VonSascha Karowskischließen
Beim Eröffnungsspiel der Fußball-EM war es zu Störungen bei der U-Bahn gekommen. Politiker kritisieren nun die MVG, die verteidigt sich.
München - Politiker von ÖDP und München-Liste kritisieren die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) wegen des Transportes der Fans vor und nach dem Eröffnungsspiel der Fußball-EM in der Allianz Arena. Trotz intensiver Bemühungen seitens der Verkehrsbetriebe habe es erhebliche Probleme gegeben. ÖDP-Chef Tobias Ruff spricht von einem unzumutbaren und peinlichen Chaos.
Münchner Verkehrsgesellschaft bei EM: ÖDP-Chef Tobias Ruff fordert Aufklärung und spricht von Chaos
„Die Stadt München träumt von Olympia und war schon vom dem ersten EM-Spiel heillos überfordert.“ Es sei inakzeptabel, dass massive Störungen und organisatorische Mängel aufgetreten seien. Seine Fraktion fordere daher eine umfassende Aufklärung der Vorfälle und einen detaillierten Bericht der MVG und der zuständigen Behörden. „Die EM hat gerade erst begonnen und bis zum 14. Juli werden noch vier Spiele in München ausgetragen. Wir müssen jetzt alles daransetzen, um sicherzustellen, dass die kommenden Veranstaltungen besser organisiert sind und solche chaotischen Zustände nicht erneut auftreten.“
In einem Dringlichkeitsantrag nennt Ruff beispielhaft eine bessere Koordination und Kommunikation zwischen MVG, Polizei und Veranstaltern, eine deutliche Beschilderung und gut geschulte Ordner am Stadion und in der Fan Zone.
EM-Spiele in München: Aus Sicht der MVG gut gelaufen - „Es war nicht alles perfekt“
Aus Sicht der MVG seien beide Spiele (Deutschland-Schottland, Rumänien-Ukraine) gut gelaufen. „Es war nicht alles perfekt, es sind aber alle gut und sicher ans Ziel gekommen“, sagt Unternehmenssprecher Maximilian Kaltner. Rund 100 000 zusätzliche Fahrgäste in der U-Bahn seien auch für die MVG eine Herausforderung, auch wenn die Verkehrsbetriebe im Transport von Gästen zu Großveranstaltungen durchaus Erfahrung hätten. „Die Fahrgastströme zu den unterschiedlichen Veranstaltungsorten Arena, Fan Zone und diversen Locations im Stadtgebiet machen eine genaue Beobachtung der komplexen Situation und situative Entscheidungen notwendig.“ Es seien auch mehr als 100 zusätzliche Mitarbeiter eingesetzt worden, um den Massenandrang zu schultern, darunter auch mehr als 60 direkt an den Bahnsteigen der Knotenbahnhöfe. „Kleine Störungen im Betrieb konnten so behoben werden, dass die meisten Fahrgäste nichts davon mitbekommen haben. Es wurden auch kurzfristig Züge umdisponiert.“
Eine Türstörung am U-Bahnhof Studentenstadt habe um kurz vor 18 Uhr für einen Stillstand der Züge in Richtung Arena von etwa 20 Minuten gesorgt. „Durch die vielen Fahrgäste im Zug und am Bahnsteig dauerte es länger als üblich, bis der Fahrer die betroffene Tür erreichte und die Strecke wieder frei war“, sagt Kaltner. Durch den Rückstau der Züge sei es vorübergehend zu zusätzlichen Kapazitätsengpässen gekommen. Um wartenden Fahrgästen nach der Störung Platz zu bieten, seien Züge von der U8 auf die U6 umgeleitet worden. „Hinzu kamen noch kleinere Störungen, wenn zum Beispiel Notbremsen oder Nothalte mutwillig und missbräuchlich gezogen werden. Wir halten auch eine Busreserve vor, die wir am Freitag auch kurzfristig in Richtung Arena geschickt haben.“
EM-Spiele & Großereignisse: Wenn Orte überfüllt sind, weist die Polizei die Durchfahrt der U-Bahn an
Sei ein Veranstaltungsort, wie der Marienplatz am Freitag, überfüllt, weise die Polizei aus Sicherheitsgründen die Durchfahrt der U-Bahn an, damit nicht noch mehr Menschen auf den Platz drängten. „Außerdem hat die Maßnahme dafür gesorgt, dass am Umsteigebahnhof Odeonsplatz wieder Fahrgäste in die U-Bahn einsteigen konnten und diese nicht bereits am Marienplatz voll war. Daran halten wir uns. Dasselbe gilt auch, wenn die U-Bahnhöfe volllaufen.“ Dann würden diese für ein paar Minuten gesperrt, bis ein Zug die Fahrgäste aufnehme und so wieder Platz für nachrückende Fahrgäste am Bahnsteig sei. „Wir haben darüber hinaus zusätzlich Unfallhilfswagen an strategisch günstig gelegenen Punkten stationiert sowie neben der stationären Werkstattbereitschaft zusätzliche mobiles Personal auf Abruf eingesetzt, um auf Störungen noch schneller reagieren zu können.“
