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Einen fliegenden Baukran hoch über den Dächern der Tölzer Marktstraße, das sieht man auch nicht alle Tage. Kein Wunder, dass sich am Donnerstagabend viele Schaulustige sammelten.
Bad Tölz – Um 19 Uhr rückte die die Spezialfirma „Hölzl Kran“ mit schwerem Gerät an. Zum Einsatz kam dabei der 200-Tonnen-Autokran mit seinem 72 Meter langen Teleskop-Ausleger. Die Aufgabe: einen Hochbau-Kran der Lenggrieser Baufirma Karl Gerg über die Marktstraßenhäuser hinweg in den Innenhof der Bäckerei Riedmeier zu transportieren. Dabei musste der Baukran eine Strecke von 44 Meter überwinden. 7,8 Tonnen wog das schwerste zu transportierende Einzelteil – eigentlich ein Kinderspiel für einen 200- Tonnen-Kran, sollte man meinen. Doch der Teufel steckte im Detail.
Komplizierte Berechnungen im Vorfeld - Aktion ist Chefsache
Da die Marktstraße im oberen Teil relativ eng ist, war der mögliche Neigungswinkel des Autokrans ziemlich eingeschränkt. Die Häuser sollten die spektakuläre Aktion ja unbeschadet überstehen. „Schon im Vorfeld gab es komplizierte Berechnungen, um den bestmöglichen Standort für den Autokran zentimetergenau festzulegen“, erklärte Gerg. Hätte das nicht exakt gepasst, hätte mit dem Ganzen von vorne anfangen müssen. Im Bewusstsein der diffizilen Aufgabe hatte Walter Hölzl die Aktion zur Chefsache erklärt und nahm selbst im Steuersessel des Autokrans Platz.
Vorbereitungen dauern eineinhalb Stunden
Nach rund eineinhalb Stunden Vorbereitung war es so weit. In knapp zehn Minuten entschwebte der Baukran aus der Marktstraße und fand seinen Aufstellplatz im Hinterhof der künftigen Baustelle. Wieder zusammengebaut wird er 18 Meter hoch sein und über seinen 25-Meter-Ausleger mithelfen, Bauschutt zu entfernen und Beton sowie weitere Baumaterialien an Ort und Stelle zu hieven. „Das Ganze ist zwar ganz schön aufwendig, denn der Baukran muss ja später wieder zurück. Aber in der Marktstraße durften wir den Kran nicht aufstellen, und wenn wir ohne jeden Betonkübel per Hand hätten transportieren müssen, wäre der komplette Umbau des Gebäudes noch viel teurer gekommen“, sagt Gerg.
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