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Auch im Jahr 2023 ist im Badehaus viel geboten. Der Verein Bürger fürs Badehaus Waldram-Föhrenwald stellt sein neues Jahresprogramm vor.
Wolfratshausen – 2022 feierte der Verein Bürger fürs Badehaus Waldram-Föhrenwald sein zehnjähriges Bestehen und erhielt zahlreiche Preise. Kein Grund, um sich auf den Lorbeeren auszuruhen, findet Badehaus-Chefin Dr. Sybille Krafft. Beim Neujahrsempfang stellte sie mit ihrem Team die kommenden Veranstaltungshöhepunkte vor.
„Im Badehaus stecken etwa 47 000 ehrenamtliche Stunden, bisher gab es 584 Führungen“, rechnete Krafft vor. Die Mitgliederzahl des Vereins liegt bei mittlerweile 560. Jahresbeiträge und Spenden sind das finanzielle Fundament, reichen aber für eine langfristige Sicherung des Erinnerungsorts bei Weitem nicht aus. „Wir stehen vor einem Schicksalsjahr und benötigen institutionelle Fördermittel“, erklärte Krafft.
Badehaus in Waldram: Chefin stellt mit Team kommende Veranstaltungshöhepunkte vor
Als Ansporn für das ehrenamtliche Engagement bezeichnete sie die sieben verliehenen Preise des Vorjahres. Dazu gehörten neben der Verleihung der Wolfratshauser Walk-of-Fame-Plakette die überregional renommierten Auszeichnungen mit dem Obermayer-Award und dem Go-Volunteer-Siegel.
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Am 7. Mai nimmt der Verein den alternativen Kulturpreis der oberbayerischen Bezirkstagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen im Badehaus entgegen. Beim Jubiläumsfestakt zum „Grünen Wanninger“ spielt die Band Bavarian Immigrants. Führungen und eine Laudatio der Landtagsabgeordneten Gabriele Triebel runden die Feier ab.
Den Veranstaltungsreigen im Erinnerungsort eröffnen am 29. Januar ein Kurzvortrag und eine Podiumsdiskussion zum Thema „Strategien gegen Rechtsextremismus“. Es folgt ein Abend zum „Alpine Peace Crossing“ am 11. Februar. Er erinnert an den beschwerlichen Marsch, den einige 1000 jüdische Männer, Frauen und Kinder im Sommer 1947 bewältigten, um in Genua ein Schiff in Richtung damaliges Palästina zu erreichen.
Ein verdrängtes Kapitel der deutsch-jüdischen Nachkriegsgesellschaft beleuchtet die erste Buchpremiere im Badehaus „Föhrenwald – Das vergessene Schtetl“ (26. März). Der mittlerweile in Berlin lebende Autor Alois Berger absolvierte einst sein Abitur am St.-Matthias-Kolleg in Waldram. Auf rege Beteiligung hofft der Badehaus-Verein beim Gedenkzug vom Todesmarsch-Mahnmal in Gelting-Buchberg zum Waldramer Kolpingplatz am 28. April. „Das wird wohl eine der letzten Veranstaltungen mit Zeitzeugen sein“, befürchtet Badehaus-Vorstandsmitglied Elisabeth Voigt.
Badehaus Waldram: „Wohl eine der letzten Veranstaltungen mit Zeitzeugen“ im April
Internationales Flair wird der von den Bundesfreiwilligen gestaltete Abend am 10. Juni verbreiten. Die junge Belgierin Marie Greck und der US-Amerikaner Gavin Maendel diskutieren mit Gästen aus ihren Heimatländern über die globalen Auswirkungen des Holocausts. Kurz vor der Sommerpause lockt die Vernissage zur „Galerie der Aufrechten“ ins Badehaus (15. Juli). Viele interessante Eindrücke vermittelt knapp zwei Monate später am 10. September die Synagogen-Tour in die schwäbischen Orte Binswangen und Buttenwiesen.
„Um rechtzeitige Anmeldung wird gebeten“, betonte Elisabeth Voigt. In Kooperation mit dem Museum der Nachbarstadt Geretsried werden am 22. Oktober Gastarbeiterfamilien in den Erinnerungsort eingeladen. BR-Autorin und Historikerin Sybille Krafft zeigt dabei seltene Schwarz-Weiß-Aufnahmen aus dem Archiv des Bayerischen Fernsehens. Mit einer künstlerischen Intervention des Allgäuers Max Schmelcher (19. November) sowie der Puppentheater-Aufführung „Die Koscher Maschine“ (1. Dezember) endet das abwechslungsreiche Veranstaltungsjahr.
Dass der Weg ins Badehaus auch an normalen Öffnungstagen lohnt, bestätigte Anna Schmidt. Die Waldramerin wurde beim Neujahrsempfang als 12 000. Besucherin seit der Eröffnung im Oktober 2018 mit einem Blumenstrauß geehrt.
Infos im Internet:
www. erinnerungsort-badehaus.de
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