VonGabi Wernerschließen
Bald wird der alte Badepark in Bad Wiessee verschwunden sein. Für das Areal hat der Gemeinderat einen Bebauungsplan beschlossen. Der soll ein deutliches Signal an die anderen Talgemeinden aussenden.
Bad Wiessee – Der alte Badepark wird Stück für Stück aus dem Wiesseer Ortsbild getilgt. Anfang August haben die Abbrucharbeiten auf dem etwa 6000 Quadratmeter großen Gelände begonnen, bis zum Dezember soll die einst so beliebte Freizeiteinrichtung Geschichte sein. Unterdessen hat sich der Gemeinderat nun mit der Zukunft des Areals beschäftigt. Um deutlich zu machen, dass hier wieder ein neues Schwimmbad entstehen könnte, fasste das Gremium einmütig den Aufstellungsbeschluss für einen entsprechenden Bebauungsplan. Es soll ein deutliches Signal sein – vor allem an die anderen Talgemeinden.
Neues Schwimmbad am Tegernsee nur als Gemeinschaftsprojekt möglich
Seit Bad Wiessee kund getan hat, dass es den Bau eines neuen Schwimmbads alleine nicht stemmen kann und eine Realisierung nur als Gemeinschaftsprojekt mindestens aller Tegernsee-Gemeinden vorstellbar sei, müssen sich die betroffenen Kommunen neu sortieren. Um von Wiesseer Seite aus ein Zeichen pro Schwimmbad zu setzen, hatte Bauamtsleiter Anton Bammer die Idee ins Spiel gebracht, schon einmal einen Bebauungsplan aufzustellen. Er soll das Areal als „Sondergebiet Wilhelminastraße für Sport, Freizeit, Gesundheit und Erholung“ ausweisen. „Es wäre aus meiner Sicht wichtig und gut, zu zeigen, dass die Fläche wieder für ein Schwimmbad reserviert ist“, sagte Bammer.
Gemeinderäte werten Aufstellungsbeschluss als wichtiges Signal
Die Gemeinderäte sahen das genauso. Bad Wiessee schaffe hier ein Stück Verbindlichkeit und übernehme Verantwortung, fand CSU-Sprecher Florian Sareiter. „Das ist ein tolles und faires Zeichen“, meinte er mit Blick auf die Nachbargemeinden. Auch Johannes von Miller (Grüne) wertete den Schritt als demonstratives Signal, „dass wir am Schwimmbad festhalten wollen“. Bedenken, dass sich die Gemeinde mit dem Bebauungsplan zu sehr an eine bestimmte Nutzung oder Kubatur binde, konnte Bammer zerstreuen: „Ich habe den Beschluss bewusst weit gefasst.“ Einmütig sprach sich das Gremium letztlich für die Aufstellung des Bebauungsplans aus.
Nach Badepark-Abriss: Angst vor einem neuen Brachgelände
Bis die Fläche tatsächlich einer neuen Nutzung zugeführt wird, dürfte allerdings noch einige Zeit ins Land gehen. Alois Fichtner (CSU) äußerte daher den Wunsch, dass der Platz nach dem Abriss „freundlich hergerichtet wird“ und nicht zu Brachland verkommt. „Wir haben ja schon gegenüber eine Mondlandschaft“, meinte er und nahm dabei Bezug auf das ehemalige Jodbad-Gelände, das nach dem Rückzug von Investor SME ein mehr als trauriges Dasein fristet.
Bürgermeister Robert Kühn (SPD) versicherte, dass die Gemeinde hier mit gutem Beispiel vorangehen und auf dem Areal „eine gewisse Aufenthaltsqualität“ schaffen werde. „Es ist unser fester Wille, dass wir hier für die Übergangszeit etwas Schönes entstehen lassen.“ Wie bei der Sitzung deutlich wurde, will man dabei auch eine Anregung von CSU-Gemeinderat Florian Flach berücksichtigen, wonach das ehemalige Kinderspielbecken nach Möglichkeit erhalten und in eine künftige Grünfläche einbezogen werden soll.
Erste Gespräche zum Thema talweites Schwimmbad haben stattgefunden
Auch was die langfristige Planung eines gemeinsamen – talweiten – Schwimmbads anbelangt, wurden offenbar die nächsten Schritte getan. So hat sich mittlerweile Bürgermeister Kühn mit seinem Tegernseer Amtskollegen Johannes Hagn (CSU) getroffen, um auch im Auftrag der anderen Rathaus-Chefs den weiteren Fahrplan festzulegen. Grundsätzlich haben bereits alle Talgemeinden ihren Willen bekundet, dass kommunales Schwimmen am Tegernsee wieder möglich gemacht wird.
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