Die Empörung der Bürger zeigte Wirkung: Moosburgs Stadtrat hat den Beschluss des Bauausschusses, eine Birkenallee für Straßenarbeiten zu fällen, zurückgezogen.
Moosburg – Die Birken an der Dr.-Schels-Straße in Moosburg sind gerettet. In der Sitzung am Montag nahm der Stadtrat die vom Bauausschuss beschlossenen Baumfällungen zurück. Die Allee soll nun so lange bestehen, bis die Birken wegen Schäden eine Gefährdung darstellen. Weiter wurde die Aufstellung eines Bebauungsplans für das Quartier beschlossen.
Auf die Entscheidung des Bauausschusses bezogen, im Zuge des Straßenausbaus die Birken zu fällen, hatten die Grünen einen Antrag gestellt: In ihrem Schreiben forderten die Unterzeichner Michael Stanglmaier, Evelin Altenbeck und Alfred Wagner, ein Gutachten über den Gesundheitszustand der Bäume einzuholen. Die Grünen wollten Neupflanzungen von weiteren Bäumen erreichen.
Bürgermeisterin Anita Meinelt verhinderte eine ausufernde Diskussion mit einem Kompromissvorschlag, den sie vorbrachte und den alle mittragen konnten: Sie bot an, die Baumaßnahmen in der Dr.-Schels-Straße zu verschieben und erst dann tätig zu werden, wenn die Birken ihr natürliches Lebensende erreicht hätten. „Das kann schneller gehen als man denkt“, meinte die Bürgermeisterin vielsagend. Mit 23:1 Stimmen wurde der Straßenausbau dann auch erst einmal auf unbestimmte Zeit verschoben.
Charakter des Viertels soll künftig besonders geschützt werden
Damit war das Thema Dr.-Schels-Straße aber noch nicht beendet. Für die Fraktion der Grünen beantragten Alfred Wagner und Evelin Altenbeck, dass die Stadt einen Bebauungsplan aufstellen solle. Dieser habe zur Aufgabe, den Charakter „dieses architektonisch bedeutsamen Viertels“ zu erhalten. Die Kleinvillen und die großzügige Baumbepflanzung seien eine Besonderheit der Straße. Die Grünen wollten mit dem Vorstoß erreichen, dass das Quartier seinen historisch gewachsenen Charakter auch bei baulichen Nachverdichtungen nicht verliert. Dazu kam noch ein Antrag der Freien Wähler, vor einem Straßenausbau die Anlieger mit einer kleinen Umfrage anzuhören. Wegen der Verschiebung der Maßnahme zog Josef Dollinger den Antrag allerdings wieder zurück.
Der Bebauungsplan für den Bereich wird unterdessen nun aktiv angegangen. Einstimmig hat der Stadtrat dieses Verfahren auf den Weg gebracht – mit dem Auftrag an die Verwaltung, einen geeigneten Planer zu suchen und mehrere Varianten erstellen zu lassen. „Alle können stolz darauf sein, diesen Bebauungsplan aufzustellen“, sagte Alfred Wagner. Und Gerhard Beubl (SPD) stellte zufrieden fest, dass die Stadt die Planungshoheit in die eigene Hand nehme.
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