VonChristiane Mühlbauerschließen
Für die Bürgermeisterwahl in Benediktbeuern gibt es jetzt einen weiteren Kandidaten: Toni Ortlieb. Der 45-Jährige tritt für die „Benediktbeurer Bürgervereinigung“ an. Die Wahl findet am 30. Juni statt.
Benediktbeuern – Mit Toni Ortlieb bewirbt sich nun ein weiterer Gemeinderat ums Bürgermeisteramt in Benediktbeuern. Wie berichtet, hatte vor gut einer Woche schon Rudi Mühlhans von der „Freien Bürgerliste Miteinander“ seine Kandidatur bekannt gegeben.
Toni Ortlieb geht für die „Benediktbeurer Bürgervereinigung“ ins Rennen. Die Gruppierung gibt es schon mehrere Jahrzehnte, aber es ist das erste Mal seit langer Zeit, dass sie wieder einen Bürgermeisterkandidaten aufstellt. „Ich habe ein starkes Team hinter mir“, freut sich Ortlieb. Die Nominierungsversammlung wird am Dienstag, 23. April, um 19.30 Uhr im Gasthaus Herzogstand stattfinden.
Ortlieb, 45 Jahre alt, ist verheiratet, Vater von drei Buben (14, 10 und 3 Jahre alt) und gehört seit 2014 dem Gemeinderat an. Dort ist er Mitglied im Bau- und Umweltausschuss sowie im Ausschuss für Tourismus-, Jugend und Kultur.
Beruflich ist Ortlieb bei der Sparkasse Bad Tölz-Wolfratshausen tätig, und zwar als Kommunal- und Firmenkundenberater. Dabei habe er, schreibt er in seiner Pressemitteilung, „ein tiefes Verständnis für die Anliegen und Bedürfnisse von Benediktbeuern gewonnen, das ich gerne auch im Amt des Bürgermeisters zur Verfügung stellen möchte“.
Bei der Bank betreue er als Kommunalkundenberater Landkreis, Städte und Gemeinden in allen Bereichen der finanziellen Dienstleistungen, erklärt Ortlieb auf Nachfrage unserer Zeitung sein genaues Aufgabenfeld. Dazu gehörten aber auch deren Töchter, beispielsweise die Tölzer Stadtwerke, die Kreisklinik Wolfratshausen und das Abfallwirtschaftsunternehmen (AWU) des Landkreises. „Dabei geht’s auch um Digitalisierung, etwa um Online-Bezahlverfahren.“
In Benediktbeuern möchte Ortlieb als Bürgermeister „transparente Dorfpolitik, cleveres Haushalten und einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur“ in den Mittelpunkt stellen. Wichtig sei ihm „ein offener Umgang mit den Bürgern“. Ortlieb nennt als Beispiel das Gezerre um das von der Gemeinde geplante Gewerbegebiet im Lainbachwald. Letztlich wurde dies bei einem Bürgerentscheid im vergangenen Jahr abgelehnt. „Das war ein Kommunikationsproblem“, sagt Ortlieb rückblickend. Die „Benediktbeurer Bürgervereinigung“ hätte dort gerne Platz fürs Gewerbe geschaffen und die verbliebene Fläche ökologisch aufgewertet.
Die Entscheidung, bei der bevorstehenden Kommunalwahl anzutreten, sei für ihn im vergangenen Herbst gefallen, erzählt Ortlieb. Mit Blick auf verschiedene Entwicklungen im Dorf sagt Ortlieb, die Gemeinde habe „mehr Potenzial“. Als Bürgermeister will er „Gräben zuschütten und Brücken bauen“.
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Was meint Ortlieb mit „cleverem Haushalten“? Vieles, sagt der Kandidat erst mal, sei in den vergangenen Jahren „wichtig und richtig investiert worden“, etwa in Schwimmbad und Feuerwehrhaus. „Aber das haben wir nicht aus der Portokasse bezahlt.“ Jetzt stünden Sanierungen von Dorf- und Asamstraße an sowie Projekte der Dorferneuerung. Ortlieb stellt sie nicht in Frage, sagt aber auch: „Wir müssen solide wirtschaften und nicht die Schulden der nächsten Generation aufladen.“ Im Bereich Kommunaler Wohnungsbau sei ein Mehrfamilienhaus für sechs bis acht Parteien geplant, und zwar im Einheimischenmodell. „Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Die Gemeinde muss auch Einnahmen erwirtschaften.“
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In punkto Umweltschutz will Ortlieb, aktiver Imker, die Landwirte mit ins Boot holen. Man müsse wieder „mehr in Dialog kommen“, sagt der 45-Jährige. Das Bienen-Volksbegehren habe er „kritisch begleitet“.
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Wie er Benediktbeuerns Zukunft gestalten will, wird Ortlieb in den kommenden Wochen bei verschiedenen Veranstaltungen vorstellen. „Mir ist es wichtig, mit den Bürgern in Dialog zu kommen.“

