Grüner Wanninger

Badehaus-Museum aus Wolfratshausen wird ausgezeichnet - „wichtige Bedeutung über Region hinaus“

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Legt außerordentliches Engagement an den Tag: Der Verein Bürger fürs Badehaus.
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Ein Kulturpreis der Grünen soll die Ehrenamtlichen aus dem Waldramer Badehaus ermutigen, weiter Akzente zu setzen. Schon jetzt sei die Arbeit „großartig“

Waldram – Die Bezirkstagsfraktion der Grünen besichtigte Anfang November den Erinnerungsort Badehaus in Waldram. Die Politiker waren von der Arbeit so begeistert, dass sie dem Verein Bürger fürs Badehaus Waldram-Föhrenwald für dessen herausragendes ehrenamtliches Engagement den „Grünen Wanninger“ zusprachen.

Badehaus-Museum aus Wolfratshausen wird ausgezeichnet - „wichtige Bedeutung über Region hinaus“

Der „Grüne Wanninger“ ist ein Kulturpreis, den die Grünen seit 1988 verleihen. Sein Namensgeber ist der Buchbinder Wanninger aus dem berühmten Stück von Karl Valentin. Wanninger versucht per Telefon eine einfache Auskunft zu erfragen – und wird von Pontius zu Pilatus verbunden. Das Ergebnis: Er möge doch bitte am nächsten Tag erneut anrufen.

Grüne zeichnen Ehrenamtliche aus: „Der Verein leistet wichtigen Beitrag für Demokratie“

Der Preis soll laut den Grünen dazu ermutigen, nicht aufzugeben und sichtbare Akzente zu setzen. „Der Verein leistet mit seiner großartigen Arbeit einen wichtigen Beitrag für unsere Demokratie. Erinnern, Mahnen, Bilden, Räume für Diskussionen anbieten, all das zeichnet den Verein mit seiner Vorsitzenden Dr. Sybille Krafft mit aus“, so die Fraktionsvorsitzende Martina Neubauer. Bezirksrat Georg Buchwieser betonte die „eminent wichtige Bedeutung weit über die Region hinaus“. Er unterzeichnete nach seinem Besuch direkt einen Mitgliedsantrag. „Zudem soll mit dem Preis noch mehr Aufmerksamkeit auf das Projekt gelenkt werden“, sagt Bezirksrätin Elisabeth Janner, die den Besuch organisiert hatte.

Erinnerungsarbeit Wolfratshausen-Waldram: Ortsteil hat eine bewegte Geschichte

Vor zehn Jahren hatte der Verein mit seiner Arbeit begonnen, das Gebäude mit der bewegten Geschichte wieder lebendig werden zu lassen. 1939/1940 errichteten die Nationalsozialisten im Wolfratshauser Forst eine Siedlung für Rüstungsarbeiter. Später wurde Föhrenwald ein Lager für sogenannte „Displaced Persons“. In diesem Fall waren es Juden, die den Holocaust überlebt hatten. Ab 1956 wurden in Föhrenwald kinderreiche katholische Familien angesiedelt – und der Ort in Waldram umbenannt.

Mehr als 45 000 Ehrenamtsstunden haben die 550 Vereinsmitglieder in ihr Projekt gesteckt, um die Geschichte zu dokumentieren. „Das Museum ,Erinnerungsort Badehaus‘ veranschaulicht in einer sehenswerten Ausstellung eine einzigartige Migrationsgeschichte“, bilanzieren.

Ehrenamtliches Engagement: Wolfratshauser Museum wird erneut ausgezeichnet

Im laufenden Jahr wurde das Erinnerungsprojekt mit sieben Preisen gewürdigt: Dem Obermayer Award, dem GoVolunteer Siegel für ausgezeichnetes Engagement, als Top-Ausflugsziel für Familien in Bayern, auf dem „Walk of Fame“ in Wolfratshausen, mit dem Sparkassen-Bürgerpreis und dem Deutschen Engagementpreis. Im Dezember gab es zudem die Auszeichnung „Aktiv für Demokratie und Toleranz“. Die Verleihung des „Grünen Wanningers“ soll im Mai bei einer Matinee stattfinden.

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