VonSascha Karowskischließen
Die Angestellten in der Wohngeldstelle sind überlastet, 18 000 Anträge sind unbearbeitet. Jetzt will die Stadt ihre Mitarbeiter besser bezahlen.
München – Die Angestellten der Wohngeldstelle sollen in Zukunft ebenfalls eine Arbeitsmarktzulage bekommen, wie alle anderen Beschäftigten der Stadt München, die überwiegend Bürger-Kontakt haben. Das schlägt die Verwaltung vor. Der Stadtrat soll im Verwaltungs- und Personalausschusses (9. April) zustimmen. Aus Sicht der Linken ist dies nicht nur für die Beschäftigten eine gute Nachricht, sondern auch für alle Menschen, die einen Antrag auf Wohngeld gestellt haben.
Wohngeld-Antrag in München: Durchschnittliche Bearbeitungszeit beträgt um die zwei Jahre
Denn laut den Stadträten betrage die durchschnittliche Bearbeitungszeit aktuell mindestens zwei Jahre. Das habe zur Folge, dass rund 18 000 Anträge unbearbeitet seien. Die daraus resultierende Belastung für die Beschäftigten führe zu einer ungewöhnlich hohen Fluktuationsrate beim Personal, knapp 18 Prozent der Angestellten hätten bereits das Ressort gewechselt. Bei der Stadt mit ihren knapp 43 500 Beschäftigten liegt der Fluktuations-Schnitt bei 7,9 Prozent.
Laut Linken-Chef Stefan Jagel werden auch die 150 Euro Arbeitsmarktzulage das Problem nicht lösen. Sie seien aber ein Schritt in die richtige Richtung, um die Arbeitszufriedenheit in dem Bereich zu stärken.
Wohngeld-Anträge in München: „Beschäftigte verdienen mehr Geld für ihre wichtige Arbeit“
„Wir freuen uns, dass der Personalreferent endlich unserer Initiative nachkommt“, sagt Jagel. „Die Beschäftigten in der Wohngeldstelle verdienen mehr Geld für ihre wichtige Arbeit und die Münchner, die unter der Mietenkatastrophe leiden, verdienen eine zeitnahe Bearbeitung ihres Wohngeldantrags.“
Wie das Sozialreferat mitteilt, ist die Zahl der Anträge durch die Wohngeld-Plus Reform zum 1. Januar 2023 deutlich angestiegen. In der Folge stieg auch die Zahl der unbearbeiteten Anträge, daneben ist die Bearbeitungszeit pro Antrag durch einen stetigen Bürokratie-Aufbau deutlich gewachsen. Dringliche Fälle (finanzielle Notsituationen) oder Anträge von Rentnern können innerhalb von sechs Monaten bearbeitet werden. „Bei komplexen Fällen, beispielsweise Haushalten mit vielen Familienmitgliedern oder häufige Änderungen bei den Einkommensverhältnissen (Jobwechsel) der Antragsteller, kommt es leider vor, dass die Bearbeitungszeit bis zu zwei Jahren dauern kann.“
Das Thema Wohngeld treibt viele Politiker um. Um den Antrags-Stau zu beheben, hatten bereits zahlreiche Fraktionen, darunter beispielsweise die Linke und die Grünen, beantragt, Systeme mit Künstlicher Intelligenz verstärkt zum Einsatz zu bringen. Von der ÖDP kam zudem der Vorschlag, die Wohngeld-Stelle mit mehr Personal auszustatten.
