VonChristiane Mühlbauerschließen
Die Gemeinde Benediktbeuern hat die Grundstückspreise fürs Einheimischenmodell am neuen Feuerwehrhaus bekannt gegeben.
Benediktbeuern – So groß ist das Interesse an Benediktbeurer Gemeinderatssitzungen selten: Es mussten sogar noch Stühle neu platziert werden, damit alle Bürger die Sitzung verfolgen konnten. Die meisten von ihnen waren gekommen, weil die Gemeinde die Grundstückspreise fürs Einheimischenmodell am neuen Feuerwehrhaus bekannt gab – der letzte Tagesordnungspunkt übrigens nach diversen Bauangelegenheiten, Haushalt und Rechnungsprüfung.
Grundlage für die Preise sind die Festlegungen des Gutachterausschusses, der sich am Dienstag im Tölzer Landratsamt getroffen hatte. Laut Kämmerer Florian Hlawatsch gilt für die Innenbereichslage von Benediktbeuern jetzt ein Wert von 800 Euro pro Quadratmeter. 2016 lag dieser Wert noch bei 600 Euro pro Quadratmeter. „Da sieht man, wohin die Reise geht“, sagte Hlawatsch.
Die Gemeinde hat am neuen Feuerwehrhaus insgesamt 19 Parzellen zu vergeben. Geplant sind zwei Einzelhäuser mit einer Grundstücksgröße von jeweils knapp über 500 Quadratmetern, sozusagen die „Sahnestückchen“. Die weiteren 17 Parzellen werden mit Doppelhäusern beziehungsweise Dreispännern bebaut, die zwischen 200 und 400 Quadratmeter Grundstücksfläche haben.
„Auch 350 Euro sind brutal viel“
Der Gemeinderat hatte die genauen Preise in nichtöffentlicher Beratung festgelegt. „Das war eine längere Diskussion“, berichtet Hlawatsch auf Nachfrage des Tölzer Kurier. Die zwei Grundstücke für die Einzelhäuser werden nun zum Preis von 700 Euro pro Quadratmeter vergeben, die anderen Grundstücke kosten 350 Euro pro Quadratmeter. Das ist die absolute Untergrenze, die die Gemeinde im Rahmen eines Einheimischenmodells festlegen kann. Hinzu kommen dann jeweils noch Erschließungsgebühren. Die Straße wird pro Quadratmeter mit zirka 75 Euro zu Buche schlagen. Die Herstellungsbeiträge richten sich nach Grund- und Geschossfläche.
Auch 350 Euro seien „brutal viel“, sagte Marcus Klingler (Freie Wähler) in der anschließenden Diskussion. Für ihn ist die gesamte Entwicklung der Grundstückspreise „erschreckend“. Die anderen Räte sahen das ähnlich. „Jeder muss sich überlegen, ob er sich so etwas noch leisten kann“, sagte Hanns-Frank Seller, derzeit amtierender Bürgermeister (CSU/Benediktbeurer Mitte).
Das Interesse an den Grundstücken ist riesig. Wie geht es jetzt weiter? Laut Seller wird es im Mai eine Info-Veranstaltung für die Interessenten geben. Ein genauer Termin steht noch nicht fest. Die Gemeinde arbeitet bei der Durchführung mit einem Rechtsanwalt zusammen. Zwar wurden die Vergabe-Kriterien fürs Einheimischenmodell schon 2017 vom Gemeinderat verabschiedet, der Anwalt prüft diese jedoch nochmal, auch in Bezug aufs EU-Recht.
Bis zur Informationsversammlung wird die Prüfung abgeschlossen sein, damit dann unverzüglich der Ablauf des Vergabe-Verfahrens beginnen kann. Das Verfahren wird auch von dem Anwaltsbüro durchgeführt.
Das sind die drei Benediktbeurer Bürgermeisterkandidaten: Rudi Mühlhans, Toni Ortlieb und Hans-Frank Seller
