VonSascha Karowskischließen
Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) soll prüfen, ob ihre Dieselbusse auch mit Frittenfett betankt werden können. Das fordern Grüne und SPD. Vorbild sind Hamburg und Berlin.
München – Die Stadt arbeitet weiter daran, die selbst gesteckten Klimaziele zu erreichen. 2035 soll München klimaneutral sein, die Verwaltung sogar schon fünf Jahre früher. Damit das gelingt, wollen Grüne und SPD unter anderem weitere E-Busse anschaffen. Dazu soll die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) gerade frei gewordene Finanzmittel nutzen, wie es in einem gemeinsamen Antrag der Rathausmehrheit heißt. Außerdem soll die MVG künftig für ihre Bestandsfahrzeuge auf weniger klimaschädliche Antriebe setzen: auf städtisch erzeugtes Biogas oder aus Altfetten hergestellten HVO-Kraftstoff. Pommes-Power für unsere Busse!
Mehr Geld für Münchens Busflotte: Umstellung auf elektrischen Antrieb soll bis zum Jahr 2030 abgeschlossen sein
Derzeit fahren 101 MVG-Busse elektrisch, das sind knapp über 20 Prozent der MVG eigenen Busflotte. Erst im Februar kamen 30 neue dazu, weitere 28 E-Gelenk-Busse folgen heuer noch. Klar ist: Der Ausbau muss auch künftig zügig weitergehen, die Busflotte soll schließlich bis 2030 komplett elektrisch sein.
Dafür brauchen die Verkehrsbetriebe aber Geld – was in der derzeitigen Haushaltslage nicht einfach ist. Gerade erst haben Grüne und SPD das Förderprogramm Klimaneutrale Antriebe (FKA) eingestellt. Dadurch sind Mittel freigeworden, die man anteilig sinnvoll in den Kauf neuer E-Busse stecken will.
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Frittenfett für Münchens Busflotte: Berliner BVG testet schon seit vergangenem Jahr sogenannte HVO-Kraftstoffe
Ganz ohne alte Dieselbusse wird es in der Übergangszeit nicht gehen. Die Berliner BVG testet schon seit vergangenem Jahr sogenannte HVO-Kraftstoffe („Hydrotreated Vegetable Oils“), also mit Wasserstoff behandelte Pflanzenöle. Auch die Hamburger Verkehrsbetriebe haben im Juni dieses Jahres angekündigt, ihre Dieselbusse künftig mit Altfetten betanken zu wollen. Zwar setzt die Verbrennung von HVO ähnlich viel CO₂ frei wie konventioneller Kraftstoff, allerdings stammt dieser aus nachwachsenden Rohstoffen, was die Klimabilanz verbessern kann. Ohnehin soll HVO nur als Brückentechnologie dienen, um die Lücke bis zur kompletten Elektrifizierung der Busflotte zu schließen.
Die MVG soll deswegen prüfen, ob ihre Dieselbusse so umgerüstet werden können, dass sie mit HVO – oder sogar mit Biogas, das vom Abfallwirtschaftsbetrieb erzeugt wird, fahrtüchtig sind.
Elektrische Busse in München: „Verkehrsbetriebe treiben die Umstellung mit Verve voran“
„Der Bund hat seine E-Förderstruktur reformiert“, sagt Grünen-Chefin Mona Fuchs. „Weil wir keine Doppelförderung möchten, haben wir darauf reagiert und unser eigenes Förderprogramm für klimaneutrale Antriebe eingestellt.“ Dadurch werde Geld frei, das für neue E-Busse verwendet werden könne. „Die MVG treibt die Umstellung mit Verve voran, dem können wir so einen weiteren Schub verleihen.“ Bis die Flotte komplett elektrisch unterwegs sei, lohne es sich, auch neu zu denken. „Warum nicht dank Frittenfett die Klimabilanz verbessern? Hamburg und Berlin machen vor, dass neuartige Treibstoffe für die Übergangszeit eine Lösung für Dieselbusse sein können.“
