Auch die Baugenossenschaft ist in die Entstehung des neuen Geretsrieder Stadtzentrums involviert: Ein schicker Neubau wird das alte Haus aus den 1950er Jahren ersetzen. Dazu müssen die Mieter umziehen.
Geretsried – Von außen betrachtet wirkt das Stadtzentrum wie eine einzige große Baustelle. Tatsächlich sind aber verschiedene Bauherren involviert: die Stadt, die Investorenfamilie Krämmel, die Projektpartner KLP UG und die Baugenossenschaft Geretsried (BG). Letztere werkelt seit Mitte Juli kräftig mit: Sie ist zuständig für den sogenannten Verbinder, der die Tiefgaragen unter dem Karl-Lederer-Platz und der Egerlandstraße verknüpft.
Bis die Baugenossenschaft ihre weiteren Pläne umsetzt, wird noch etwas Zeit vergehen. Der Abbruch des bestehenden Gebäudes an der Egerlandstraße ist ab November 2019 geplant. Im darauffolgenden Jahr soll der Neubau samt Tiefgarage beginnen – „aus einem Guss“, wie BG-Geschäftsführer Wolfgang Selig sagt.
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In dem 1950er-Jahre-Bau an der Egerlandstraße 58 bis 74 sind 72 Wohnungen untergebracht. Laut Selig sind bis jetzt 39 Parteien ausgezogen. Die Mehrheit kam in einer anderen Wohnung der BG in unterschiedlichen Stadtteilen unter. „Gartenberg ist aber am beliebtesten“, so Selig. Andere Mieter hätten die Gelegenheit genutzt, näher zu ihrer Familie oder ins Seniorenheim zu ziehen.
Die Umzüge geschehen peu à peu. Wird eine Wohnung aus dem Bestand der Baugenossenschaft frei und passt hinsichtlich von Größe, Preis und Stadtteil werde sie den Mitgliedern, die an der Egerlandstraße – aktuell noch 33 Parteien – wohnen, zuerst angeboten. „Wir sind moralisch verpflichtet, bei der Wohnungssuche zu helfen, da wir der eigentliche Auslöser dafür sind, dass die Menschen ausziehen müssen“, sagt Selig. Die Wünsche der Mitglieder versuche man zu respektieren. Ursprünglich war geplant, dass das Neubauprojekt auf dem ehemaligen Lorenz-Areal als Ersatzquartier für die Bewohner an der Egerlandstraße dient. Da die Häuser an der Banater Straße nicht rechtzeitig fertig werden, klappt das nicht. Laut Selig gebe es aber diverse Bau- und Ersatzmaßnahmen, etwa ein Neubau an der Siebenbürger Straße, der 2019 fertig wird. „Wir machen Fortschritte“, sagt der Geschäftsführer. Es sei jedoch ein Langstreckenlauf und kein Sprint.
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Der Auszug der Bewohner ist die eine Sache, die andere ist die Planung. Wie berichtet sollen im sogenannten „BGZ2“ 90 Wohnungen entstehen. Im Erdgeschoss ist Platz für Gewerbe. Geparkt wird in der Tiefgarage, die über den Verbinder an jene unter dem Karl-Lederer-Platz angeschlossen wird.
Auch wenn der Baubeginn an der Egerlandstraße erst für das Jahr 2020 vorgesehen ist, errichtet die Baugenossenschaft bereits jetzt den Verbinder vor dem BGZ. „Das war ein Wunsch der Politik, bei dem wir die Notwendigkeit gesehen haben“, so Selig. Zum einen, weil die Zufahrt vom Rathaus zur Bundesstraße 11 derzeit ohnehin gesperrt ist, zum anderen um die Oberflächengestaltung am Karl-Lederer-Platz 2019 auf einmal vornehmen zu können. Außerdem sei für das Teilstück aus geometrischen Gründen ohnehin ein eigener Kran erforderlich.
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Die Baugenehmigung für das „BGZ2“ hat die BG kürzlich beantragt. Bebauungsplan und Durchführungsvertrag stehen wie berichtet bereits seit vergangenem Jahr. Auf Wunsch des Stadtrats hat die Genossenschaft die Fassade aber noch mal verändert – das Gebäude hat nun einen Versprung –, weshalb sie den Bauantrag entsprechend anpassen musste. „Ein Projekt in dieser Größenordnung geht eben nicht im Hauruck-Verfahren“, sagt Selig.
Ein bisschen Zeit bis zum Baubeginn ist ohnehin noch. Der Verbinder, der im Frühjahr 2019 fertig werden soll, bleibt bis dahin ungenutzt. „Er wird erst mit dem Rest in Betrieb genommen“, so der Geschäftsführer. Elektrik und Brandschutz würden mit der geplanten Tiefgarage in der Egerlandstraße zusammenhängen.
sw
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