Nordumgehung verzögert sich

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Zukunftsvision: So könnte die Tölzer Nordpange einmal aus der Vogelperspektive aussehen. Das Bild zeigt den geplanten Kreisverkehr an der Kreuzung zur B13 nahe der Firma Sitec.

Der Startschuss für die Nordumgehung lässt auf sich warten. Beim Entwässerungskonzept muss nachgebessert werden. Die Klagefrist ist von der Gemeinde Greiling bis Juni verlängert worden.

Bad Tölz/Greiling – Bis ein Ergebnis zur Zufriedenheit der Gemeinde vorliegt, sagt Greilings Bürgermeister Anton Margreiter, „wird die Klage natürlich nicht zurückgezogen“. Die Klagefrist sei vorsichtshalber bereits einmal bis Juni verlängert worden. Hintergrund: Einziger Kläger gegen den Planfeststellungsbeschluss ist die Gemeinde Greiling. Von drei Kritikpunkten konnten zwei (ein Radweg und eine Baulastübernahme für ein Straßenstück) bereits vom Bauamt Weilheim und der Stadt Bad Tölz ausgeräumt werden. Nummer drei erweist sich nun als harte Nuss, die nach einer Schätzung Margreiters ein halbes Jahr Zeit kosten wird.

Worum geht es? Die Gemeinde Greiling hat Sorge, dass die Regenrückhaltebecken, die wegen der zusätzlichen versiegelten Flächen am Kasernenberg gebaut werden, nicht ausreichen. Zum zweiten sei das Entwässerungskonzept über einen Graben zum Weiherbach und weiter in Richtung Große Gaißach und Isar nicht ausreichend untersucht.

Margreiter spricht zudem von unterirdischen Strömungen, die den Ortskundigen bekannt seien, aber in der Planung und den Untersuchungen des Ingenieurbüros nicht berücksichtigt worden seien. „Wir haben aber immer darauf hingewiesen.“ Man wolle, so begründet Margreiter seine Hartnäckigkeit, den Hinterliegern an der Ötzstraße am Weiherbach sagen können, „dass ihre Überschwemmungsbefürchtungen gegenstandslos sind“.

Margreiter: Ortstermin sei „positiv und kooperativ“ gewesen

Bei dem Ortstermin mit dem Wasserwirtschaftsamt sei man nun überein gekommen, dass ein nunmehr vertieftes Entwässerungskonzept auch mit dem bestehenden Hochwasserschutzkonzept der Gemeinde in der Hand eines Ingenieurbüros „verquickt wird“, wie das Gemeindeoberhaupt sagt. Er habe die Vertreter des Wasserwirtschaftsamtes als „positiv und kooperativ“ empfunden.

Wer ist für die Verzögerung verantwortlich? Von Versäumnissen seines Hauses im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens will der Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Weilheim, Roland Kriegsch, vor Kurzem nichts wissen. Die Präzisierung der Maßnahmen sei von Anfang an Sache der Ausführungsplanung gewesen. Auf diese Position bezog sich auf erneute Nachfrage auch die für den Landkreis zuständige Abteilungsleiterin Dora Schulze.

Martin Herda, Abteilungsleiter beim federführenden Bauamt Weilheim, räumt ein, dass das Wasserwirtschaftsamt im Planfeststellungsbeschluss festgehalten habe, dass zwingend ein Nachweis zu erbringen sei, dass für Dritte (also die Weiherbach-Hinterlieger) keine Schäden entstehen. Die Detailplanung sei diesbezüglich eng mit dem Wasserwirtschaftsamt abzustimmen. Die im Beschluss beschriebene technische Lösung habe die Wasserwirtschaft für in Ordnung befunden.

„Ein Schritt vorwärts“, gibt Herda zu, „ist das jetzt nicht.“ An die von Margreiter geschätzten sechs Monate Verzögerung glaubt der Abteilungsleiter aber auch nicht. „Vielleicht kommt das Gutachten zeitnahe.“ Im Übrigen sei die Zeit nicht verloren. „Wir werden parallel dazu die Ausführungsplanungen vorantreiben.“ (chs)

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