtwerke um Geschäftsführer Walter Huber geschart. Dieser hatte auch Eltern und Lehrer eingeladen, um – angeregt von „Fridays for future“-Demonstrationen – zu informieren und diskutieren. „Das Klima können wir in Bad Tölz natürlich nicht retten, aber wir können unseren Teil zum Umweltschutz beitragen“, betonte Huber. Seit 2009 versorgen die Stadtwerke Bad Tölz und Umgebung mit Ökostrom, ein Großteil erzeugt mit Wasserkraft – mehr als die Hälfte davon sogar vor Ort, beispielsweise aus dem Isarkraftwerk am Stausee.
Ziel der Tölzer Stadtwerke ist es, wie in der Zeit nach der Gründung vor 125 Jahren, die Stromversorgung der Stadt wieder autark zu machen. Der Landkreis sei das bereits zu 80 Prozent.
„Wir können weder die Welt retten noch Politik machen, aber wir freuen uns auf Verbesserungsvorschläge“, rief Walter Huber nach der kurzen Einführung zur Diskussion auf.
Die Schüler hörten zwar größtenteils interessiert zu, beteiligten sich aber nur sehr vereinzelt an der Diskussion. Lehrer und „Parents for Future“ nutzten dieses Angebot jedoch gern und löcherten den Geschäftsführer mit Fragen etwa zu Photovoltaikanlagen und CO2-Zertifikaten.
„Fridays for Future“ in Bad Tölz: Stadtwerke wollen neues Wasserkraftwerk
Seit längerem versuchen die Stadtwerke ein neues Wasserkraftwerk am Isar-Loisach-Kanal in Wolfratshausen zu bauen oder Windräder aufzustellen, aber das sei laut Huber sehr schwierig zu vereinbaren mit dem Anliegen, die Natur nicht zuzubauen.
Ein weiteres Beispiel für diese Problematik sei das Pumpspeicher-Kraftwerk am Jochberg. Für Huber sind die damaligen Proteste zwar verständlich, aber irgendwo müsse die erneuerbare Energie auch herkommen. „Es gibt viele verschiedene Meinungen, und jeder hat Recht“, sagte Huber. „Aber hat man lieber Windräder vor der Benediktenwand oder Kernkraftwerke in China?“
Des weiteren betont er, dass die Energiewende nur ein Weg sei. Das Ziel sei vielmehr die Verbesserung der Umwelt. Er wandte sich direkt an die Schüler, rief sie auf zu demonstrieren, sich zu informieren und nachzufragen. „Kämpft für eure Zukunft, für eine lebenswerte Welt.“
tpf
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